Evangelische Kirche

Reformationsfeier

Am 500. Jahrestag der Reformation will die evangelische Gemeinde Sindlingen deren geistliches und weltliches Erbe feiern.

Am Dienstag, dem 31. Oktober, soll es in der evangelischen Kirche wie einst im Hause Martin Luthers und Katharina von Boras zugehen: An Tischen und Stühlen feiert die Gemeinde eine Reformationsandacht und kommt dann in Tischgruppen bei Getränken und kleinen Speisen zu ausgewählten Tischreden des Gastgebers Martin Luther humorvoll und geistreich über politische und religiöse Themen ins Gespräch. Beginn ist um 18 Uhr in der Kirche.

Lisbeth aus Alt-Frankfurt

„Ach, gehe Se fort un bleibe Se noch e bissi da!“ Der vermeintliche Widerspruch ist keiner, sondern ein Charakteristikum der Frankfurter Mundart. Mehr davon gibt es am Freitag, 10. November, ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus. Katharina Schaaf erzählt als „Lisbeth aus Alt-Frankfurt“ in Mundart Geschichten vom Alltagsleben in früheren Zeiten. Bei Kerzenschein und Ebbelwoi nimmt sie die Zuhörer mit in die Welt der Vergangenheit. Die Gemeinde stellt Brezeln und Ebbelwoi bereit, der Eintritt ist frei. Jedoch wird um eine Spende gebeten.

Lesefreuden

„Geschichten, die glücklich machen“, erzählt Arnfried Saddai vom Projekt „Lesefreuden“ des Bürgerinstituts am Donnerstag, dem 5. Oktober, ab 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus.

Spielenachmittag

Kaffeetrinken und Spiele stehen am Donnerstag, dem 26. Oktober, ab 15 Uhr auf dem Programm des Seniorennachmittags im Gemeindehaus.

Soziale Tat mit Hand und Fuß

Soziale Tat mit Hand und Fuß

Abenteuerspielplatz Celanese-Mitarbeiter bauen einen Barfußpfad

Neue Abenteuer erwarten die Kinder auf dem Abenteuerspielplatz. Ein Balancier-Parcours führt zu einem Barfußpfad. In den Bäumen ringsum hängen Fühlkisten – ein Erlebnis mit Hand und Fuß für alle, die sich trauen.

Möglich wird es durch die Arbeit von Mitarbeitern der Firma Celanese aus Labor und Büro. Das amerikanische Chemieunternehmen mit Standorten in Sulzbach und dem Industriepark Höchst stellt seine Mitarbeiter jedes Jahr bezahlt zwei Tage für soziale Tätigkeiten frei. Sie können sich selbst Projekte suchen oder sich einem geplanten Projekt anschließen.

Schon oft kam das Kinder- und Jugendhaus auf die Art in den Genuss von Verschönerungen oder Extras. Der Sandplatz „Beach 931“, das Tipi auf dem Abenteuerspielplatz, der Toberaum, die Terrasse oder frische Farbe im PC-Raum des Jugendhauses waren Projekte, die ohne die tatkräftige Hilfe der Celanese Mitarbeiter so nicht hätten verwirklicht werden können.

Einer, der schon oft dabei war, ist der Sindlinger Roland Haschke. Der Stadtbezirksvorsteher von Sindlingen-Nord arbeitet bei Celanese und nimmt den sozialen Tag fast immer für Projekte in seinem Heimatstadtteil. Auch sein Kollege Michael Hahn kennt Sindlingen, denn er war bei der Anlage des Beach-Platzes dabei. „Viele beteiligen sich gerne an Projekten in der näheren Umgebung“, sagt er. „Ich habe auch schon mal in dem Kindergarten mitgemacht, in den meine Kinder gehen, weil es schön ist, wenn man einen Bezug zum Projekt hat“, findet Doreen Hohmann. Kerstin Schramm und Jana Stümpler schätzen das Engagement für die Allgemeinheit ebenfalls so sehr, dass sie den sozialen Tag gerne wahrnehmen.

Für zwei Tage vertauschten sie ihr übliches Arbeitsgerät mit Hammer und Säge, Pinsel und Leim. „Wir haben alles vorbereitet, einen groben Plan entworfen und das Material besorgt. Der Rest hat sich in der Zusammenarbeit entwickelt“, sagt Christina Göhre, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses. So entstanden ein Barfußpfad und Fühlkästen und als Extra noch eine Bank, auf der die Kinder sitzen können, wenn sie ihre Schuhe ausziehen.

Den Barfußpfad füllten die Helfer und Kinder mit verschiedenen Materialien, die auf dem Platz verfügbar sind: Eicheln und Kastanien, Sand, Steine, Wasser, Zweige. Anschließend komplettierten und füllten sie auch noch die Fühlkästen. Alle Beteiligten hatten ihren Spaß daran, und der Abenteuerspielplatz ist nun um eine Attraktion reicher. hn

Barfuß im Gänsemarsch testeten (von rechts) Christina Göhre, Doreen Hohmann, Michael Hahn, Kerstin Schramm, Roland Haschke und Jana Stümpler den nagelneuen Barfußpfad. Foto: Michael Sittig

Barfuß im Gänsemarsch testeten (von rechts) Christina Göhre, Doreen Hohmann, Michael Hahn, Kerstin Schramm, Roland Haschke und Jana Stümpler den nagelneuen Barfußpfad. Foto: Michael Sittig

 

Soziales Engagement: Gutes tun und Spenden sammeln

Seit 2011 gibt es den „Monat des sozialen Engagements“ bei Celanese. Die Mitarbeiter werden für einen Tag frei gestellt, um Gutes zu tun.

Sei es, dass sie Flüchtlingsunterkünfte verschönern, Palettenmöbel für ein ‚Grünes Klassenzimmer‘ bauen oder Senioren und Menschen mit Behinderungen Zeit schenken – an rund 45 Celanese Standorten von Dallas über Frankfurt bis Shanghai haben sie die Möglichkeit, sich in ihren Standortgemeinden einzubringen.

Die Mitarbeiter der Standorte Höchst und Sulzbach sind mit 14 Projekttagen dabei. Der Monat des sozialen Engagements findet unter dem Dach der „Celanese Foundation“ statt. Die 2014 gegründete Non-Profit-Organisation möchte die unternehmensweite Kultur des sozialen Engagements noch weiter fördern. Daher können Mitarbeiter die Stunden, die sie für soziales Engagement aufbringen, sammeln. Sie erhalten pro Stunde einen Spendengutschein über zehn US-Dollar, den sie geprüften Einrichtungen weltweit zugutekommen lassen können. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Engagement im Rahmen eines Celanese Projekts oder in der Freizeit stattfindet. 2016 hat Celanese im Laufe des Jahres mithilfe von Mitarbeitern sowie deren Familien und Freunden über 100.000 Stunden soziales Engagement geleistet. 24.000 Stunden davon kamen allein im Monat des sozialen Engagements 2016 zustande, als über 2000 Mitarbeiter 1240 Projekten an mehr als 30 Standorten verwirklichten.

„Dieses Jahr möchte Celanese noch einen Schritt weiter gehen“, verrät Silke Zimmermann, Mitglied im globalen Unterstützer-Team der Celanese Foundation. „Wir haben uns vorgenommen, 150.000 Stunden soziales Engagement zu leisten. Das bedeutet, dass unsere Mitarbeiter mithilfe der erhaltenen Gutscheine 1,5 Millionen US-Dollar an Hilfseinrichtungen weltweit spenden können“.

Von Elfen und Einhörnern

Von Elfen und Einhörnern

Lesezauber Aktionen in der Bücherei

Bis Samstag, 4. November, laden die Stadtbücherei und die Stiftung der Frankfurter Sparkasse wieder zum LeseZauber ein. Unter dem Motto „Zauberhafte Wesen!“ präsentieren 16 Bibliotheken in den Stadtteilen und die Fahrbibliothek Bücher und Aktionen für junge Leser von vier bis acht Jahren.

Passend zum diesjährigen Motto dreht sich diesmal alles um Zauberwesen: schusselige Hexen, wilde Drachen, Einhorn-Mädchen, bücherliebende Ritter und zaubernde Meerjungfrauen. Wer teilnehmen möchte, kann sich die Bilderbücher, Geschichten und Sachbücher in den Bibliotheken ausleihen oder am Veranstaltungsprogramm vor Ort teilnehmen. Die Teilnahme an allen Aktionen ist – ebenso wie die Medienausleihe – für Kinder kostenfrei.

Im Aktionszeitraum bieten die Bibliotheken rund 70 Veranstaltungen an, in denen Bücher gemeinsam entdeckt und kreativ umgesetzt werden. Für Kindergruppen wurden eigene Angebote konzipiert, die nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden können. Der LeseZauber verbindet das Leseerlebnis mit der kreativen Umsetzung der Geschichten. Kinder und Kindergruppen sind aufgerufen, ihre Gefühle, Ideen und Gedanken zu den Aktionsbüchern in Bildern oder Bastelarbeiten auszudrücken. Zu den Abschlussfesten im November sind alle Teilnehmer eingeladen. Dann gibt es in jeder Bibliothek als Höhepunkt und Ausklang der Aktion ein Theaterstück zum Sich-Verzaubern-Lassen.

Die große Aktion für kleine Leser gibt es bereits seit 1988. Das gemeinsame Projekt der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Stadtbücherei hat sich die Förderung der Lesekompetenz und das Wecken von Leselust schon bei den Jüngsten zum Ziel gesetzt. In jedem Jahr lassen sich stadtweit über 3000 Kinder von der Aktion begeistern und entdecken die Welt der Bücher, des Lesens und der Stadtbücherei für sich.

Informationen gibt es bei der Stadtbücherei Frankfurt, Sabine Prasch, Telefon: 069/212–38170, E-Mail: sabine.prasch@stadt-frankfurt.de

Bücherei

Im Haus des Rehs

„Steht im Wald ein kleines Haus“ heißt ein Buch von Jutta Bauer, das am Freitag, 6. Oktober, Kindern ab zwei Jahren mit je einer Begleitperson vorgestellt wird. Es geht um das kleine Haus des Rehs, in dem alle Platz finden: das Häschen, das Füchslein und sogar der Jäger mit seinem Hund.

Beginn der unterhaltsamen Stunde ist um 16 Uhr in der Stadtteilbibliothek Sindlingen, Sindlinger Bahnstraße 124.

Mut-Drachen

Renate Donges-Kaveh liest im Buch-Kino für Kinder ab vier Jahre am Freitag, 27. Oktober,16 Uhr, zum Thema des LeseZaubers (Siehe Bericht). Im Buch „Der kleine Drache Kokosnuss. Die Mutprobe“ von Ingo Siegner geht es um einen kleinen Drache, der mit seinem Freund im Dschungel übernachten will. Doch unterwegs verlässt sie der Mut. Im Anschluss werden fliegende Mut-Drachen gebastelt.

Folk aus Wales zum Dank

Mal lebhaft und mitreißend, dann wieder melancholisch und leise zogen die sieben charismatischen Musiker Dave Burns (Gesang, Gitarre, Mandoline, Bodhrán), Iolo Jones (Geige), die Brüder Dafydd und Gwyndaf Roberts (Harfe, Flöte), Geraint Glynne Davies (Gesang, Gitarre), Graham Pritchard (Geige, Mandoline) und Geraint Cynan (Keyboards) das Publikum in ihren Bann. Die walisische Folkgruppe Ar Log gab im Hof von Evelin Wagner und Michael Reisch ein Sonderkonzert für geladene Gäste. Inge Gesiarz, Organisatorin von „Musik uff de Gass“ und Tourmanagerin der Band in Deutschland, hatte den Auftritt als kleines Dankeschön für alle möglich gemacht, die bei dem musikalischen Spaziergang im Mai mitgewirkt hatten. simobla/Foto: Michael Sittig

Mal lebhaft und mitreißend, dann wieder melancholisch und leise zogen die sieben charismatischen Musiker Dave Burns (Gesang, Gitarre, Mandoline, Bodhrán), Iolo Jones (Geige), die Brüder Dafydd und Gwyndaf Roberts (Harfe, Flöte), Geraint Glynne Davies (Gesang, Gitarre), Graham Pritchard (Geige, Mandoline) und Geraint Cynan (Keyboards) das Publikum in ihren Bann. Die walisische Folkgruppe Ar Log gab im Hof von Evelin Wagner und Michael Reisch ein Sonderkonzert für geladene Gäste. Inge Gesiarz, Organisatorin von „Musik uff de Gass“ und Tourmanagerin der Band in Deutschland, hatte den Auftritt als kleines Dankeschön für alle möglich gemacht, die bei dem musikalischen Spaziergang im Mai mitgewirkt hatten. simobla/Foto: Michael Sittig

Volkstrauertag mit VdK

Volkstrauertag mit VdK

In diesem Jahr richtet der VdK Sindlingen die Feierstunde zum Volkstrauertag am Sonntag, 19. November, aus.

Bislang hatte sich immer die Arbeitsgemeinschaft der Sindlinger Ortsvereine darum gekümmert, den Tag des Gedenkens zu würdigen. Vergangenes Jahr sagte deren Vorstand die Veranstaltung auf dem Friedhof aber ab, weil die Beteiligung zuletzt stark nachgelassen hatte. Die Kränze wurden stattdessen sang- und klanglos am Ehrenmal niedergelegt. Das soll sich nicht wiederholen, sagte sich Franz Ilg vom VdK. Der Sozialverband, der sich ursprünglich als Verband der Kriegsopfer gründete, lädt daher am Volkstrauertag zu einer Feierstunde um 12.30 Uhr auf den Friedhof ein. hn

Züchter überstehen schwere Zeiten

Züchter überstehen schwere Zeiten

Kleintierzuchtverein Nach herben Verlusten geht es im 110. Vereinsjahr wieder aufwärts

Vorsichtig spreizen Maria Kaulbert und Nano Latovic den Flügel des Susek-Huhns. Sacht pustet die Kassiererin des Kleintierzuchtvereins H202 auf die Federn. „Dann sieht man, ob es einen Befall mit kleinen Tieren gibt“, erklärt sie. Das ist bei dem jungen Huhn aber nicht der Fall.

Auch sonst macht es einen guten Eindruck. „Ein schönes Huhn“, lobt das Vorstandsmitglied den Züchter und setzt es wieder zu seinen Artgenossen ins Gehege.

Bei der Lokalschau am 21./22. Oktober hätte es sicher gute Aussichten auf eine Medaille. Doch daraus wird nichts. „Drei Monate braucht es noch“, sagt Nano Latovic. Seine Hühner sind zu jung, zu klein, nicht ausstellungsreif. Das liegt an einer Kette unglücklicher Ereignisse, die dem Verein 110 Jahre nach der Gründung schwer zusetzten.

Vergangenes Jahr holte ein Fuchs etliche Kaninchen und Hühner. Die restlichen Kaninchen starben an einer Krankheit. Kaum war die Gefahr durch den Fuchs gebannt, brach die Vogelgrippe aus. Zwar litt das Geflügel in Sindlingen nicht daran, aber die Haltung erfolgte unter erschwerten Bedingungen. „Bis ins Frühjahr blieb die Anlage geschlossen. Wir konnten nur durch Desinfektionsbäder herein und hinaus“, erzählt Schriftführerin Daniela Kaulbert. Wie überall mussten die Tiere in den Ställen bleiben. Der Handel kam zum Erliegen. Wer seine Tiere an den Fuchs verloren hatte, konnte keine neuen nachkaufen.

Als das Veterinäramt Entwarnung gab, war es zu spät. „Ende Mai fängt man keine Brut mehr an“, erklärt Maria Kaulbert. Sieben bis neun Monate brauchen kleine, neun bis elf Monate größere Hühner, um sich zu den Prachtexemplaren zu entwickeln, die Kleintierzuchtvereine traditionell im Herbst ausstellen und bewerten lassen. Nano Latovic wollte nicht so lange warten. Deshalb tummeln sich auf seiner Parzelle nun wieder etliche, wenn auch noch kleine, Hühner. Bei Maria Kaulbert dagegen stehen die Ställe leer. Sie wartet wie viele weitere Vereinsmitglieder auf den Beginn der neuen Zuchtsaison. So wird die Lokalschau am 21. und 22. Oktober dieses Mal recht mager ausfallen. „Schade“, finden die Züchter, denn sie begehen damit auch das 110-jährige Vereinsbestehen.

Allerdings wissen die heute 35 Mitglieder (darunter ein Jugendlicher und Ehrenmitglied Bruno Sinschek) nur wenig von ihren Vorgängern. Bei einem Brand gingen die meisten Unterlagen verloren. Überlebt haben Berichte von der 75-Jahrfeier 1992. Daraus geht hervor, dass die Halter von Hühnern und Kaninchen („Schwein des kleinen Mannes“) am 24. November 1907 in der Gastwirtschaft „Zur Krone“ aus Liebe zum Haustier, wirtschaftlichen und sozialen Zwecken einen Verein gründeten. Anfangs hielt jeder die Tiere hinter seinem Haus. Anfang der 50-er Jahre pachtete der Verein die frühere „Sandkaut“, ein Gelände im Feld Richtung Hattersheim, das damals noch weit von den ersten Wohnhäusern entfernt lag. Es wurde in Parzellen unterteilt und an die Mitglieder vergeben. 1967 richteten sie ihre erste Lokalschau aus.

„100 bis 150 Kaninchen hatte früher jeder hier in der Anlage“, erinnert sich Maria Kaulbert an Jahre, in denen fast rund um die Uhr jemand auf dem Farmgelände anzutreffen war. „Die Mitgliedschaft war sehr beständig. Die meisten hielten ihre Tiere bis ins hohe Alter und oft führte die nächste Generation die Zucht fort“, erzählt sie von den 1990-er Jahren.

Heute hat das nachgelassen. Der Verein befindet sich im Umbruch. „Wir hatten viel Kommen und Gehen in jüngerer Zeit“, berichtet Maria Kaulbert. Wenn ältere Züchter aufhören, folgt ihnen kein Familienmitglied nach. Häufig interessieren sich junge Familien für die Parzellen, allerdings tun sie sich mit der Tierhaltung schwer. „Es ist verständlich, dass es die Menschen ins Freie zieht und sie sich ein Stückchen Natur wünschen“, sagt Daniela Kaulbert. Aber die Farm ist keine Gartenanlage, stellt ihre Schwiegermutter klar: „Es geht um die Tiere. Jeder muss welche halten und ausstellen, und sie sollen für jeden sichtbar sein“, nennt sie die Voraussetzung für einen Pachtvertrag.

Das wiederum bedeutet Arbeit. Die Tiere müssen gefüttert, getränkt, gesäubert und geimpft werden. Manche, wie die schwarzen Brahma-Hühner von Zuchtwart Werner Schmid, brauchen besonders viel Pflege. „Wir verbringen viel Zeit hier in der Anlage“, berichtet seine Ehefrau Conny, die zwei Gänse hält. Neuzüchter halten das oft nicht durch und geben das zeitaufwendige Hobby nach ein, zwei Jahren auf.

Nicht so Andreas Müller (51). Er kam über eine Freundin zur Kleintierzucht. „Ich bin gerne mit den Tieren zusammen, habe Spaß daran“, sagt er. Auf Anraten seines Parzellennachbarn legte er sich Amrock- und Australops-Hühner zu, pflegeleichte „Anfängerhühner“. „Ich komme jeden Tag abends nach der Arbeit her. Die Tiere sind mir ans Herz gewachsen“, sagt er. hn

Maria Kaulbert und Nano Latovic mit einem kleinen Susek-Huhn.

Maria Kaulbert und Nano Latovic mit einem kleinen Susek-Huhn.

Eine fränkische Landgans und eine Toulouser Gans hält Conny Schmid in Sindlingen. Fotos: Sittig

Eine fränkische Landgans und eine Toulouser Gans hält Conny Schmid in Sindlingen. Fotos: Sittig

Begegnungen mit Pferden

Begegnungen mit Pferden

Reiterverein Sommerfest im Zeichen der Integration

Das Sommerfest des Reitervereins Sindlingen schlug alle Rekorde: Über 400 Gäste kamen. Das ist eine einmalige Bilanz in der Geschichte des Traditionsvereins, die allein dem Engagement der Vereinsjugendlichen zu verdanken ist.

Unterstützt durch das Programm ZI:EL+ der Deutschen Sportjugend und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatten jugendliche Vereinsmitglieder zusammen mit der Sportjugend des Landessportbundes Hessen die Planung übernommen und ein breites Programm für Besucher jeden Alters zusammengestellt.

Das Konzept des Jugendteams ging voll auf. Junge und alte Gäste, im Familienverbund oder mit Freunden, kamen aus allen Frankfurter Stadtteilen und umliegenden Gemeinden angefahren. Darüberhinaus hatten sich Gruppen aus Kinder- und Jugendorganisationen oder aus Flüchtlingseinrichtungen auf den Weg gemacht, um fröhliche Stunden mit Vierbeinern in der Anlage des Reitervereins zu verbringen. „Der Zuspruch war so enorm, dass alle Vereinshelfer unentwegt im Einsatz waren“, berichten die Nachwuchsreiter Paula Blöcher und Helen Müller, die nicht nur im Vorfeld das Fest mitorganisierten, sondern am Aktionstag auch Vereinskleidung anboten, Tombola-Lose verkauften, Urkunden und Tombola-Preise überreichten. Jugendvertreterin Paula Blöcher hatte vor dem Sommerfest namhafte Firmen von Reitzubehör und Pferdeprodukten überzeugen können, die Tombola mit Sachpreisen zu unterstützen.

Als der Pferde-Begegnungstag mit dem Ponyreiten startete, war die idyllische Anlage schon voller Menschen. Der Zuspruch war so groß, dass sich an jeder Aktionsstation lange Schlangen bildeten. Dennoch warteten die Gäste geduldig darauf, an die Reihe zu kommen. Die jüngsten Pferdefreunde konnten sich im Freien auf einen Ponyrücken schwingen und eine Runde in der Kastanienallee führen lassen. Die Erwachsenen durften im geschützten Raum der Reithalle ein paar Runden auf einem Großpferd reiten. Diejenigen, die gerne streicheln und einmal ein Leckerli füttern wollten, konnten an einer Futterstation kleingeschnittene Karotten und Äpfel erwerben und Erfahrungen im Umgang mit den Vereinspferden sammeln.

Aufgrund des unerwartet riesigen Andrangs starteten die Darbietungen des Vereins auf dem kleinen Reitplatz im Meisterpark parallel zum Ponyreiten, bevor dieses zu Ende war. Zunächst stellte sich die Voltigiergruppe vor. Verschiedene Balance-Übungen auf dem Pferd in der schnellen Gangart Galopp versetzten das dichtgedrängt stehende Publikum in Begeisterung. Im Anschluss boten zwei erfahrene Reitschüler ein Pas de Deux auf zwei Großpferden dar, die eine synchrone Choreographie einstudiert hatten. Den Schluss der Aufführung bildete die Vorstellung aller Schulpferde. Die Vorstellungsrunde übernahmen die Kinder der Ponyclubs, die dabei ihr erst kürzlich erlerntes Wissen im Umgang mit den Vierbeinern zeigen konnten.

Um die Pferde nicht zu erschrecken, hatte das Publikum während der Darbietungen mucksmäuschen still zu sein. Die Zuschauer folgten der Empfehlung der Akteure und schauten voller Spannung den Bewegungen der Pferde und Reiter im Dressurviereck zu. Als das Zeichen zum Applaus gegeben wurde, klatschten alle voller Imbrunst. „Unser Arbeit hat sich gelohnt“, sagte Fabiana Schwind dankbar, die mit der Voltigiertruppe über Wochen geübt hatte.

Die Sommerfestbesucher hatten während des ganzen Nachmittags die Möglichkeit, an einem Spaßparcours mitzuwirken. Im Team oder als Einzelperson konnten Balance und Schnelligkeit mit und ohne Pferde erprobt werden. „Neben körperlichen Übungen haben wir den Teilnehmern auch Fragen zu den Pferden und zu unserem Reitbetrieb gestellt“, erläutert Jugendwartin Sarah Hoffmann. Mit lustig gestalteten Fragezetteln in der Hand suchten die Gäste den geamten Hof ab und erkundigten sich wissbegierig bei den Vereinsmitgliedern. Am Ende wurden alle mit Urkunden belohnt und namentlich aufgerufen. Die Begeisterung des Publikums wurde dann noch durch die Tombola-Ziehung gesteigert. Ein Preis nach dem anderen wurde überreicht. Turnierkleidung oder Futtersäcke fanden neue Besitzer. „Es war ein wirklich gelungener Tag“, sagt Katharina Klug aus dem Vorstandsteam stolz und dankt allen Vereinshelfern, vor allem denjenigen, die unermüdlich Kuchen servierten oder am Grill standen. Bewusst habe man an diesem Sommerfest alle Programme kostenfrei angeboten, um allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen.

So hat der Reiterverein einmal mehr gezeigt, wie man Integration leben kann. Er ist übrigens im Juli als anerkannter Stützpunkt „Integration durch Sport“ vom Deutschen Olympischen Sportbund, von der Deutschen Sportjugend und vom Landessportbund Hessen für sein vorbildliches Engagement ausgezeichnet worden. rvs

Helen Müller und Lena Molenaar aus dem Jugendteam waren an Vorbereitung und Durchführung des Sommerfestes beteiligt.

Helen Müller und Lena Molenaar aus dem Jugendteam waren an Vorbereitung und Durchführung des Sommerfestes beteiligt.

 An der langen Leine gehen die Pferde bei der Voltigier-Vorführung im Kreis. Fotos: Reiterverein

An der langen Leine gehen die Pferde bei der Voltigier-Vorführung im Kreis. Fotos: Reiterverein

Viele Ferienangebote für Kinder

Viele Ferienangebote für Kinder

Reiterverein Das Ponyreiten ist zu Ende, stattdessen beginnt die Ponystunde

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen, die Blätter an den Bäumen verfärben sich – kein Zweifel, der Herbst ist da. Damit in der kälteren Jahreszeit auch viele schöne Dinge unternommen werden können, bietet der Reiterverein ein buntes Herbst-Angebot in seiner denkmalgeschützten Anlage mit idyllischer Reithalle.

„Spielerisch Reiten lernen“ können Kinder ab sieben Jahren ohne Vorkenntnisse in der zweiten Ferienwoche vom 16. bis 20. Oktober täglich von 9 bis 14 Uhr. Die Kinder erhalten Longen- und Voltigierunterricht, wobei keine Reitkenntnisse erforderlich sind. In kleinen Gruppen wird die Pflege des Pferdes erläutert. Selbstständig lernen die Nachwuchsreiter das Putzen eines Vierbeiners. Verpflegung sollte mitgebracht werden. Aufgrund der steigenden Nachfrage an Kinderprogrammen erweitert der Reiterverein sein Angebot auch in den Herbstferien. Neu ist die Möglichkeit, Kinder von 8 Uhr und bis 15 Uhr betreuen zu lassen. Darüberhinaus ist die Frühausbildung wochen- oder tageweise buchbar. Die Kosten betragen pro Tag 40 Euro (mit Betreuung ab 8 Uhr 50 Euro) und pro Woche 130 Euro für Mitglieder und 150 Euro für Nichtmitglieder (mit Betreuung ab 8 Uhr 200 Euro). Am Sonntag, 22. Oktober, beginnt wieder die beliebte zweiwöchentliche Ponystunde für Kinder ab drei Jahren jeden zweiten Sonntag jeweils von 14 bis 15 Uhr. Die Kosten für die Ponystunde betragen 15 Euro pro Kind und Stunde. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Voranmeldung unbedingt notwendig unter: rvs_ponystunde@gmx.de. Die weiteren Termine: 5. und 19. November, 3. und 17. Dezember. In der Ponystunde können junge Pferdefreunde ab drei Jahren die Ponys des Reitervereins kennenlernen. Es darf gestreichelt und beim Putzen, Satteln und Trensen geholfen werden. Abwechselnd werden die jungen Pferdefreunde von den Übungsleitern geführt und können sich beim Reiten mit den Bewegungen der Ponys vertraut machen. Je nach Wetter findet das geführte Reiten auf dem Reitplatz im Park oder in der denkmalgeschützten Reithalle statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Mithilfe der Eltern ist normalerweise nicht nötig, nur bei sehr jungen oder vorsichtigen Kindern ist ein wenig Beistand gefragt. Die Ponys werden allein von den Übungsleiterinnen geführt. Weitere Infos befinden sich auf der Homepage des Reitervereins Sindlingen e.V.: www.reiterverein-sindlingen.de.

Anspannen und lockern

Anspannen und lockern

Turnverein Neuer Kurs gegen Stress

Der Alltagshektik setzt der Turnverein Sindlingen Entspannung entgegen. Ab dem 12. Oktober verhilft progressive Muskelentspannung den Teilnehmern des gleichnamigen, zehnwöchigen Kurses zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Progressive Muskelentspannung (PME) ist ein wissenschaftlich fundiertes Entspannungsverfahren, bei dem bestimmte Muskelgruppen zunächst angespannt und dann gelockert werden. Die Teilnehmer erlernen neben Achtsamkeits- und Entspannungsübungen die Grundform, die Kurz- und Langform der PME mit den jeweiligen Muskelgruppenübungen und wie sie diese in ihren Alltag integrieren können. Kursleiterin Corinna Colak ist Diplom- Sozialarbeiterin, Systemische Beraterin, Naturcoach und Kursleiterin für Progressive Muskelentspannung und wohnt in Sindlingen. Der Kurs findet jeweils donnerstags ab 20 Uhr im Gymnastikraum der TVS-Sporthalle, Mockstädter Straße 12, statt und dauert anderthalb Stunden. Mitzubringen sind ein kleines Kissen, eine Decke und bei Bedarf Nackenrolle, Knierolle oder Kissen. Matten sind vorhanden.

Teilnahmevoraussetzung ist eine offene, neugierige Einstellung gegenüber PME. Es wird empfohlen bei Bluthochdruck, Dauerstress, innerer Unruhe und Nervosität, Migräne, Raucherentwöhnung, leichten bis mittleren depressiven Verstimmungen, Muskelverspannungen, Schlaf- und Konzentrationsproblemen, Überlastungssituationen, Dauerstress, Angstzuständen, funktionellen Herzbeschwerden, Schmerzen, Menstruationsbeschwerden, prämenstruellem Syndrom, Wechseljahresbeschwer- den, Neurodermitis, Tinnitus, Funktionsstörungen, Reizdarm, Allergien und psychosomatischen Darmbeschwerden.

Anmeldung: per E-Mail an kurse@tv-sindlingen.de, telefonisch unter (069) 45 09 01 92. Die Kursgebühr beträgt für Nichtmitglieder sechs, für Mitglieder drei Euro pro Abend. Die Abrechnung erfolgt über Kurskarten. PME ist seit 1987 Bestandteil der psychosomatischen Grundversorgung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen.