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Sindlinger Monatsblatt Juli 2016

Sindlinger Monatsblatt Juli 2016

Die Ausgabe Juli 2016 des Sindlinger Monatsblatt steht hier zum Download bereit:

Sindlinger Monatsblatt Juli 2016


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Einfach meisterhaft: das Beste im Westen

Einfach meisterhaft: das Beste im Westen

Dreharbeiten „Mein Stadtteil, meine Heimat“: Stadt Frankfurt veröffentlicht Stadtteilfolge Sindlingen

Sindlingen ist Grün, ist Fachwerk, ist Zusammenhalt. Sindlingern braucht man das natürlich nicht zu erzählen, sie kennen ihren Stadtteil, feiern gemeinsam Feste, pflegen Gärten und Geschichte, engagieren sich wie beispielsweise die Mitglieder des TV 1975 Sindlingen – aber dazu später mehr.

Alle anderen Frankfurter erfahren es nun in der 34. Folge der Serie „Mein Stadtteil, meine Heimat“ des Presse- und Informationsamts der Stadt Frankfurt – seit 20. Juni zu sehen auf http://www.frankfurt.de/stadtteilvideos und dem städtischen youtube-Kanal. Zwei Tage waren die Autorinnen Jana Kremin und Jasmin Raykowski im Westen der Stadt für die Dreharbeiten unterwegs, begleitet von Mario Gesiarz. Der Gründer des Mundart-Rezitationstheaters Rezibabbel, Vorsitzende des Fördervereins Buchstütze und Stoltze-Fan lebt seit 31 Jahren in Sindlingen, nahm sie und nimmt nun die Zuschauer mit Schirm, Charme und Zylinder mit auf einen Spaziergang durch sein Quartier. „Frankfurt ist viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Und das wollen wir in unserer Stadtteilserie zeigen“, sagt Nikolaus Münster, Leiter der Presse- und Informationsamts. „Versteckte Ecken, für manchen bisher unentdeckte Kleinode, die Menschen, die einen Stadtteil prägen – Frankfurt hat so viele Facetten. Es lohnt sich, das eigene Viertel zu verlassen und diejenigen zu erkunden, die einem bisher unbekannt waren.“

Wie dereinst der junge Goethe: Mario Gesiarz führt die Besucher des Stadtteil-Videos durch Sindlingen, unter anderem durch den Meister-Park. Foto: pia

Wie dereinst der junge Goethe: Mario Gesiarz führt die Besucher des Stadtteil-Videos durch Sindlingen, unter anderem durch den Meister-Park. Foto: pia

„Unser Stadtteil, der liegt ganz im Weste, und ich zeig‘ Ihne davon des Beste, denn, obwohl sehr abgelegen, gibt’s hier drauße viel zu sehe“, sagt Gesiarz zu Beginn der Stadtteilfolge und spaziert los – an die S-Bahn-Gleise, die Sindlingen in zwei Teile zerschneiden. Nördlich der Bahnlinie die Gartenstadt, nach dem Ersten Weltkrieg gegen die Wohnungsnot errichtet, heute ein grünes, blühendes Idyll. Südlich der Bahnlinie der alte Ortskern mit seinen über 150 denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und dem Ranzenbrunnen, um den herum die Sindlinger ihre Feste feiern.

Direkt am Main, hinter stattlichen Bäumen, verbirgt sich der architektonische Geheimtipp des Stadtteils: die Villa Meister. 1902 von der gleichnamigen Industriellen-Familie als Wohnsitz erbaut, werden in ihr seit Jahren Suchtkranke behandelt. Ihr prächtiger Park ist heute wie damals für alle Sindlinger und Frankfurter frei zugänglich. So schreibt es das Testament der Familie – eine meisterhafte Idee.

„Mister Handball“ Volker Walter stand im Mittelpunkt des Drehs in der TVS-Halle, an deren Errichtung er wie viele andere beteiligt war. Foto: Michael Sittig

„Mister Handball“ Volker Walter stand im Mittelpunkt des Drehs in der TVS-Halle, an deren Errichtung er wie viele andere beteiligt war. Foto: Michael Sittig

Ebenso wie der Teamgeist der Mitglieder des TV 1975 Sindlingen. In Eigenleistung haben sie ihre Sporthalle innerhalb von anderthalb Jahren aufgebaut. Heimspiele finden nun endlich da statt, wo der Verein sitzt – in Sindlingen. „Wenn man sich tiefer in den Stadtteil hineinbegibt, zum Beispiel am Vereinsleben teilnimmt, wird es zur Selbstverständlichkeit, dass man zusammen etwas stemmt“, weiß auch Mario Gesiarz. Sindlingen ist eben einfach meisterhaft. pia

Bei der Arbeit: Die Autorinnen des Stadtteilporträts Jana Kremin und Jasmin Raykowski, Kameramann Norman Kriese undTonassistent Jörn Weymar. Foto: Michael Sittig

Bei der Arbeit: Die Autorinnen des Stadtteilporträts Jana Kremin und Jasmin Raykowski, Kameramann Norman Kriese undTonassistent Jörn Weymar. Foto: Michael Sittig




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Meldungen Juli 2016

Meldungen Juli 2016

Bücheressen

Zum „Bücheressen“ lädt der Förderverein Buchstütze der Stadtbücherei am Freitag, 8. Juli, ein. Beginn ist um 19 Uhr in der Stadtteilbibliothek Sindlingen, Sindlinger Bahnstraße 124. Der Eintritt ist frei.

Handballtag

Den jährlichen Handballtag richtet die Handballspielgemeinschaft Sindlingen-Zeilsheim am Samstag, 9. Juli, aus. Beginn ist um 13 Uhr auf den Plätzen hinter dem Turnerheim.

Cocktailabend

Geschüttelt oder gerührt, mit Olive oder Schirmchen: Am Samstag, 9. Juli, ist wieder Cocktailabend im und am Vereinsheim des Sindlinger Karnevalvereins (Okrifteler Straße, Außerhalb). Gemixt wird ab 19 Uhr.

Sommerfest

„Deutschland zu Gast in Frankreich“ heißt das Motto beim Sommerfest des Zeilsheimer Tennisclubs. Am Samstag, 16. Juli, genießen die Mitglieder ab 19.30 Uhr auf der Terrasse des Clubhauses auf der „Hohen Kanzel“ deutsche und französische Leckereien. Ein Disc-Jockey sorgt für Tanzmusik.

Ponyreiten

Für alle Ponyfans: Das besonders bei Kleinkindern beliebte Ponyreiten im Park findet jeden zweiten Sonntag von 14 bis 15 Uhr statt. Die nächsten Termine sind die Sonntage 17. und 31. Juli, 14. und 28. August, 11. und 25. September sowie 9. Oktober, teilt der Sindlinger Reiterverein mit.

Ferienspiele

Am Montag, 18. Juli, beginnen die Ferienspiele auf dem Abenteuerspielplatz. Das Familienfest, bei dem die Angehörigen sehen können, was ihre Kinder alles gebastelt, kreiert oder geübt haben, findet am Freitag, 22. August, von 15 bis 18 Uhr statt.


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25 Jahre Farinola und Russo GmbH

25 Jahre Farinola und Russo GmbH

Jubiläum Die Firma dankt treuen Kunden, Architekten und Planern aus der Region

„Wir haben bisher noch keinen unserer Kunden enttäuscht, nicht in Sindlingen, aber auch nicht in unserem großen Einsatzgebiet der Rhein-Main-Region“, sagt Diego Farinola mit einem gewissen Stolz auf sein Unternehmen. Tatsächlich hat sich der Inhaber der Firma für Baudekoration im Lauf von 25 Jahren einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Die Mitarbeiter der Firma Farinola und Russo gratulieren ihrem Chef Diego Farinola (rechts) zum Jubiläum. Foto: Michael Sittig

Die Mitarbeiter der Firma Farinola und Russo gratulieren ihrem Chef Diego Farinola (rechts) zum Jubiläum. Foto: Michael Sittig

Seine Visitenkarten sind die Häuser, die er gemeinsam mit seinen qualifizierten Mitarbeitern renoviert, umbaut oder verschönert. Sein großes Ziel ist immer die Weiterempfehlung der zufriedenen Kunden nach Abschluss seiner Arbeiten. „Dies ist für mich die Bestätigung meiner Arbeit und der Lohn für den hohen Aufwand, den wir im Team betreiben“, sagt der erfolgreiche Unternehmer.

Insbesondere in Frankfurt-Sindlingen hat die Firma Farinola und Russo einen hohen Anteil an Stammkunden, die immer wieder gerne auf seine Leistungen zurückgreifen. „Ich bin glücklich und sehr dankbar über die Treue der Sindlinger Kunden. Sie sind stets gastfreundlich, nett und zahlen pünktlich. Dies ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit keine Selbstverständlichkeit“.

Am 10. Juli 1991 gründete Diego Farinola als gelernter Maler/Lackierer und Stuckateur zusammen mit einem Partner den Betrieb für Baudekoration in Frankfurt-Sindlingen. Die Firma nahm schnell an Fahrt auf und florierte aufgrund vieler Großaufträge aus den damaligen neuen Bundesländern. Zeitweilig beschäftigte das Unternehmen bis zu 50 Mitarbeiter. Insbesondere das hohe Risiko, als Subunternehmer für große Generalunternehmer zu arbeiten, brachte dem aufstrebenden Unternehmen aber auch schwierige Momente. Viele Leistungen wurden nicht wie vereinbart bezahlt oder oftmals meldete der Auftraggeber noch während der Bauphase aus dem Nichts eine Insolvenz an.

Diego Farinola steckte aber nicht auf und strukturierte sein Unternehmen mit Weitsicht rechtzeitig um. „Ohne die Unterstützung meiner Auftraggeber, Architekten, Handelspartner und der vielen treuen Privatkunden wären die letzten 25 Jahre allerdings nicht so erfolgreich verlaufen“, sagt er. Heute beschäftigt Farinola und Russo drei kaufmännische Bürokräfte und in Spitzenzeiten bis zu 20 Fachhandwerker. Die Ausrichtung ist klar auf den Privatkunden ausgelegt. „Hier sehen wir uns als verlässlichen, qualifizierten Dienstleister und können uns von anderen Bewerbern absetzen“, erklärt Farinola.

Dies spiegelt sich auch in der nun seit elf Jahren gelebten Mitgliedschaft des Unternehmens in der Schöbau-Gruppe. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Handwerker-Fachbetrieben für alle am Bau benötigten Gewerke. Hier kann der Kunde alle Leistungen aus einer Hand erhalten. Sogar die Architekten- und Statiker-Leistungen werden angeboten.

Anspruchsvolle und schwierige Gewerke sind für Diego Farinola kein Problem. Sanierungen alter Fachwerkhäuser und Altbauten gehören genauso zum Geschäft wie das Verputzen der Neubebauung des Hattersheimer Sarotti Geländes. Seit mehr als 20 Jahren ist die Firma Farinola und Russo zudem treuer Partner des Frankfurter Baustoffhandels Anton Schneider 5 GmbH. Hier arbeitet Diego Farinola mit seinem Team zurzeit auch an der Komplettsanierung des Verwaltungsgebäudes. Dies beinhaltet sämtliche notwendigen Innenausbau-, Putz- und Malerarbeiten sowie die komplette Neugestaltung der Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem und anschließender Farbgestaltung des Anstrichs.

Sein Kerngeschäft bleibt aber überwiegend der private Bauherr. „Hier kann ich oftmals gestalten und den Kunden von meinen Ideen aus langjähriger Erfahrung überzeugen“, sagt Farinola: Sei es Umbau, Sanierung, Trockenbau, Malerarbeiten, Anstrich und Fassadenarbeiten mit den neusten Wärmedämmverbundsystem oder der einfache Ausbau von Keller- oder Dachgeschoss mit Isolation oder Trockenlegung. „Wir sind uns auch heute für nichts zu Schade, ob klein oder groß, alle Aufträge sind für uns interessant und erstrebenswert“ betont der Unternehmer.

Auch das ist sicher ein Grund dafür, dass die Firma Farinola und Russo nun ihr 25-jähriges Bestehen feiern kann.


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Ab August rollen Laster

Ab August rollen Laster

Ludwig-Weber-Schule – Der Abriss beginnt

Am Montag, 18. Juli, fangen die großen Ferien an, am Montag, 8. August, der große Abriss: Mitten in den Ferien soll das frühere Schulhaus der Ludwig-Weber-Schule auseinander genommen werden.

Der Baustellenverkehr wird als Einbahnstraßenverkehr eingerichtet. Die Laster fahren entweder durch das Wohngebiet Edenkobener Straße/Paul-Kirchhof-Platz zur Weber-Schule und über die Privatstraße der Internationalen Schule wieder weg oder umgekehrt.

Darauf verständigten sich Vertreter von Stadtschulamt, Hochbauamt, Internationaler Schule und Ludwig-Weber-Schule sowie die Ortsbeiräte Claus Lünzer, Thomas Schlimme und Albrecht Fribolin bei einer Begehung Ende Januar. Das Ergebnis wurde in einem Besprechungsprotokoll festgehalten, das aber erst spät vom Schulamt erstellt worden ist. Kommunziert wurde es auch nicht, weshalb sich Fragen häuften, berichtet Ortsbeirat Albrecht Fribolin. Doch die Sache ist am Laufen, zeigt eine Ausschreibung im Amtsblatt. Dort werden Angebote zum Bau einer Stichstraße eingeholt, die die Weber-Schule direkt mit der Straße zur Internationalen Schule verbinden soll.

Der Baustellenverkehr bringt für alle Anwohner Einschränkungen mit sich. In der schmalen Edenkobener Straße wird durchgängig Parkverbot herrschen. Wie schon beim Bau des Ersatzschulgebäudes wird eine Fläche am Paul-Kirchhof-Platz als Ersatzparkplatz hergerichtet. Die Internationale Schule hat sich ausbedungen, dass zwischen 7.45 und 8.45 Uhr sowie zwischen 15.15 und 16.30 Uhr keine Laster bei ihr vorbei fahren. Während dieser Stoßzeiten, wenn Schüler gebracht und geholt werden, wäre sonst die Unfallgefahr zu groß.

Der Baustellenverkehr soll auf der Straße zur Internationalen Schule durch Ampeln geregelt werden, am Paul-Kirchhof-Platz durch Einweiser. Sie sollen den Schulweg sichern. Auch hier ist auf den morgendlichen Beginn des Unterrichts der Ludwig-Weber-Schule Rücksicht zu nehmen, hieß es bei dem Ortstermin. Wenn alles endgültig geregelt ist, sollen die Anwohner mittels Postwurfsendungen über die Verkehrsveränderungen informiert werden. hn


Jul
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Müllferkel und Bankdiebe

Müllferkel und Bankdiebe

Da war wohl jemandem der Weg zum Bauhof zu weit: Mehrere blaue Müllsäcke voller Grünabfall hat ein Unbekannter an der nordwestlichen Ecke des Klärwerks abgestellt. CDU-Ortsbeirat Albrecht Fribolin nahm sich der Sache an und fragte beim Klärwerk nach, ob es unbürokratisch möglich sei, den Abfall zu entsorgen. Die Mitarbeiter der Stadtentwässerung haben daraufhin die FES damit beauftragt.

Außerdem wandte sich Albrecht Fribolin ans Grünflächenamt, um den Rücktransport einer Bank in die Wege zu leiten. Denn eine der beiden neuen Sitzgelegenheiten, die am Mainufer in der Verlängerung der Allesinastraße am Feierabendweg aufgestellt worden sind, fand sich plötzlich an einem Betonpfeiler unter der Mainbrücke der B40. Unbekannte haben die Bank offenbar abmontiert und weggeschleppt – warum auch immer. hn


Jul
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Abäppeln auf der Straße

Abäppeln auf der Straße

Zum Bericht über den Lebenshof „Glückswiese“ mit der Überschrift „Glückliche Kühe, Pferde, Hühner und Schafe“ in der Juni-Ausgabe schreibt der Leser:

In dem Bericht wird erwähnt, dass der Pferdedung beseitigt („abgeäppelt“) wird. Es wäre wünschenswert und sollte eigentlich selbstverständlich sein, wenn die Reiter der „Glückswiese“ das auch auf den öffentlichen Straßen tun würden. Ganz nebenbei sieht das auch die Straßenverkehrsordnung vor. Aber als Anwohner im alten Ortskern kann ich leider regelmäßig die Hinterlassenschaften der Pferde sehen. Sehr schade!

Thomas Schneider

Sindlingen


Jul
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Kampf dem Wasser

Kampf dem Wasser

Feuerwehr Nach Starkregen im Dauereinsatz

Land unter in der Steinmetzstraße: Der Starkregen am Tag nach Fronleichnam war zuviel für das Kanalnetz. Die Rohre konnten die Wassermassen nicht bewältigen, es staute sich zurück bis in die Keller der Häuser.

Die Freiwillige Feuerwehr Sindlingen war den ganzen Abend über mit allem, was sie hatte, im Einsatz. Zusätzlich halfen Wehrleute aus Zeilsheim, Unterliederbach und Höchst den Anwohnern, die Keller auszupumpen.

„Sowas habe ich in Sindlingen noch nie erlebt“, sagt Einsatzleiter Sven Sommerschuh von der Sindlinger Wehr. Allein neun Einsatzorte zählte sein Trupp. „Es wären noch mehr gewesen, wenn sich Anwohner nicht selbst geholfen hätten“, berichtet er. Wo das Wasser nur wenige Zentimeter hoch stand, genügten Putzlappen und Eimer. In anderen Fällen setzten Leute eigene Pumpen ein und halfen dann auch den Nachbarn aus. Die Feuerwehren benutzten Industriestaubsauger als Wassersauger. Für den Einsatz von Tauchpumpen stand das Wasser zum Glück nirgends hoch genug. 14 Sindlinger Feuerwehrleute und die Kameraden aus den Nachbarorten waren von etwa 20 bis 23 Uhr im Einsatz.

Zwei Wochen später suchten starke Regenfälle vor allem Bergen-Enkheim heim. Die Frankfurter Einsatzleitstelle rief alle Freiwilligen Wehren zu Hilfe – nur die Sindlinger nicht. „Wir stellten in dieser Nacht den Brandschutz im gesamten Westen sicher“, sagt Sven Sommerschuh. Da es nirgends brannte und auch sonst nichts passierte, konnten die Sindlinger Freiwilligen zuhause bleiben.

Ganz anders zwei Tage später. Am 14. Juni lief Sachsenhausen voll. Nach Starkregen gingen mehr als 400 Hilferufe bei der Leitstelle ein. Wieder waren die Freiwilligen Wehren gefordert, dazu die Berufsfeuerwehr, das Technische Hilfswerk und die DLRG.

Diesmal waren auch die 14 Sindlinger mit ihren zwei Fahrzeugen im Einsatz. „Wir haben den ganzen Abend Wasser gepumpt“, berichtet Sommerschuh. Eins der Löschfahrzeuge wurde zum neuen Henningerturm beordert. Im dritten Unterschoss standen 600 Quadratmeter Keller 50 Zentimeter hoch unter Wasser. „Wir haben 300 000 Liter Wasser dort hinausgepumpt“, sagt Sommerschuh. Nach Ende des Regens endete der Rückstau in den Kanälen, so dass das Wasser auf diesem Weg beseitigt werden konnte. Mit dem Unwetter verbunden war ein riesiges Verkehrschaos in Frankfurt. „Dadurch hat sich unsere Anfahrtzeit verzögert“, berichtet der Wehrführer: „Alles war verstopft. Trotz Blaulicht und Martinshorn kamen wir nur langsam voran. Viele Autofahrer haben offenbar ein Problem damit, eine Rettungsgasse zu bilden und den Helfern freie Bahn zu schaffen“, sagt er. Nicht nur deshalb werden diese Einsätze den Sindlingern noch lange in Erinnerung bleiben. „Das war schon etwas Besonderes, in dieser Häufung“, sagt Sommerschuh. hn


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6

Marktplatz Vorgarten

Marktplatz Vorgarten

Siedlung Anwohner organisieren Flohmarkt

Es klappt in Zeilsheim, es klappt in Unterliederbach – warum sollte es nicht auch in Sindlingen gut gehen? Das sagten sich Elke Erd, Monika Hochhaus und Ilona Klein und organisierten zum ersten Mal einen Vorgartenflohmarkt in der Siedlung.

Rund 25 Anwohner der Edenkobener und der Neulandstraße machten mit. Vor den Häusern bauten sie Verkaufstische auf oder stellten Kartons mit allem hin, was sich so ansammelt in einem Haushalt: Bücher und Spiele, Stoffblumen und Vasen, Tonträger und Haushaltsgegenstände und auch viele Kindersachen. Der Bauverein als „Hausherr“ hatte vorab zugestimmt und war vom Ergebnis angetan, berichtet Anwohner Hans-Joachim Schulz. „Wir sind schon gefragt worden, ob wir das nächstes Jahr wiederholen“, sagt Ilona Klein. Denkbar sei, weitere Straßen einzubeziehen.

In jedem Fall soll mehr Werbung gemacht werden. Der Besuch sei zwar zufriedenstellend gewesen, aber da ist noch Luft nach oben. Die, die mitgemacht haben, hatten jedenfalls ihren Spaß und sind auch das eine oder andere losgeworden.

Vor allem nutzten die Anwohner die gute Gelegenheit, mit ihren Nachbarn zu plaudern – zumindest bis 15.15 Uhr. Dann ging ein heftiger Regenschauer nieder und trieb alle zurück in die Häuser. hn

Kaffeepause auf den Treppenstufen: Beim Vorgartenflohmarkt spielte sich das Leben im Freien ab. Foto: Michael Sittig

Kaffeepause auf den Treppenstufen: Beim Vorgartenflohmarkt spielte sich das Leben im Freien ab. Foto: Michael Sittig


Jul
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Familienleben in der Schachtel

Familienleben in der Schachtel

Kinderbüro Sindlinger Kinder zeigen, wie sie ihre Familie sehen

Vater, Mutter, Kinder. Opa, Oma, Enkel. Leibliche Mutter, Stiefvater, Bruder und Halbschwester. Eine große Familie an einem Tisch oder nur ein Elternteil mit einem Kind beim Spielen: So vielfältig, wie Familien sind, gestaltete sich die Ausstellung „Meine Familie – Familien in der Schachtel“ des Frankfurter Kinderbüros. Sie war drei Wochen lang in der Höchster Kunsthalle Ludwig zu sehen. Anfang kommenden Jahres soll sie ein weiteres Mal gezeigt werden, und zwar in der zentralen Kinder- und Jugendbibliothek Bornheim.

„Die habe ich gemacht!“ Die Kindergartenkinder sind zu Recht stolz auf ihre Beiträge zum Thema „Meine Familie“. Fotos: Michael Sittig

„Die habe ich gemacht!“ Die Kindergartenkinder sind zu Recht stolz auf ihre Beiträge zum Thema „Meine Familie“. Fotos: Michael Sittig

Kinder aus dem katholischen Kindergarten St. Dionysius beteiligten sich an dem Projekt, das die Koordinatorin des Frankfurter Bündnisses für Familien, Monika Hofmann, zu Jahresbeginn angestoßen hatte. Die frühere Leiterin des Sindlinger Jugendhauses gewann 120 Kinder und Jugendliche aus dem Frankfurter Westen dafür, sich Gedanken darüber zu machen, was Familie für sie bedeutet. Das Ergebnis sollten sie in Schachteln darstellen. Pralinen-, Käse- oder Schuhschachtel, Bilder oder plastische Elemente: Was und wie sie es gestalten wollten, war ihnen frei gestellt. Entscheidend war der Blick von Kindern auf die Familie – ein bislang wenig beleuchteter und dokumentierter Blick, stellte Monika Hofmann bei der Vorbereitung fest. Neben den Kindern aus dem katholischen Sindlinger Kindergarten beteiligten sich Zeilsheimer Käthe-Kollwitz-Schüler, das Kinder- und Familienzentrum Griesheim, das evangelische Kinder- und Familienzentrum Goldstein, die Kita „Bunte Welt“ Schwanheim, die Projektgruppe „Kind in Nied“, das Jugend- und Kulturzentrum Höchst, die Kita Engelsruhe Unterliederbach und das Sossenheimer Kinderzentrum Johann-Klohmann-Straße.

Blick in eine Familienschachtel

Blick in eine Familienschachtel

Aussagen, Techniken und Material waren vielfältig und sehr unterschiedlich. Sossenheimer Kinder etwa malten Familienszenen in Ferrero-Küsschen-Schachteln, Höchster Jugendliche bauten Lichter ein und gestalteten ihre Schachteln derart, dass die Betrachter durch Gucklöcher Eindrücke vom Innenleben erhielten. Die Sindlinger Kinder gewährten nur dem Einblick, der den Deckel hob. Er sah dann beispielsweise eine Familie beim Pizzaessen um einen Tisch herum sitzen. Ein Platz war noch frei. „Der ist für meine Schwester, die ist nicht so oft da“, erklärte das Kind, das die Szene konstruiert hatte. Im Gespräch stellte sich heraus, dass die Schwester beim Vater lebt, die Eltern geschieden und mit neuen Partnern liiert sind. Ein Junge erfuhr zum ersten Mal, was Halbgeschwister sind; andere Kinder lernten, was „Patchworkfamilie“ bedeutet. Alle erkannten, dass es die unterschiedlichsten Formen von Familien gibt, berichtet Agnes Jaworski, die während der Öffnungszeiten die Aufsicht innehatte und die Besucher begleitete. Und allen Kindern war wichtig, dass alle zur Familie gehören, auch diejenigen, die aufgrund einer Trennung woanders leben, ergänzt Monika Hofmann.

Während die Kinder in den neun Einrichtungen an ihren Schachteln arbeiteten, führte sie Interviews mit ihnen. Beispielsweise fragte sie „Was wünschst Du Dir für Deine Familie?“ – „Etwa 80 Prozent antworteten: ‚Dass wir alle gesund blieben‘“, berichtet sie. Die Interviews sollen in eine Broschüre zum Thema einfließen, die derzeit erstellt und im November im Höchster JuKuz vorgestellt werden soll. Zusätzlich zeichnete eine Praktikantin Antworten auf Tonträger auf. Besucher der Ausstellung konnten dann zum Beispiel hören, was eine Familie zusammen unternimmt oder was Kinder anihrer Familie nervt.

Mehr als 200 Besucher zählte die Ausstellung. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Monika Hofmann. Für sie war es ein Pionierprojekt. „Wir haben vorher noch nie mit so vielen Einrichtungen an einem Thema gearbeitet und anschließend eine Galerie damit bestückt“, sagt sie: „Der Westen hat sich ‚was getraut“. Und es ist gelungen. Deshalb sollen nun auch andere Stadtteile davon profitieren. Anfang 2017 sollen die „Familien in der Schachtel“ zusammen mit passenden Bilderbüchern in der zentralen Kinder- und Jugendbücherei in Bornheim ausgestellt werden. Wer nicht so lange warten möchte, kann demnächst via Internet einen Blick darauf werfen. Zur Zeit werden Filmaufnahmen von der Ausstellungseröffnung und den Schachteln bearbeitet und demnächst online gestellt. hn


Familienmesse

Zur elften Familienmesse lädt das „Frankfurter Bündnis für Familien“ am Sonntag, 25. September, von 12 bis 17 Uhr ins Gesellschaftshaus des Palmengartens ein. Bei freiem Eintritt informieren Organisationen und Partner des Bündnisses über Bildung und Kultur, Arbeit, Betreuung, Gesundheit, Sport, Freizeit, Wohnen, Alter und Pflege. Dazu gibt es kreative Angebote der Frankfurter Museen und Kinder- und Jugendeinrichtungen und eine Kinder-Cocktailbar.


Für Familien aktiv

Das „Frankfurter Bündnis für Familien“ setzt sich für eine nachhaltige Familienpolitik ein. Dazu treibt es seit seiner Gründung 2005 die Vernetzung von Einrichtungen, Projekten und Angeboten voran, von denen Familien profitieren können. 2011 folgte im Frankfurter Westen das erste Familienbündnis auf Stadtteilebene. Für Sindlingen arbeitet Albrecht Fribolin, Vorsitzender des Präventionsrats, darin mit. Nähere Informationen finden sich im Internet unter www. Frankfurter-buendnis-fuer-familien.de