Mai
9

Klaus Mettin führt den Vereinsring

Klaus Mettin führt den Vereinsring

Arge Sov Der bisherige zweite Kassierer tritt die Nachfolge von Andreas Rühmkorf an

„Freiwillige vor!“ Fehlanzeige. Weder vor, noch in der Versammlung der Vereine fand sich fürs Erste ein Bewerber für das Amt des Vorsitzenden. Dass die Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Sindlinger Ortsvereine nicht ohne Ergebnis vertagt werden musste, ist Klaus Mettin zu verdanken. In der zweiten Sitzungsunterbrechung ließ er sich überzeugen, die Nachfolge von Andreas Rühmkorf anzutreten. Erleichtert und einmütig wählten ihn alle Teilnehmer zum neuen Vorsitzenden.

Vorangegangen waren die üblichen Berichte und die Entlastung des Vorstands. Andreas Rühmkorf hatte schon vergangenes Jahr angekündigt, dass er das Amt des Vorsitzenden niederlegen wolle. „Das ist mein letzter Arbeitstag als Vorsitzender. Elf Jahre sind genug“, bekräftigte er zu Beginn der Sitzung. „Im Rückblick möchte ich diese Zeit nicht missen. Trotz Licht und Schatten und manchmal auch der Frage: warum machst Du das eigentlich, war es eine schöne Zeit, die mir persönlich viel gegeben hat.“

Rühmkorf führte den Zusammenschluss von 30 Vereinen, zehn Institutionen und fünf Mandatsträgern durch schwierige Zeiten. Es gab große Probleme mit dem Finanzamt, das der Arge Sov die Gemeinnützigkeit absprach. Erst mit anwaltlicher Hilfe, dem Verzicht auf die Gemeinnützigkeit, einer neuen Satzung und dem Verlust von Rücklagen gelang es, sie wieder in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren. Jetzt aber sei sie „ein guter Verein, gesund und komplett in der richtigen Spur“, sagte Rühmkorf: „Es fehlt nur noch jemand, der es weiterführt.“

„Geht doch mal in Euch“

Knapp 30 Teilnehmer sahen sich ratlos an. Niemand wollte das Amt übernehmen. Also wurde erst einmal eine Pause eingelegt. Anschließend schlug Kassierer Michael Streubel vor, es erst einmal für ein Jahr zu versuchen. 2019 steht ohnehin der komplette Vorstand regulär zur Wahl. Der oder die neue Vorsitzende könne sich auf ein eingespieltes Team verlassen, betonte Streubel, der selbst seit 16 Jahren im Vorstand mitwirkt. „Der Vorstand ist etabliert, arbeitet, das läuft“, sagte auch Rühmkorf: „Niemand ist allein.“ Und: „Es wäre enttäuschend, wenn es so abrupt enden sollte.“ Immerhin stünden nicht nur die Zukunft der Arge Sov, sondern auch die der Stadtteilfeste auf dem Spiel, die der Vereinsring organisiert. „Wenn heute niemand gewählt wird, müssen wir es in einer außerordentlichen Sitzung erneut versuchen. Geht doch mal in Euch“, animierte Michael Streubel die Mitglieder. 

Nochmal Pause. Und in der ließ sich Klaus Mettin, bislang zweiter Kassierer der Arge Sov, überzeugen. Er legte das Kassenamt nieder, wurde einstimmig gewählt und mit dankbarem Applaus bedacht, als er die Wahl annahm. „Ich hätte es schade gefunden, wenn es hier aufhören würde“, sagte der 65-Jährige später. Klaus Mettin ist ein erfahrener Vereinsmensch. Er singt im Männerchor Germania, arbeitet im Vorstand des TV Sindlingen als Beisitzer mit und engagiert sich im katholischen Familienkreis. Dass er nun als Vorsitzender der Arge Sov künftig eine prominente Rolle im Sindlinger Vereinsleben spielen wird, hatte er vor Beginn der Sitzung selbst nicht gedacht. hn

Stabwechsel: Der bisherige Vorsitzende der Arge Sov, Andreas Rühmkorf (links), gratuliert seinem Nachfolger Klaus Mettin (Zweiter von rechts) zur Wahl. Kathrin Puchtler-Hofmann, Michael Streubel und Detlef Beyer (von links) bilden zusammen mit ihm den Vorstand. Foto: Michael Sittig

Stabwechsel: Der bisherige Vorsitzende der Arge Sov, Andreas Rühmkorf (links), gratuliert seinem Nachfolger Klaus Mettin (Zweiter von rechts) zur Wahl. Kathrin Puchtler-Hofmann, Michael Streubel und Detlef Beyer (von links) bilden zusammen mit ihm den Vorstand. Foto: Michael Sittig


Mai
9

termine@sindlingen.de

termine@sindlingen.de

Vereine Neu: elektronischer Kalender

 Terminüberschneidungen sind ärgerlich und sollten vermieden werden, finden Vereinsvertreter. Eva-Maria Callender vom Frauenchor Germania und dem Förderverein Buchstütze regte in der Frühjahrssitzung der Arbeitsgemeinschaft Sindlinger Ortsvereine (Arge Sov) an, dass die Vereine ihre Termine möglichst frühzeitig publik machen sollten. Sie ging gleich mit gutem Beispiel voran und nannte den 8. März 2019 als Datum für die Jahreshauptversammlung des Frauenchors.

„Die Viktoria wünscht das auch“, sagte Gerhard Wäger von den Fußballern. Die Vereinsvertreter beschlossen daher, zusätzlich zu der Übersicht, die zu Jahresbeginn im Monatsblatt erscheint, einen elektronischen Kalender anzulegen. Michael Sittig (Turnverein und Sindlinger Monatsblatt) und Sven Callender (Förderverein Handel, Handwerk und Gewerbe) werden dafür sorgen, dass alle Termine im Internet auf der Sindlingen-Seite unter www.sindlingen.de/termine zu finden sind. 

Dafür richten sie die E-Mail-Adresse termine@sindlingen.de ein. Alle Meldungen, die dort eingehen, werden automatisch an die Arge Sov und das Sindlinger Monatsblatt weitergeleitet. In einer Übersicht kann dann jeder, der etwas plant, nachsehen, ob ein Termin noch frei ist oder nicht. hn


Mai
9

Frühjahrsputz am Bücherschrank

Frühjahrsputz am Bücherschrank

Jetzt glänzt er wieder: Die Paten vom Förderverein Buchstütze der Stadtteilbibliothek haben dem Sindlinger Bücherschrank einen Frühjahrsputz verpasst.   Der Schrank steht seit inzwischen anderthalb Jahren auf dem Richard-Weidlich-Platz und wird gut angenommen, teilen sie mit. Es finde ein reger Tausch von Büchern statt, die Resonanz sei durchweg positiv, berichtet Eva-Maria Callender. Nun räumten die Paten alle Bücher raus, schrubbten die Glastüren und die Regale und räumten anschließend wieder alle Bücher rein.

Jetzt glänzt er wieder: Die Paten vom Förderverein Buchstütze der Stadtteilbibliothek haben dem Sindlinger Bücherschrank einen Frühjahrsputz verpasst. 
Der Schrank steht seit inzwischen anderthalb Jahren auf dem Richard-Weidlich-Platz und wird gut angenommen, teilen sie mit. Es finde ein reger Tausch von Büchern statt, die Resonanz sei durchweg positiv, berichtet Eva-Maria Callender. Nun räumten die Paten alle Bücher raus, schrubbten die Glastüren und die Regale und räumten anschließend wieder alle Bücher rein.


Mai
9

Handballer mit Herz und Seele

Handballer mit Herz und Seele

TV Sindlingen Hans Brunnhöfer wird für seinen enormen Einsatz zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Spieler, Schiedsrichter, Abteilungsleiter, Klassenleiter, Vereinsvorsitzender: Dem Handball war Hans Brunnhöfer zeitlebens sehr verbunden. Und das immer im gleichen Club, dem Turnverein Sindlingen. Zum Dank für dieses lebenslange Engagement ernannte der TVS den 75-Jährigen nun zum Ehrenvorsitzenden.

Vor ihm wurde diese Ehre nur Günther Stieglitz zuteil, Vorsitzender bis 1990 und Motor der Erweiterung und Modernisierung des Turnerheims. Auch in der Vita seines Nachfolgers Hans Brunnhöfer als Vorsitzender steht ein Bauvorhaben, nämlich das der vereinseigenen Sporthalle, die 2011 eingeweiht wurde.

Damit erfüllte sich für die Handballer ein lang gehegter Wunsch. „Als ich 1960 mit dem Handball anfing, gab es kaum Hallen. Wir spielten Feldhandball“, sagt Hans Brunnhöfer, der als 18-Jähriger direkt in die Herrenmannschaft eintrat. Anders als viele Sindlinger Kinder war er vorher nicht im Turnverein zum Turnen gewesen. „Mein Bruder Arno hat mich überredet, zum Handball mitzugehen“, erinnert er sich. Der Sport gefiel ihm, er blieb dabei. „Die erste Hallenberührung hatten wir durch die McNair-Kaserne“, sagt Hans Brunnhöfer. Dort durften die Sindlinger ab und zu Turniere austragen. Die Punktrunden aber fanden nach wie vor im Sommer auf dem Großfeld statt. Später kam eine Kleinfeldrunde hinzu. Deren Sieger qualifizierten sich für eine Hallenrunde im Winter. „Die haben wir in Sachsenhausen ausgetragen“, erzählt der Ehrenvorsitzende. 

In der Nähe gab es sonst keine Frankfurter Hallen. Später gelang es dem Turnverein, der Anordnung des Hessischen Handballverbandes zu widerstehen, als Frankfurter Verein vom Kreis Main-Taunus in den Kreis Frankfurt zu wechseln. Der Turnverein Sindlingen spielte fortan gegen erhebliche Widerstände widerrechtlich weiter im Main-Taunus-Kreis. Die Wege waren einfach kürzer, die Krifteler Kreissporthalle diente als Heimspielstätte. Erst mit dem Bau des Höchster Bikuz und der Stadthalle Zeilsheim entspannte sich die Lage. Trotzdem gab es immer wieder Engpässe. Das ist dank der eigenen Halle nun vorbei.

Von Anfang an mehr als nur Spieler

Hans Brunnhöfer spielte erste und zweite Mannschaft und danach bis 1995 Altherren. Er fing auch gleich an zu pfeifen. „Ich habe das gerne gemacht und hatte keine negativen Erfahrungen“, berichtet er. Nach etwa zehn Jahren ließ Brunnhöfer die Pfeife in der Tasche. Stattdessen leitete er die Handballabteilung, 22 Jahre lang. Außerdem übernahm er 1980 die Aufgaben eines Klassenleiters und versieht sie immer noch. „Dieses Jahr höre ich aber nach 38jähriger Klassenleitertätigkeit auf“, sagt der 75-Jährige.

1990 vollzog sich ein Generationswechsel im Turnverein. Hans Brunnhöfer wurde Vorsitzender und Handball-Torwart Michael Sittig Vize. Später „tauschten“ sie, seit 2002 ist Michael Sittig Vorsitzender und Hans Brunnhöfer war Vize bis März 2018. Aber natürlich führt der Sportler auch ein Leben außerhalb des Vereins. Der Sindlinger legte 1962 das Abitur ab, studierte Biologie und Chemie und promovierte 1968. Das Staatsexamen erwarb er ein Jahr später zusätzlich.

Überhaupt war 1969 ein bedeutsames Jahr. Hans Brunnhöfer heiratete seine Studienfreundin Doris und fing als Ausbilder bei der Hoechst AG an. „Zuerst hat man mich aber in die Forschung geschickt. Das war ein Glücksfall“, sagt er. Die biologische-medizinische-pharmazeutische Forschung war spannend. Viele Kontakte knüpfte er in jenen Jahren. Als Ausbildungsleiter kümmerte er sich stark um die Weiterbildung der Angestellten.

 „Ich war aber auch für die biologische Ausbildung, die Biolaboranten und Tierpfleger, verantwortlich“, berichtet er. Hoechst hatte damals ein Riesenspektrum an Aus- und Weiterbildungen im Programm, vom Facharbeiter bis zum Diplom-Ingenieur. Die Prüfungen auf Techniker- und Diplom-Ingenieur-Ebene wurden extern an den Fach- und Fachhochschulen abgenommen. 

Professor und Leiter der Ausbildung

Hans Brunnhöfer pflegte daher intensive Kontakte zur Fachhochschule Gießen, an der er auch seit 1983 lehrte, sowie zu den Fachhochschulen Darmstadt und Rüsselsheim. Er führte in Gießen das Fachgebiet Bio- und Gentechnologie in die Lehre ein und wurde 1988 zum Professor ernannt. Bei der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. begleitete er über viele Jahre die Leitung eines Fachausschusses, in dem alle Fachhochschulen mit Chemie- oder Biotechnologie-Fachbereichen in der gesamten Bundesrepublik vertreten waren. 1997 war er bei der Gründung der Provadis GmbH dabei, die seither als Dienstleister die Aus-und Weiterbildung für die Unternehmen im Industriepark Höchst betreibt. 

Brunnhöfers lebten zunächst in Schwanheim. 1975 bezogen sie ein eigenes Haus in Hattersheim. 1978 kam Sohn Björn zur Welt.

Familie, Arbeit, Verein – Wie schafft man das? „Das geht schon, wenn es Spaß macht“, sagt Hans Brunnhöfer. Auch wenn das heißt, jeden Abend und an den Wochenenden unterwegs zu sein. Die Familie trug es mit. „Ich hatte immer eine positive Einstellung“, betont der Althandballer. 

Die brauchte er vor allem in den vergangenen Jahren. Nach dem 70. Geburtstag stellten die Ärzte eine Autoimmunerkrankung der Wirbelsäule bei ihm fest. Nach einer langwierigen Behandlung hat er sie überstanden. Heute „bin ich froh, dass ich beweglich bin“, freut sich Hans Brunnhöfer darüber, dass er weiterhin als Zuschauer zum Handball gehen kann. Als Ehrenvorsitzender hat er auch weiter aktiv Anteil an den Entwicklungen im Verein. Und: „Ich stehe zur Verfügung, wenn ich gebraucht werde.“ hn

In Hans Brunnhöfers Leben spielen der Handball und der TV Sindlingen eine wichtige Rolle. Foto: Michael Sittig

In Hans Brunnhöfers Leben spielen der Handball und der TV Sindlingen eine wichtige Rolle. Foto: Michael Sittig


Mai
9

Zeltlager in der Rhön

Zeltlager in der Rhön

Vom 28. Juli bis 4. August bietet die Gemeinde St. Dionysius/St.Kilian der Pfarrei Sankt Margareta eine Zeltlagerwoche in Dalherda in der Rhön an. 

Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 16 Jahren können mitfahren. Die Teilnahme kostet 180 Euro pro Kind, bei Geschwisterkindern 160 Euro pro Kind. Anzahlung bei Anmeldung: 50 Euro pro Kind. Anmeldeschluss ist der 31. Mai. Anmeldungen können unter www.sindlingen.de heruntergeladen sowie im Pfarrbüro, Huthmacherstraße 21, abgeholt werden. Außerdem liegen Anmeldungen in der TVS-Sporthalle, Mockstädterstraße 12, aus. Bei Fragen wenden Sie sich bitte per Email an zeltlager@sindlingen.de.


Mai
9

Wo den Letzte net die Hunde beiße

Wo den Letzte net die Hunde beiße

Förderverein Buchstütze Frankfurt liest ein Buch – Gerne auch in Mundart

„Eisebähnerblues“ hieß das erste Lied von Rainer Weisbecker in der gut besuchten Veranstaltung in der Stadtteilbibliothek im Rahmen der stadtweiten Aktion „Frankfurt liest ein Buch“. In diesem Lied besingt Weisbecker seinen Opa, „de Greife-Phillipp“, der wegen seiner kommunistischen Gesinnung 1935 zuerst ins Zuchthaus und dann bis 1945 nach Dachau kam. Die Familie lebte damals in Niederrad, wo auch ein Teil des Romans „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers spielt. Es war nicht die einzige Parallele zwischen dem Buch und der Familiengeschichte von Weisbecker.

Zunächst, nach kurzer Begrüßung, gab Buchstützen-Vorsitzender Mario Gesiarz eine kurze Inhaltszusammenfassung des Romans, der im April zwei Wochen lang in Frankfurt und Umgebung bei über 120 Veranstaltungen im Mittelpunkt stand. Dieser ist schnell erzählt: Sieben Häftlinge fliehen aus dem Konzentrationslager Westhofen (ein Synonym für das tatsächliche Lager Osthofen), nur einer von ihnen überlebt und kommt durch: Georg Heisler. Die anderen werden in Westhofen an Holzkreuze gefesselt und ermordet. Georg Heisler schlägt sich nach Frankfurt durch, Ziel ist hier seine Freundin Leni in Niederrad. Doch die hat inzwischen die Seiten gewechselt und so muss sich Georg, stets in Gefahr, entdeckt zu werden, nach einem anderen Ausweg umsehen. Dieser wird dann auch mit Hilfe mehrerer mutiger Menschen gefunden.

Nach dieser kurzen Einführung lasen Bibliotheksleiterin Annette Moschner sowie Eva-Maria Callender und Mario Gesiarz vom Förderverein Buchstütze der Stadtteilbücherei abwechselnd ausgesuchte Passagen aus dem Roman in der Hoffnung, dem zahlreichen Publikum „Lust zu machen, den Roman zu lesen“ (Gesiarz), sofern das nicht schon geschehen ist.

Danach kam Rainer Weisbecker. Gesiarz und Weisbecker kennen sich schon lange über die Mundart und treten auch gelegentlich gemeinsam auf (demnächst wieder am Freitag, 22. Juni, im Rahmen des Höchster Schlossfestes). Da beide eine widerständige Familiengeschichte haben, lag es nahe, den Bluesmusiker und Mundartdichter einzuladen. Zumal er eine durchaus passende Familienanekdote zu bieten hatte. So versteckte Weisbeckers Familie mehrere Tage einen geflohenen KZ-Häftling in Niederrad, bevor dieser mit einem Kohlendampfer ins sichere Ausland gebracht werden konnte.

Nicht ohne Humor und vor allem in Mundart schrieb Weisbecker diese Geschichte auf, die ihm eine Tante einst erzählte, und veröffentlichte sie in einem seiner Mundart-Bücher. Zum Abschluss hatte Weisbecker noch ein zweites Blueslied. Im „Dehaam-Boogie“ besingt er das, was für ihn Heimat bedeutet. Bei einer Fernsehaufzeichnung strich der Hessische Rundfunk jedoch die letzte Strophe, denn passend zum Abend heißt es darin: „Ich fühl mich dehaam, wo den Letzte net die Hunde beiße un wo die Leut‘ noch uffen Adolf sch…“. Bei uns durfte er das singen. Eine Woche später wurde die Veranstaltung gemeinsam mit dem Kulturforum in Zeilsheim wiederholt. Hier las auch die Vereinsvorsitzende Nathaly Simonis. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht. rio

Sie lasen aus „Das siebte Kreuz“: (von rechts) Eva-Maria Callender, Annette Moschner und Mario Gesiarz. Rainer Weisbecker ergänzte mit Erlebnissen aus seiner Familie und spielte Blues. Foto: Michael Sittig

Sie lasen aus „Das siebte Kreuz“: (von rechts) Eva-Maria Callender, Annette Moschner und Mario Gesiarz. Rainer Weisbecker ergänzte mit Erlebnissen aus seiner Familie und spielte Blues. Foto: Michael Sittig

Er will die Lust am Lesen wecken: Mario Gesiarz.

Er will die Lust am Lesen wecken: Mario Gesiarz.


Mai
9

Kinder- und Jugendhaus

Kinder- und Jugendhaus

Malen und Töpfern

Jeden Freitag ist Kreativtag im Kinder- und Jugendhaus. Kinder ab sechs Jahren können zwischen 13 und 16 Uhr in der Sindlinger Bahnstraße 124 die verschiedensten Maltechniken (Wasserfarben, Acryl, Pastellkreide und weitere) kennenlernen. Auf Leinwand, Papier oder Holz können auch mit Materialien wie Sand, Asche, Gips, Kleister und Farben tolle eigene Kunstwerke entstehen. Zusätzlich können Kinder von 14 bis 16 Uhr unter der Anleitung von Kunststudentin Leah Neumann töpfern, was das Herz begehrt: Schalen, Tassen, Becher oder Skulpturen. Der Ton wird angefasst, geknetet, modelliert und geformt. Die Kinder erkunden den Ton mit allen Sinnen, einfach, ungezwungen und frei in ihrem Schaffen. Nach der Trocknungszeit und nach dem Brennen im hauseigenen Brennofen können sie ihre Arbeiten mit Acrylfarben bemalen oder glasieren lassen. Die Teilnahme an beiden Workshops ist kostenfrei. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. 

Nähere Infos gibt es unter der Telefonnummer 37 21 41.

Anmelden fürs Abenteuer

„Alles Gute kommt von oben“ lautet in diesem Jahr das Motto der Sommerferienspiele auf dem Abenteuerspielplatz Sindlingen. Erst Möglichkeit, Kinder zwischen sechs und elf Jahren dafür anzumelden, ist am Freitag, 25. Mai, von 16 bis 18 Uhr. Auch am 28. und 29. Mai, jeweils von 10 bis 12 Uhr, können Kinder im Kinder- und Jugendhaus, Sindlinger Bahnstraße 124, angemeldet werden. Es gibt wieder ein buntes Programm vom 25. Juni bis 6. Juli, jeweils von 10 bis 16 Uhr auf dem Abenteuerspielplatz Sindlingen, und vom 9. Bis 13. Juli Ausflüge in und rund um Frankfurt. Die Ferienspiele kosten pro Woche 20 Euro (ermäßigt mit dem Frankfurt-Pass 15 Euro).

Spaß mit Sprache

Nicht Rhythmus und Versmaß von bekannten Gedichten, sondern „Spaß mit Sprache“ steht im Vordergrund einer unterhaltsamen Stunde auf dem Abenteuerspielplatz. Am Samstag, 26. Mai, spricht und singt Oliver Steller ab 15 Uhr Gedichte für Kinder. Wenn er mit seiner Gitarre Frieda spielt, singt, rappt, zaubert und Quatsch macht, leben Gedichte auf und zeigen, was sie können. Von ihm vorgetragen und gesungen bringen sie Poesie in den Alltag, feiern lyrisch die Lebenslust und wecken Freude an der Sprache. Der Eintritt beträgt zwei Euro für Kinder, 4 Euro für Erwachsene. Mit dem Frankfurt-Pass gibt es 50 Prozent Ermäßigung. 

Die Open-Air-Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kinderkulturprogramm der „Frankfurter Flöhe“ statt. Der Abenteuerspielplatz befindet sich 100 Meter am Bahndamm hinter dem großen Parkplatz des Kinder- und Jugendhauses beziehungsweise der Stadtbücherei. hn


Mai
9

Es waren nicht die Sachsen

Es waren nicht die Sachsen

Evangelische gemeinde Märchenhafter Abend mit Silke Wustmann

Von Hans-Joachim Schulz

Zu ihrem „Frankfurter Abend“ begrüßte die evangelische Gemeinde einmal mehr Silke Wustmann. Viele im Frankfurter Westen kennen sie als „Frau Bolongaro“ oder als „Schlossgeist Gudula“ mit „Bären-Schorsch“ Mario Gesiarz von den beliebten Kostümführungen in Höchst. 

Silke Wustmann ist eine ausgewiesene Frankfurt-Kennerin. Die Historikerin mit den Schwerpunkten Kunst und Romanistik promovierte über den Frankfurter Römer von innen und außen, vom Mittelalter bis zur Neuzeit, und kennt sich auch drum herum bestens aus mit Frankfurter Persönlichkeiten, Liebesgeschichten, Bräuchen sowie Märchen, Sagen und Legenden.

Letzteren war der Abend im Gemeindehaus gewidmet. Sicher die bekannteste Legende im Zusammenhang mit Frankfurt ist diejenige der Namensgebung. Frankenkönig Karl der Große floh vor den Sachsen, eine Hirschkuh zeigte ihm die Furt, durch die er das rettende Ufer erreichte. Und so entstand Frank(en)furt. Dass das Dorf auf der anderen Mainseite seinen Namen den Sachsen verdankt, sei jedoch keine Legende, sondern eher ein Märchen. Die Herkunft des Namens sei nicht historisch gesichert, sagte Silke Wustmann. Wahrscheinlich sei die Bezeichnung für Sachsenhausen aus Sassenhusen abzuleiten. Das ist ein Ort, an dem die Beisassen hausten. Als solche wurden Einwohner ohne volle Bürgerrechte bis 1866 bezeichnet. 

Die Sage von der Gründung Höchst

Auf einer Sage beruht die Gründung von Höchst am Main. Danach überlebte der Knappe Hostato im baskischen Krieg die katastrophale Niederlage der Franken. Er reiste an den Main, wo Karl der Große lagerte, und erstattete Bericht. Der Frankenherrscher schlug ihn aufgrund seiner Tapferkeit zum Ritter und ernannte ihn zum Voigt von Höchst. Das Dorf auf dem Hochufer des Mains wurde 790 erstmals urkundlich als fränkisches Dorf Hostat (Hohe Stätte) erwähnt. 

Hohen Unterhaltungswert hatten viele der Anekdoten, die Silke Wustmann präsentierte. Sei es die unheimliche Schatzsuche im Keller der verfallenen Sachsenhäuser Burg Ulrichstein, die Geschichte eines Zauberrings von Fastrada, der dritten Frau Karls des Großen, eine Löwenjagd in der Töngesgasse oder die Legende des Hans Winkelsee, Wilddieb im Frankfurter Stadtwald: Mit Witz und Kompetenz ließ Silke Wustmann Geschichte und Geschichten lebendig werden und vermittelte gleichzeitig das Wissen um deren Ursprünge. Die Zuhörer dankten mit herzlichem Applaus für den gelungenen Abend, zu dem wie gewohnt Brezeln und Äppelwoi gehörten.

Lebendig und gestenreich erzählte Silke Wustmann im evangelischen Gemeindehaus Märchen und Sagen. Foto: Hans-Joachim Schulz

Lebendig und gestenreich erzählte Silke Wustmann im evangelischen Gemeindehaus Märchen und Sagen. Foto: Hans-Joachim Schulz


Mai
9

Für Frischluft und Natur

Für Frischluft und Natur

Sindlingen-West Bürgerinitiative verweist auf Nachteile der Bebauung

Nicht alle begrüßen die Vereinbarung, welche kürzlich zwischen den Vertretern der Stadt und des Industrieparks bezüglich des Umgangs mit der Seveso-Richtlinie getroffen wurde. Darauf weist die Bürgerinitiative gegen das geplante Neubaugebiet am Sindlinger Ortsrand westlich der internationalen Schule hin.

Wie berichtet wird der Industriepark kein Veto gegen Bauvorhaben einlegen, die weiter als 500 Meter von der Werksgrenze entfernt geplant werden. Damit ist zumindest von dieser Seite der Weg frei für die Ausweisung neuer Wohngebiete. In Sindlingen-West könnten leicht 1000 Wohneinheiten entstehen.

„Es ist schon bedauerlich, dass viele Stimmen aus der Bevölkerung unseres Stadtteiles im Frankfurter Römer nicht wahrgenommen werden, die gegen das geplante Neubaugebiet sind“, merken die Sprecher der BI, Franz Ilg, Ilona Klein, Patrick Stappert und Claudia Ilg, an. Sie haben schon vor einigen Jahren rund 1000 Unterschriften gegen das Neubaugebiet gesammelt. Einer der Gründe, die sie gegen die Bebauung der Äcker ins Feld führen, ist die Frischluftversorgung des Stadtteils. Die BI erinnert an eine Richtlinie der Stadtverordnetenversammlung vom 31. August 2017. Darin heißt es: „Die Nachverdichtung von Wohnquartieren wie auch die Umwidmung von Freiflächen zu Siedlungsgebieten wirken sich zusätzlich zu ohnehin vorhandenen Klimaveränderungen auf das Stadtklima aus. Dem gilt es mit stadtplanerischen Maßnahmen (Erhalt von Freiflächen und Frischluftschneisen usw.) … zu begegnen.“

„Kommt dieser Beschluss in Sindlingen nicht zum Tragen?“, fragen die Sprecher. Sie fordern die Mandatsträger auf, nach Alternativen zur Bebauung im westlichen Umland zu suchen, damit die für den Stadtteil wichtige Frischluftschneise erhalten bleibt. Sie dient zugleich der bedrohten Art des Feldhamsters als Lebensraum. Bei einer Bebauung würde er verschwinden. Vorsichtshalber hat die Bürgerinitiative die Untere Naturschutzbehörde informiert. Sie verweist auch darauf, dass das fruchtbare Ackerland als solches zu erhalten sei.

Nicht zuletzt sei ein Wohngebiet an der Stelle mit umfangreichen Investitionen in die Verkehrserschließung verbunden, schreibt die BI. Allein die Unter- oder Überführung der Bahngleise verursache Kosten in Millionenhöhe.

Franz und Claudia Ilg, Ilona Klein und Patrick Stappert hoffen nun auf weitere Unterstützung durch diejenigen Sindlinger, die ebenfalls gegen ein Neubaugebiet sind: „Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, die uns anvertraute Natur so zu erhalten, dass wir diese auch verantwortungsvoll an die nächsten Generationen weitergeben können. Dieses ist unsere Pflicht, gerade in den Zeiten des Klimaschutzes!“, erklären sie. hn

Sorge um Feldhamster

BI Brief an die Untere Naturschutzbehörde

In einem Brief an die Untere Naturschutzbehörde weist die Bürgerinitiative gegen das geplante Neubaugebiet Sindlingen-West darauf hin, dass im Fall des Falles der Feldhamster (Cricetus cricetus) Opfer einer Bebauung würde.

Auf den Feldern lebt eine der beiden letzten Populationen von Feldhamstern in Frankfurt. Das possierliche Tierchen ist auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere in Deutschland als „stark gefährdet“ eingestuft. Um ihm beim Überleben zu helfen, hat Landwirt Patrick Stappert, der dort mehrere Äcker bewirtschaftet, Rückzugsräume für den Hamster angelegt. 

Eine Bebauung der Äcker würde ihm den Garaus machen, befürchtet die BI. Sie geht davon aus, dass die Sindlinger Hamsterpopulation eine Umsiedlung nicht überstehen würde. Deshalb sollte schon aus diesem Grund von einer Bebauung abgesehen werden, folgert sie. Nach §39 sowie §44 der Bundesartenschutzverordnung gehöre der Feldhamster zu den besonders geschützten Tierarten und sei zudem durch die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt. 

„In diesem Zusammenhang weisen wir daraufhin, dass bei Verstößen gegen die Schutzverordnung ein Vertragsverletzungsverfahren seitens der EU-Kommission eingeleitet werden kann, beziehungsweise in der Vergangenheit auch eingeleitet wurde (zum Beispiel Frankreich wegen mangelhafter Schutzmaßnahmen bezüglich der freilebenden Hamsterpopulationen im Elsass)“, schreibt die BI an die Untere Naturschutzbehörde.


Mai
9

Maßvoll bauen, sinnvoll planen

Maßvoll bauen, sinnvoll planen

CDu-AG West Stellungnahme zu möglichen Baugebieten

Der CDU-Landtagsabgeordnete Uwe Serke aus Sossenheim ist zum Vorsitzenden der CDU-Arbeitsgemeinschaft West (Arge West) wiedergewählt worden. Die Mitglieder des Zusammenschlusses der CDU-Stadtbezirksverbände Griesheim, Höchst/Unterliederbach, Nied, Schwanheim/Goldstein, Sindlingen, Sossenheim und Zeilsheim bestätigten ihn einstimmig im Amt. Als Schriftführer wurden CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Wagner und als zweite Schriftführerin Ortsvorsteherin Susanne Serke ebenso einstimmig wiedergewählt. 

In ihrer Sitzung positionierte sich die Arge Westen zudem zu der zwischen der Stadt Frankfurt und den Industrieparks Höchst und Griesheim geschlossenen Vereinbarung, die den Bau von neuen Wohngebieten in einem Abstand von 500 Metern zu den Industrieparks ermöglicht. „Wir haben nun die große Chance, diese Wohngebiete auf bisher freien Flächen völlig neu und von Grund auf nachhaltig zu planen“, betonte Serke: „Aus Sicht der CDU im Frankfurter Westen sollte es eine maßvolle Bebauung in den betreffenden Gebieten in Unterliederbach, Höchst und Sindlingen mit Ein- und Mehrfamilienhäusern geben, bei der aber auch Rücksicht auf die dort bestehenden landwirtschaftlichen Flächen genommen wird. Auf keinen Fall dürfen Wohnsilos entstehen, wie sie vor einigen Jahren in anderen Siedlungen angelegt wurden.“ 

Die Einrichtung der notwendigen Infrastruktur mit Kitas, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Zufahrtsstraßen und einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr müsse von Anfang an mit bedacht werden. „Sinnvoll wäre der Bau der lange diskutierten Westumgehung Unterliederbach von der Höchster Farbenstraße zur A 66, damit insbesondere Zeilsheim und Unterliederbach vom zu erwartenden zusätzlichen Verkehr entlastet werden, sagt Serke.