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Sindlinger Monatsblatt November 2016

Sindlinger Monatsblatt November 2016

Die Ausgabe November 2016 des Sindlinger Monatsblatt steht hier zum Download bereit:

Sindlinger Monatsblatt November 2016


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Apfelweinkönig – So spannend war‘s noch nie

So spannend war‘s noch nie

Apfelweinkönig Hasso Hör verteidigt die Krone mit einem Punkt Vorsprung vor der Schoppen-Schmiede

Am Bembel hängt, zum Bembel drängt doch alles. Nur wer alle elf Apfelweine probiert und bewertet, kann einen gültigen Stimmzettel in die Wahlurne stecken und den Apfelweinkönig wählen.

Einer hat die Krone, Spaß hatten sie alle: die Sindlinger Kelterer. Fotos: Michael Sittig

Einer hat die Krone, Spaß hatten sie alle: die Sindlinger Kelterer. Fotos: Michael Sittig

So geschehen im Oktober im katholischen Gemeindehaus St. Dionysius. Die katholische Gemeinde beging in der Kirche ihre Kirchweih mit einem Festgottesdienst, den der Frauenchor Germania musikalisch begleitete. Anschließend versammelten sich viele Gemeindemitglieder nebenan, um nach Rippchen oder Würstchen mit Sauerkraut über die Apfelweine von elf Sindlinger Kelterern zu befinden. Die Probe läuft stets nach dem selben Muster ab. Zunächst begrüßt Jürgen Peters die Freunde des Stöffchens, dann werden die einzelnen Wettbewerber vorgestellt. Michael Sittig von den „Ebbelwörmschern“ hatte zu jedem einen kleinen Film gedreht. Anschließend werden Gläser und Wertungszettel ausgegeben, große, nummerierte Bembel auf den Tisch gestellt und für die Verkostung frei gegeben. „Möge das beste Stöffche gewinnen“, wünschte Jürgen Peters noch, da setzten schon die ersten die Gläser an die Lippen.

Andere diskutierten noch über die richtige Herangehensweise. „Gehen wir von A nach B vor?“, fragte Ralf Riemenschneider von den „Bembel-Buben“ Kompagnon Simon Stappert. „Nein, wir nehmen, was uns in die Hände fällt“, schlug der vor angesichts des Gedränges rund um die Bembel. „Ich hab schon schlimmern Sache getrunke“ (Note Drei), „Mer kann en trinke, wenn er nix kost‘“ (Note Vier), „Der schmeckt mer, von dem hol ich mer noch ein Schoppe“ (Zwei). Bedächtig kosteten Kenner die blassgelben, naturtrüben oder goldfarbenen Apfelweine, prüften Farbe und Geruch, wendeten sie im Mund und warteten auf den Nachgeschmack, ehe sie sich für eine Wertung entschieden. „Mmmhh, der iss ja so lecker wie Engelches-Piss“ (Note Eins) verdiente sich kaum ein Kelterer. „Ich habe noch nie so viele schlechte Bewertungen gegeben wie dieses Jahr“; stellte nicht nur Andrea Schwarz fest. Tatsächlich verzogen sich häufig die Gesichter. Brrr. „Riecht nicht gut, schmeckt scheußlich.“ „Vorsicht bei dem, nicht zu viel nehmen“. „Eklig im Abgang“. „Wie eingeschlafene Füße“, „Körperverletzung“, lauteten die wenig schmeichelhaften Urteile, die folgerichtig zu schlechten Noten führten: „Der iss eher zum Salat aamache geeichned“ (Fünf) und „Zur Entfernung von Urinstein empfohlen“ (Sechs). Kein Wunder also, dass in den bereitgestellten Eimern zum Ausschütten (Auf einem stand „WC-Reiniger“!) schon bald viel Brühe schwappte und sich so mancher vornahm: „Nachher hol ich mir einen guten Apfelwein an der Theke!“

Nach anderthalb Stunden wurde die Wahlurne zum Auszählen ins Erdgeschoss gebracht. Ingrid Sittig und Conny Ehret sowie Bärbel Gerhards und Traudlinde Peters werteten die Stimmzettel aus und gaben die Zahlen per Computer in ein eigens dafür geschriebenes Programm ein. Im Saal obendrüber stimmten schon die Bierlandschrummler ihre Instrumente. Als „Hells‘ Bembels“ versicherten sie musikalisch: „Mer trinke zum Frühstück am liebste Ebbelwoi – schenk en ei, schenk en ei, schenk en ei.“

Stoff für harte Jungs: O. Greil und Matthias Schmidt

Stoff für harte Jungs: O. Greil und Matthias Schmidt

Eine halbe Stunde später projizierte das Team der Firma Sittig den Zwischenstand der Auszählung an die große Leinwand im Saal. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bembel Eins und Fünf bahnte sich an. Hatte zunächst der Einser mehr Punkte, zog am Ende der Fünfer haarscharf an ihm vorbei und sicherte seinem Kelterer 564 zu 563 Punkten den Titel.

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Hoffnungsfrohe Aspiranten

Die Anwärter auf den Thron des Apfelweinkönigs stellten sich in kurzen Filmbeiträgen vor, die Michael Sittig realisierte:

Der ewige Letzte Harald Fischer (hinten links) erhielt diesmal Unterstützung von Alexander Furtwängler (Mitte) und Markus Schmitt sowie der Klassenlehrerin des Trios an der Meister-Schule, Dagmar Eichfelder. Als „Meisteräppler 4b“ riefen sie: „Hopp, hopp, hopp, Meister-Äppler in de Kopp!“

Der ewige Letzte Harald Fischer (hinten links) erhielt diesmal Unterstützung von Alexander Furtwängler (Mitte) und Markus Schmitt sowie der Klassenlehrerin des Trios an der Meister-Schule, Dagmar Eichfelder. Als „Meisteräppler 4b“ riefen sie: „Hopp, hopp, hopp, Meister-Äppler in de Kopp!“

„En Ebbelwoi geht immer nei“, wissen die Schoppen-Schmiede Markus Krämer, Wolfgang Scheh und Jochen Dollase. Sie waren 2014 Apfelweinkönige von Sindlingen.

„En Ebbelwoi geht immer nei“, wissen die Schoppen-Schmiede Markus Krämer, Wolfgang Scheh und Jochen Dollase. Sie waren 2014 Apfelweinkönige von Sindlingen.

Stefan Daube und Jörg Peters, früher Könige, letztes Jahr Letzte, beklagten ihren sozialen Abstieg, der bei Bier vom Budchen endete. Doch Bier ist teuer, deshalb kelterten sie wieder selbst und nahmen sich vor: „Mir wolle net mer Letzter wern, Harry, nimm die Sch...-Latern!“

Stefan Daube und Jörg Peters, früher Könige, letztes Jahr Letzte, beklagten ihren sozialen Abstieg, der bei Bier vom Budchen endete. Doch Bier ist teuer, deshalb kelterten sie wieder selbst und nahmen sich vor: „Mir wolle net mer Letzter wern, Harry, nimm die Sch…-Latern!“

Hesse aus Überzeugung, mit allem, was dazugehört: Matthias Schmidt, der mit Partner Ralf Teichmann als Keltergemeinschaft „Im See 19“ antrat und weiß, woher die Knie- und Rückenschmerzen stammen: „The apple bites back“, Der Apfel beißt zurück.

Hesse aus Überzeugung, mit allem, was dazugehört: Matthias Schmidt, der mit Partner Ralf Teichmann als Keltergemeinschaft „Im See 19“ antrat und weiß, woher die Knie- und Rückenschmerzen stammen: „The apple bites back“, Der Apfel beißt zurück.

Goldisch Stöffche: Die „Bembelbube“ Ralf Riemenschneider (links) und Simon Stappert beim Probieren. Zusammen mit „Chef“ Patrick Stappert gewährten sie dem Publikum einen Blick in ihre „Goldgrube“, den Gärkeller.

Goldisch Stöffche: Die „Bembelbube“ Ralf Riemenschneider (links) und Simon Stappert beim Probieren. Zusammen mit „Chef“ Patrick Stappert gewährten sie dem Publikum einen Blick in ihre „Goldgrube“, den Gärkeller.

Die „Ebbelwörmscher“ Michael und Johannes Sittig sowie Peter Busch gönnten sich „Ebbel-Wellness“ mit einem „Ebbelwoi-Aufguss“ in der Sauna.

Die „Ebbelwörmscher“ Michael und Johannes Sittig sowie Peter Busch gönnten sich „Ebbel-Wellness“ mit einem „Ebbelwoi-Aufguss“ in der Sauna.

„Sindlinger Ebbelwoikönig, des wär e Ding. Ich‘s noch nie gewese bin. Ich träume Tag und Nacht davon, drum hebt mich endlich uff de Thron“, wünschte sich Edwin Reinhardt.

„Sindlinger Ebbelwoikönig, des wär e Ding. Ich‘s noch nie gewese bin. Ich träume Tag und Nacht davon, drum hebt mich endlich uff de Thron“, wünschte sich Edwin Reinhardt.

Die Gärfreunde Gernot Kölbl, Gerald Carda und Martin Bertelmann überlegte, ob sie überhaupt mitmachen sollten. „Die trinke uns alles weg“, „Des wär es Schand“, waren sie sich einig, bis einer die rettende Idee hatte: „Wir verlängern ihn“ – aus der Gießkanne.

Die Gärfreunde Gernot Kölbl, Gerald Carda und Martin Bertelmann überlegte, ob sie überhaupt mitmachen sollten. „Die trinke uns alles weg“, „Des wär es Schand“, waren sie sich einig, bis einer die rettende Idee hatte: „Wir verlängern ihn“ – aus der Gießkanne.

„Liebes Volk, alles ist vergänglich“, seufzte Hasso Hör, Apfelweinkönig von 2015, und schwärmte vom „Kulturgut“ des Kelterns.

„Liebes Volk, alles ist vergänglich“, seufzte Hasso Hör, Apfelweinkönig von 2015, und schwärmte vom „Kulturgut“ des Kelterns.

„Männer haben auch Gefühle. Dorscht zum Beispiel“, versicherte der Vorjahreszweite Jürgen Peters und verriet auch gleich „die drei schönsten Worte einer Frau“: „Essen ist fertig“, rief Traudlinde Peters.

„Männer haben auch Gefühle. Dorscht zum Beispiel“, versicherte der Vorjahreszweite Jürgen Peters und verriet auch gleich „die drei schönsten Worte einer Frau“: „Essen ist fertig“, rief Traudlinde Peters.

Äpfel, Trester, Saft: Markus Werner zeigte, wie das Obst erst gewaschen, dann geschnitzelt und gepresst wird. Das alles geschieht auf seinem Obsthof, und nach der angemessenen Wartezeit heißt es dann: „Schenk en ei, de gude Ebbelwoi“.

Äpfel, Trester, Saft: Markus Werner zeigte, wie das Obst erst gewaschen, dann geschnitzelt und gepresst wird. Das alles geschieht auf seinem Obsthof, und nach der angemessenen Wartezeit heißt es dann: „Schenk en ei, de gude Ebbelwoi“.


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Termine November 2016

Termine November 2016

Kreativmarkt

Kunsthandwerk, Patchwork- und Wollarbeiten, Porzellan und Silberschmuck können am Samstag, 12. November, im Seniorentreff Edenkobender Straße 20 a betrachtet und erworben werden. Der Kreativ-Markt von Anwohnern ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Fastnacht

Die fünfte Jahreszeit beginnt: Am Samstag, 12. November, eröffnet der Sindlinger Karnevalverein die neue Kampagne. Das fröhliche Treiben beginnt um 19.30 Uhr in St. Dionysius.

Santa-Claus-Party

Die Motorradfreunde Rosettis feiern am Samstag, 12. November, Santa-Claus-Party mit der beliebten Mitternachtstombola. Die Party beginnt um 19 Uhr auf dem Vereinsgelände an der Seitenstraße der Weinbergstraße, kurz vor der Gaststätte Opatija.

Herbstkonzert

Das Harmonika-Orchester lädt ein zum Herbstkonzert am Sonntag, 13. November, 17 Uhr. Der musikalische Abend in der evangelischen Kirche ist Teil des Kulturprogramms der Sindlinger 1225-Jahrfeier.

Viktoria JHV

Am Freitag, 18. November, bittet der FC Viktoria seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Vereinsheim.

Weihnachtsmarkt

Der Sindlinger Weihnachtsmarkt findet am Sonntag, 27. November, auf dem Platz vor der katholischen Kirche St. Dionysius sowie im Gemeindehaus statt. Er beginnt um 15 Uhr.

Weihnachtsfeier

Der Reiterverein Sindlingen lädt am Sonntag, 27. November, zu seiner Weihnachtsfeier ein. Von 14 bis 17 Uhr gibt es in der Reithalle in der Allesinastraße 1 Vorführungen und Ponyreiten.


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Ludwig-Weber-Schule – Anwohner warten vergeblich auf Informationen

Anwohner warten vergeblich auf Informationen

Ludwig-Weber-Schule Rodungen, Bauzäune, Lastwagen: Der Abriss steht bevor – Bislang keine Lösung für den Verkehr

Der Abriss der Ludwig-Weber-Schule steht unmittelbar bevor. Schon gab es brenzlige Situationen, wenn sich Lastwagen in den schmalen Straßen der Siedlung begegneten. Doch die Anwohner warten bislang vergeblich auf Informationen seitens der Stadt.

Das beklagten sie bei einem Bürgergespräch des SPD-Ortsvereins. Allerdings blieben die Genossen auf die von ihnen selbst gestellte Frage: „Neubau der Ludwig-Weber-Schule – Wie geht es weiter?“ die Antwort schuldig. Denn auch sie haben bislang keine Informationen bekommen.

Der SPD-Stadtverordnete Sieghard Pawlik schilderte den knapp 20 Teilnehmern zunächst die Vorgeschichte. Ursprünglich sollte der 43 Jahre alte Altbau der Grundschule in den Sommerferien abgerissen und ein Konzept für den Baustellenverkehr erstellt werden. Doch der Magistrat gab die Mittel für den Abriss nicht rechtzeitig frei. Deshalb geschah gar nichts.

Mittlerweile stünden die 24,5 Millionen Euro für Abriss und Neubau zur Verfügung, sagte Pawlik. Ungeklärt sei weiterhin die Frage des Baustellenverkehrs. Eigentlich sollten die Lastwagen eine noch zu errichtende Baustraße über das Gelände der benachbarten Internationalen Schule benutzen. Mit der Schule war sich die Stadt schon einig. Doch dann habe die Zentrale der Internationalen Schule mit Sitz in den USA unerfüllbare Forderungen gestellt, hieß es. Deshalb kam kein Vertrag zustande.

Nun ist guter Rat teuer. Edenkobener und Neulandstraße sowie der Paul-Kirchhof-Platz sind normalerweise von parkenden Autos gesäumt. Für die Anwohner soll deshalb, wie schon während der Errichtung des Schul-Ersatzbaus, ein Ersatzparkplatz geschaffen und anschließend in den Straßen Halteverbot erlassen werden.

Dann kommen Lastwagen zwar durch, doch so richtig wohl ist keinem dabei. Schwertransporter füllen die ganze, schmale Edenkobener Straße auch dann aus, wenn dort keiner parkt. Das Umfahren des Platzes ist diffizil. Kommt es zum Begegnungsverkehr, droht der Kollaps.

 „Jemand muss den Verkehr regeln“

Für Schulkinder, Senioren und andere Fußgänger könnte es in der Straße, die so gut wie keinen Bürgersteig hat, gefährlich werden. „Wenn sich die Baustraße nicht machen lässt, muss jemand her, der den Verkehr regelt“, sagte Brigitte Erbe vom Bauverein. „Vor wenigen Tagen haben sich hier zwei Lastwagen, die sich entgegenkamen, beinahe festgefahren“, berichtete Ilona Klein. Nur durch umständliches Rangieren lösten die Fahrer das Problem. „Die Vorarbeiten für den Abriss haben begonnen, aber wir erfahren nichts“, ärgern sich die Nachbarn der Schule. Tatsächlich wurden während der Herbstferien bereits Büsche und Bäume gerodet, Bauzäune und Container aufgestellt. Die Schule sei darüber informiert worden, wusste Claus Hoß, Vorsitzender des Elternbeirats. Im November solle der Abriss beginnen. Der Altbau solle entkernt, das Astbest entfernt und der unbedenkliche Bauschutt an Ort und Stelle geschreddert und recycelt werden. Er diene später als Füllmaterial. Dadurch reduziere sich die Zahl der Transportfahrten.

Gleichwohl müsse das Verkehrsproblem angegangen werden, sagte Sieghard Pawlik. Er wollte gleich ein entsprechendes Schreiben ans Stadtschulamt aufsetzen. Außerdem verabredete er sich mit einer Handvoll Anwohnern, um das Gelände zu begehen und weiter nach Lösungen zu suchen. hn

Da geht nichts mehr: Die Begegnung zweier Lastwagen in der Edenkobener Straße fotografierte Ilona Klein während der Herbstferien.

Da geht nichts mehr: Die Begegnung zweier Lastwagen in der Edenkobener Straße fotografierte Ilona Klein während der Herbstferien.


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HGV – Okrifteler Straße

Okrifteler Straße

Über die Okrifteler Straße spricht Dieter Frank, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, am Montag, 21. November, ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus. Der Name verweist auf ihre Funktion, nämlich die Straße nach Okriftel. Aber ist das alles?Welche Häuser säumen diese Straße? Wer wohnte hier? Welche Rolle spielte sie für die Sindlinger Geschichte? Auf diese Fragen verspricht Dieter Frank Antworten unter dem Titel „Die Okrifteler Straße – mehr als eine Verbindungsstraße.“ Der Eintritt ist frei.


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Ich bin ein Narr!

Ich bin ein Narr!

Am Samstag, 12. November, eröffnet der Sindlinger Karnevalverein die Kampagne 2016/2017. Beginn ist um 19.30 Uhr im katholischen Gemeindehaus St. Dionysius, der Eintritt kostet fünf Euro. DJ Oli sorgt für Stimmun, Elferpräsident Peter Thalau moderiert Auftritte der Garden, des Tanzmariechens, des Männerballetts und der Büttenredner unter dem Motto: „Sindlinger Narrenkäfig“! Ich bin ein Narr, holt mich hier raus! Außerdem werden Karten für Prunksitzung (4. Februar) und Weibersitzung (18.) verkauft. hd


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Was der Fuchs übrig ließ

Was der Fuchs übrig ließ

Kleintierzüchter Lokalschau diesmal nur halb so groß wie sonst

Ein Hühnerdieb machte in diesem Jahr den Kleintierzüchtern das Leben schwer. Seit dem Frühsommer suchte regelmäßig ein Fuchs das Farmgelände an der Farbenstraße heim. Er tötete so viele Tiere, dass bei der Lokalschau Ende Oktober etliche Schaukäfige leer blieben.

Die Heimsuchung durch Meister Reineke begann im Frühsommer. Nicht, dass die Kleintierzüchter keinen Kummer gewöhnt wären. „Das ist hier ein Stück Wildnis in der Stadt“, weiß Vorsitzende Samira Latovic. Waschbären, Wiesel, Frettchen, Habichte und Falken kommen gerne auf einen Happen vorbei. Da helfen alle Zäune und Gitter nicht. „Einmal hat sich ein Falke in einer Voliere verfangen, als er an die Tauben wollte“, berichtet sie. 2011 hat Züchter Werner Schmid alle Brahma-Hühner an einen Fuchs verloren. Diesmal jedoch betraf es fast alle Tierhalter.

„Bei mir hat der Fuchs 14 Hühner geholt“, sagt Manfred Kaulbert. Maria Kaulbert beklagt den Verlust von zehn Hühnern und fünf Hähnen: „Alle weg. Damit ist die ganze Zucht kaputt“, sagt sie. Ein Nachwuchszüchter steht mit leeren Händen da. Nur die Zuchtgemeinschaft Schmid kam mit einem blauen Auge davon. Sie war somit auch die einzige, die überhaupt Hühner ausstellen konnte. Damit ging die Vereinsmeisterschaft in dieser Kategorie an sie. Bei den Tauben beteiligten sich fünf Züchter an der Leistungsschau; Vereinsmeister wurde Familie Latovic. Für eine Memel-Hochflieger-Ziertaube erhielt sie sogar die höchste Auszeichnung, das LVP-Band.

Kaninchen wurden dieses Jahr gar nicht gezeigt. Das lag nicht nur am Fuchs, obwohl er auch bei den Vierbeinern Schaden anrichtete; in einem Gehege öffnete er den Hasenstall, indem er so lange gegen das Verschlussstück drückte, bis es aufschwang. Anschließend biss er zwei Alttiere tot und verschleppte sechs Jungkaninchen, wahrscheinlich, um seinen eigenen Nachwuchs zu füttern. Für die Ausstellung wären trotzdem genügend Kaninchen in Frage gekommen. Doch weil eine neuartige Krankheit umgeht, hat der Verband alle Kaninchenausstellungen abgesagt. Das und der Schwund beim Geflügel sorgten dafür, dass von den gut 150 Schaukäfigen in der herbstlich geschmückten Austellungshalle gut die Hälfte leer stand.

Doch wie zum Ausgleich meinte es das Wetter besonders gut mit den Kleintierzüchtern. Bei milden Temperaturen und Sonnenschein kamen viele Besucher aufs Farmgelände. Sie versuchten ihr Glück bei einer besonders reichhaltigen Tombola, genossen Kaffee und Kuchen und freuten sich an der Freude der Kinder angesichts der Tiere. Brieftaubenzüchter aus dem Umkreis kamen wie jedes Jahr am Sonntag zum Fachsimpeln beim Frühschoppen.

Die meisten Kleintierzüchter werden nicht umhin kommen, Tiere zu kaufen, um ihre Zucht wieder aufzubauen. Zumindest bleibt ihnen ein Trost: „Der Fuchs ist tot“, sagen die Züchter: „Einige Füchse wurden geschossen und mehrere an der Autobahnauffahrt überfahren. Da war unserer mit Sicherheit dabei“. hn

Prämierte Hühner und Tauben zeigen (von links) Werner, Cornelia und Marina Schmid, Daniela Kaulbert und Vorsitzende Samira Latovic. Fotos: Michael Sittig

Prämierte Hühner und Tauben zeigen (von links) Werner, Cornelia und Marina Schmid, Daniela Kaulbert und Vorsitzende Samira Latovic. Fotos: Michael Sittig


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„Rate mal, wer hier spricht“

„Rate mal, wer hier spricht“

Kriminalität Präventionsrat warnt vor Trickbetrügern – Schon mehrere Versuche in Sindlingen

Spätestens mit der Zeitumstellung ist sie da, die dunkle Jahreszeit. Graue Tage, lange Nächte – Einbrecher wissen das zu schätzen. Aber auch andere zwielichtige Gestalten treiben dieser Tage ihr Unwesen. Im Präventionsrat berichteten mehrere Teilnehmer von Betrugsversuchen in Sindlingen.

Insbesondere mit dem „Enkeltrick“ hätten Kriminelle versucht, Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das geht so: Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Das soll dann von einem angeblichen Freund abgeholt werden.

Die Polizei rät:

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

– Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

– Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

– Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

– Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

– Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

– Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Aktuell sind auch Betrüger unterwegs, die den Namen der Polizei für kriminelle Zwecke missbrauchen. In der Steinmetzstraße soll ein vorgeblicher Kriminalbeamter an den Türen geklingelt haben. Effektiver scheint aber auch hier der Betrug per Telefon zu sein. Der funktioniert so:

Die Betrüger rufen ihre Opfer an, geben sich als Polizisten aus und warnen vor einem angeblich geplanten Diebstahl. Auf dem Display des Telefons ist dabei die Notrufnummer 110 zu sehen.

Die Polizei rät:

– Lassen Sie Unbekannte vor Ihrer Wohnungstür: Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in Ihre Wohnung zu lassen.

– Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.

– Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.

– Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.

– Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.


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Morgenrot in der russischen Botschaft

Morgenrot in der russischen Botschaft

GV Germania Männerchor auf Tournee in Berlin – Immer das passende Lied auf den Lippen

Auf Einladung der hessischen Staatskanzlei reisten 50 Sänger des Gesangvereins Germania Sindlingen mit Dirigent Ulrich Dörr in die hessische Landesvertretung nach Berlin. Dort gestalteten sie am Tag der Deutschen Einheit das musikalische Rahmenprogramm mit.

Zuvor besichtigten die Sänger die touristisch interessanten Stellen, hatten dabei immer das passende Lied auf den Lippen. So sangen sie am ersten Tag in Berlin im Hof von Schloss Charlottenburg das Lied „Am kühlenden Morgen“, bevor sie an Bord gingen zu einer eindrucksvollen Spree-Schifffahrtstour von Charlottenburg bis hin zum Märkischen Ufer.

Zwischenzeitlich hatte sich ein lieber Gast der Sänger, der Zeilsheimer und frühere Landtagsabgeordnete Alfons Gerling, dazugesellt, der auch an den Vorbereitungen der Reise beteiligt war.

An die Schifffahrt schloss sich eine mehrstündige Stadtrundfahrt mit sachkundiger Führung an, die die Sänger auch in den Ostteil mit seinen gesichtsträchtigen Orten führte. Am Brandenburger Tor ließ es sich der Chor nicht nehmen, sich vor dem nationalen Wahrzeichen aufzustellen und einige Lieder darzubieten, sehr zur Überraschung der zahlreichen Touristen, die diesen Auftritt frenetisch beklatschten.

Traditionsbewusst ließen die Sänger diesen Tag in einem alten Berliner Brauhaus ausklingen, wo noch manches fröhliche Liedchen erklang, sehr zur Freude der zahlreichen Gäste.

Ein Höhepunkt der Reise waren die Auftritte am 3. Oktober in der hessischen Landesvertretung. Die Germania-Männer präsentierten sich unter Leitung von Ulrich Dörr mit hervorragendem Chorgesang, stellt Vorsitzender Jochen Dollase zufrieden fest. An verschiedenen Standorten in und vor der Landesvertretung wurde der Chor dankbar von den vielen Besuchern beklatscht. Die Sänger würdigten das mit einigen Zugaben.

Danach folgte der absolute Höhepunkt der Reise, ein Besuch in der russischen Botschaft. Alfons Gerling hatte den Kontakt vermittelt, der es den Sindlingern ermöglichte, das normalerweise nicht für Besucher zugängliche Gebäude von innen zu sehen. Der erste Botschaftsrat empfing den Chor und lud ihn ein, im überwältigenden Kuppelsaal der Botschaft (Bild) zwei Lieder zu singen. Bei „Das Morgenrot“ von R. Bracht und „Das Tal in den Bergen“ von Bepi di Marzi waren die Sänger selbst überwältigt von der sensationellen Akustik dieses Saales mit seinen prachtvollen Fenstern und Säulen. Anschließend erhielten sie eine Führung durch das geschichtsträchtige Gebäude mit seinen repräsentativen Räumen.

Dieser für alle Germania Sänger ganz besondere Tag endete in einem alten Brauhaus bei Bier und Haxen. Am Abreisetag besuchte der Chor noch den Reichstag und wurde vom Frankfurter Bundestagsabgeordneten Matthias Zimmer im Fraktionssitzungssaal der CDU/CSU empfangen, wo der Abgeordnete über seine Arbeit berichtete. Germania-Vorsitzender Jochen Dollase überreichte ihm zum Dank den limitierten Germania-Bembel (Bild ). Die Füllung hatte die Anfahrt allerdings nicht überlebt ?

Nach Besichtigung des Reichstagsgebäudes und Gruppenbild an der Glaskuppel traten die Sänger die Heimreise an. Sie waren sich einig, dass Berlin immer wieder eine Reise wert ist und versprachen: „Wir kommen wieder“. JoDo

Jochen Dollase (rechts) und Matthias Zimmer.

Jochen Dollase (rechts) und Matthias Zimmer.

Sindlinger Sängerknaben in Berlin: der Männerchor Germania auf dem Dach des Reichstagsgebäudes.

Sindlinger Sängerknaben in Berlin: der Männerchor Germania auf dem Dach des Reichstagsgebäudes.