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Sindlinger Monatsblatt April 2017

Sindlinger Monatsblatt April 2017

Die Ausgabe April 2017 des Sindlinger Monatsblatt steht hier zum Download bereit:

Sindlinger Monatsblatt April 2017

 


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Energie aus faulendem Schlamm

Energie aus faulendem Schlamm

KLÄRWERK Stadtentwässerung modernisiert die Schlammbehandlung für 160 Millionen Euro

Die städtische Klärschlammverbrennungsanlage in den Wingerten ist in die Jahre gekommen. Deshalb stehen auf dem 24 Hektar großen Gelände am Roten Weg umfangreiche Veränderungen an.

Die 35 Jahre alte Anlage wird nicht einfach modernisiert, sondern die ganze Klärschlammbehandlung um einen Schritt erweitert. Der Verbrennung soll künftig ein Faulungsprozess vorangehen, bei dem wesentlich mehr Strom und Dampf gewonnen werden als bisher. Die Details beschrieb die Stadtentwässerung Frankfurt (SEF) in einer Informationsveranstaltung für die Bürger.

Um es vorweg zu nehmen: Kaum ein Bürger interessierte sich dafür. Die städtische Kläranlage fällt in Sindlingen nicht weiter auf. Sie emittiert kaum Gerüche, der Lastwagenverkehr hin und zurück rollt über die so genannte Baustraße um den Ort herum. Trotzdem sei es der SEF ein Anliegen, frühzeitig zu informieren, erklärte Werner Kristeller, technischer Betriebsleiter der Stadtentwässerung.

In Sindlingen kommen die Abwässer aller Stadtteile westlich der A5 sowie von Kelsterbach, Teilen des Flughafens und aus dem halben Vordertaunus an. Sie werden in mehreren Schritten mechanisch und biologisch gereinigt. Der anfallende Klärschlamm geht in der ebenfalls auf dem Gelände errichteten Schlammentwässerungs- und -verbrennunganlage (Seva) in Rauch auf und lässt Asche zurück. So ergeht es auch dem Klärschlamm aus dem zweiten, größeren städtischen Klärwerk in Niederrad. Er kommt durch eine elf Kilometer lange Leitung nach Sindlingen.

Insgesamt werden 1,5 Millionen Kubikmeter Rohschlamm pro Jahr zu etwa 10 000 Tonnen Asche verbrannt. Aus der Hitze der Verbrennung gewinnt die SEF rund 80 000 Tonnen Dampf und 17 Millionen Kilowattstunden Energie für den Eigenbedarf.

Künftig soll es wesentlich mehr sein. „Wir schalten sozusagen eine Stufe dazwischen“, erläuterte Andreas Meier von der beauftragten Planungsgemeinschaft. Rohschlamm sei ein Energieträger wie Öl, das soll stärker genutzt werden als bisher. Die Klärschlämme sollen zunächst in vier knapp 30 Meter hohen Türmen vor sich hin faulen. Durch den Abbau organischer Stoffe entsteht Gas, hauptsächlich Methan, als Energieträger. Es wird in fünf Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt. Mehr als 36 Millionen Kilowattstunden Energie soll das erbringen, dazu 15 Millionen Kubikmeter Wärme, die für die Beheizung der Faulgastürme genutzt wird. Damit kann die Kläranlage ihren gesamten Eigenbedarf an Energie decken. Das sei eine sichere, flexible, energetisch, wirtschaftlich und ökologisch günstige Form der Abwasserentsorgung, sagte Meier.

Gas, Abwasser und Abluft werden in geschlossenen Systemen behandelt. Die Abluft durchläuft Biowäscher, Biofilter und Aktivkohlefilter, so dass es nicht zu Geruchsbelästigungen kommt. Feinstaub und Stickoxide aus der Verbrennung werden eliminiert. Was noch an Schlamm übrig bleibt, soll einem Entsorger übergeben oder getrocknet und in einer im Vergleich zur heutigen deutlich kleineren Klärschlammverbrennungsanlage beseitigt werden.

Gebaut wird die Faulungsanlage dort, wo 1965 das erste, einstufige Klärbecken lag: nördlich des markanten, weißen, dreibeinigen Betriebsgebäudes, dem früheren Leitstand. Dort entsteht auch das Gebäude mit den Blockheizkraftwerken. Schon mit bedacht wird eine mögliche gesetzliche Vorgabe zur Rückgewinnung von Phosphor aus dem Klärschlamm. Phosphor ist ein endlicher Rohstoff, der für die Herstellung von Düngern gebraucht wird.

160 Millionen Euro investiert die SEF in die Erweiterung der Anlage. Gebaut wird von 2019 bis 2022, in einem zweiten Schritt folgt der Bau der neuen, kleineren Verbrennungsanlage. Der Baustellenverkehr soll wie die Transporte der Asche und Chemikalien weiterhin über die Baustraße erfolgen, versicherte Kristeller auf Nachfrage von Ortsbeirat Albrecht Fribolin (CDU). Das Straßenbauamt habe zugesagt, die Straße zu befestigen, Ausweichplätze zu schaffen und die Befahrbarkeit zu erhöhen. hn

Vor der Wiese, auf der das erste Klärbecken überhaupt lag, stellten (von links) Werner Kristeller, Susanne Schmid und Berthold Christmann-Neles die Päne für die Faulungsanlage vor, die ebendort entstehen soll.

Vor der Wiese, auf der das erste Klärbecken überhaupt lag, stellten (von links) Werner Kristeller, Susanne Schmid und Berthold Christmann-Neles die Päne für die Faulungsanlage vor, die ebendort entstehen soll.

 

So soll es aussehen: Das Klärwerksgelände mit vier Faultürmen und zwei Gastanks in einer Projektion. Quelle: SEF/Planungsgemeinschaft

So soll es aussehen: Das Klärwerksgelände mit vier Faultürmen und zwei Gastanks in einer Projektion. Quelle: SEF/Planungsgemeinschaft


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Gefahr für Fußgänger

Gefahr für Fußgänger

Die Mühlen in der Stadt mahlen langsam – im Fall des umstrittenen Radwegs zu langsam, findet CDU-Ortsbeirat Albrecht Fribolin. Er hat deshalb einen Brief ans Straßenverkehrsamt geschrieben mit der Bitte, umgehend tätig zu werden.

„Die Erfahrungen der letzten Wochen seit Einrichtung der Fußgängerquerung Farbenstraße (vor Pizzeria Renato) in Sindlingen sind mehr als schlecht und haben bestätigt, dass der Ortsbeirat diese Einrichtung mit Mehrheit bereits abgelehnt hat“, erklärt Fribolin: „Nichtsdestotrotz ist die Querung (noch) da und es besteht dringender Handlungsbedarf: Busse, die aus Richtung Friedhof zur Haltestelle vor dem Rewe-Markt fahren, können die neu geschaffene Engstelle nur mit großer Mühe passieren.“ Beschädigungen an den Betoninseln und Verschiebungen belegen das.

Außerdem ragen die großen Spiegel der Busse gefährlich weit in den „Luftraum“ des Gehwegs hinein und zwingen die Passanten, schnell den Kopf einzuziehen oder auszuweichen. „Ein nicht akzeptabler Zustand, vor allem für solche Passanten, die die Busse nicht, da von hinten kommend, sehen können“, schildert der Ortsbeirat die aktuelle Lage.

„Ich bitte Sie deshalb, die Situation zum Schutz der Fußgänger zu verändern, gegebenenfalls die Querungsfurt wieder abzubauen“, hofft er auf Hilfe aus dem Amt.


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Vereinsring tagt und wählt

Vereinsring tagt und wählt

Eine neue Satzung bereitet die Arbeitsgemeinschaft Sindlinger Ortsvereine (Arge Sov) vor. In der Jahreshauptversammlung am Freitag, 21. April, ab 19.30 Uhr im Mehrzweckraum der TVS-Turnhalle (Mockstädter Straße) soll sie den Vertretern der Mitgliedsvereine vorgestellt und darüber abgestimmt werden.

Die Änderung wird nötig, weil der Vereinsring die Gemeinnützigkeit verloren hat. Wie berichtet monierte das Finanzamt, dass mehrere der Arge-Mitglieder selbst nicht gemeinnützig sind.

Damit verliert auch der Zusammenschluss die Voraussetzungen für dieses Prädikat. Weil sich die Arbeitsgemeinschaft jedoch als Vertretung für alle im Ort engagierten Menschen und Institutionen versteht, wollte sie niemanden ausschließen. Statt dessen beschlossen die Mitglieder, die Arge Sov ohne den Zusatz „gemeinnützig“ weiter zu führen. Die Steuerbehörde interpretierte das als Auflösung und verlangte, dass das Vereinsvermögen satzungsgemäß an die Feuerwehr überführt werde.

Erst mit anwaltlicher Hilfe konnte der Kuddelmuddel bereinigt werden. Die Arge Sov zahlte, durfte aber einen Sockelbetrag behalten, der aus der Zeit vor der Gemeinnützigkeit stammt.

„Wir sind guter Hoffnung, dass damit alles geklärt ist“, sagt Vorsitzender Andreas Rühmkorf. Nun passt die Arge Sov ihre Satzung an die veränderten Bedingungen an und arbeitet weiter wie immer. Der von ihr ausgerichtete Seniorenfasching ist bereits gelaufen. Ob es dieses Jahr einen Reinigungstag geben wird, ist noch offen. In der Hauptversammlung steht des weiteren der Vorstand zur Wahl. hn


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Hofleben bei den Ponyzwergen

Hofleben bei den Ponyzwergen

Lernbauernhof Ehrenamtliche Helfer gesucht

Die „Ponyzwerge“ sind seit kurzem ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Vereinszweck ist die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit auf einem Reiter- und Lernbauernhof. „Wir vereinen offene Kinder- und Jugendarbeit, tiergestützte Pädagogik, Tier- und Umweltschutz sowie das außerschulische Bildungsangebot „Bauernhof als Klassenzimmer“, erläutern die pädagogischen Leiterinnen Sonja Heinisch (auch Vorsitzende) und Sara Kolata. Auf dem Gelände seitlich der Okrifteler Straße (hinter der Unterführung der B40 am Ortsausgang Richtung Okriftel gleich links) leben fünf Shetlandponys, vier Islandpferde, drei Ziegen, 19 Hühner, ein Kater und zwei Hunde. Kinder ab drei Jahren können die Tiere aus der Nähe erleben, bei ihrer Pflege helfen und dabei spielerisch ihre motorischen, kog-nitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten verbessern, sagen Sonja Heinisch und Sara Kolata.

Sie haben viele Ideen, die sie gerne umsetzen würden. Dazu suchen sie ehrenamtliche Helfer. Willkommen ist jeder, der mit anpacken oder sinnvoll Zeit im Freien verbringen möchte. Mögliche ehrenamtliche Tätigkeiten sind die Betreuung des offenen Nachmittagsprogramms, das Anlegen eines Bauerngartens, die Tierpflege, handwerkliche Arbeiten (etwa die Sanierung eines Bauwagens) oder die Verwirklichung eigener Projekte. Auch Unterstützung beim Spendensammeln, für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie in rechtlichen Dingen (Vereinsrecht) wäre dem jungen Verein hoch willkommen. „Es geht uns darum, das Angebot noch vielfältiger und bunter zu machen“, sagen Sonja Heinisch und Sara Kolata. Interessenten können einfach vorbei kommen oder sich vorab über die Internetseite www.islandpferde-sindlingen.de informieren und Kontakt aufnehmen. Eine schöne Gelegenheit, den Lernbauernhof kennen zu lernen, bieten auch die Familiensamstage jeweils am ersten Samstag eines Monats. Von 10 bis 16 Uhr können Kinder und Erwachsene klassische Hofarbeiten übernehmen, werkeln, bauen und kreativ werden. Die Leiterinnen achten darauf, dass die Kinder alle Arbeiten mitmachen können. Sie erfahren dadurch Bewegung, Nähe, Respekt und Beziehung. Spielerisch, partizipativ und an die Montessori-Pädagogik angelehnt gestalten die pädagogische Mitarbeiter die Zeit auf dem Hof und entdecken die Vielfalt unserer Welt immer wieder neu mit den kleinen Besuchern.

Ziegen leben ebenso wie Hühner, Hunde, ein Kater und natürlich Ponys bei den „Ponyzwergen“. Archivbild: Michael Sittig

Ziegen leben ebenso wie Hühner, Hunde, ein Kater und natürlich Ponys bei den „Ponyzwergen“. Archivbild: Michael Sittig


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Tierliebe braucht keine Sprache

Tierliebe braucht keine Sprache

Reiterverein Migration: Glückliche Momente im Stall und auf dem Pferd

Im August 2016 richteten die Jugendlichen des Reitervereins Sindlingen ein „Sommerfest für alle“ mit dem Ziel aus, Kinder und Jugendliche sowohl aus der Nachbarschaft als auch aus Flüchtlingseinrichtungen einzuladen. Das Angebot kostenloser Programme und Spiele rund ums Pferd wurde begeistert angenommen. Über 300 Gäste kamen. Zu dem bunt gemischten Publikum zählten auch geflüchtete Jugendliche, betreut von der DRK-Jugendhilfeeinrichtung Borsigallee, die zwar zum Teil schon in ihren Herkunftsländern Kontakt zu Pferden hatten, sich aber im Festtreiben eher vorsichtig auf einen Pferderücken schwangen und im Schritt geführt wurden.

Einige der Jungs waren so angetan, dass sich ein intensiverer Kontakt und Austausch herstellte. Da Tierliebe nicht auf Sprache basiert, konnte gemeinsam schnell die Erfahrung gemacht werden, dass Sport mit Vierbeinern besonders geeignet ist, junge Menschen mit Migrationshintergrund zu integrieren.

Großes Interesse am Reiten

Dank einer Förderung vom Sportkreis Frankfurt durch das Programm „Sport und Flüchtlinge“ der Sportjugend Hessen und des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport konnten Ahmad Zia Haidari und Feredoun Omarkhell mit regelmäßigem Reitunterricht an der Longe im Oktober letzten Jahres beginnen. Ihr Interesse am Reiten ist ungebrochen. Wöchentlich kommen die aus Afghanistan elternlos geflüchteten Jungs zum Reitunterricht in den Verein. Mittlerweile haben sich die jungen Männer für den Gruppenreitunterricht qualifiziert, der im März begann und einmal die Woche regelmäßig jeweils 45 Minuten stattfindet. Für die Unterrichtsgebühr kann der Sportkreis keine Folgeunterstützung gewähren, so dass momentan weitere Förderanträge vom Verein gestellt werden. Da der Reiterverein Sindlingen auf finanzielle Hilfe angewiesen ist, um Flüchtlingen die Teilnahme am Reitunterricht zu ermöglichen, hoffen sowohl Übungsleiter als auch Vereinsmitglieder, dass die monatliche Gebühr für die sympathischen und tierlieben Sechzehn- und Siebzehnjährigen von Hilfsorganisationen geleistet werden kann.

Gerade Reiten ist für Jugendliche aller Kulturen hoch attraktiv. Bei Ahmad Zia Haidari und Feredoun Omarkhell hat sich einmal mehr die Bedeutung eines Reitstalls mit Pferden und Vereinsmitgliedern als sozialer Ort gezeigt. Beim gemeinsamen Reiten wird Integration gelebt. Darüber hinaus hilft traumatisierten Jugendlichen wie Ahmad Zia Haidari und Feredoun Omarkhell der Umgang mit den Vierbeinern, Selbstbewusstsein zu erlangen und glückliche Momente zu erleben. Ihre Begleiter berichten immer wieder, dass sie beide kaum so strahlend und fröhlich gesehen haben.

Gestärkt durch die positiven Erfahrungen möchte der Traditionsverein auch in diesem Jahr weiteren geflüchteten Kindern und Jugendlichen die Chance auf Integration geben und lädt zum Tag der offenen Tür am Sonntag, 7. Mai, und zu den Ferienprogrammen „Spielerisch Reiten lernen“ Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zum Schnuppern ein. Reiterverein Sindlingen

Ahmad Zia Haidari (links) und Feredoun Omarkhell mit Schulpferd Chris. Foto Reiterverein

Ahmad Zia Haidari (links) und Feredoun Omarkhell mit Schulpferd Chris. Foto Reiterverein


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Beruf und Bewerbung

Beruf und Bewerbung

Provadis, das Ausbildungsunternehmen im Industriepark, lädt zum „Infotag Ausbildung“ am Mittwoch, 12. April, und zum Bewerbungstraining am Mittwoch, 19. April, ein.

Ob Produktion, Technik, Labortechnik, Informatik oder der kaufmännische Bereich – der Infotag Ausbildung am 12. April von 14 bis 16 Uhr bietet einen anschaulichen Überblick über alle Ausbildungsberufe bei Provadis sowie die Kombination von Ausbildung und Studium. Wer seinen Wunschberuf findet, sollte dann nicht an der Bewerbung scheitern. Deshalb gibt es im Bewerbungstraining am 19. April von 14 bis 16 Uhr Tipps, wie eine professionelle Bewerbung aussieht und womit Bewerber im Vorstellungsgespräch punkten können.

Der Besuch der Informationsveranstaltungen ist kostenlos, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich unter www.provadis.de/berufsinfotage.


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Nachbarschaftsfest und Nähkurs

Nachbarschaftsfest und Nähkurs

Verschiedene Projekte sollen demnächst in Sindlingen-Nord angegangen werden. In der „Projektwerkstatt“ des Quartiersmanagements bildete sich eine Gruppe, die zum zweiten Mal ein Nachbarschaftsfest im Norden organisieren wird. Ferner soll es einen Kurs für das Nähen mit Maschinen und ein Handnähprojekt geben. Fest geplant für September ist ein Kunstprojekt, bei dem ein See aus Holz entstehen soll. Dem Wunsch nach einer öffentlichen Toilette im Stadtteil kann jeder selbst Ausdruck verleihen, der Internet-Zugang hat. Bei der Stadt läuft noch bis Ende April eine Umfrage unter www.ffm.de/frankfurt/de/home/beteiligen. Des weiteren soll an einer Verbesserung der Spielplatz-Situation gearbeitet werden. Der Ampel-Spielplatz an der Bahnstraße ist in gutem Zustand und stark frequentiert, für Anwohner der hinteren Albert-Blank- und Hugo-Kallenbach-Straße aber weit weg. Der kleine Spielplatz in der Nähe der Kinderbetreuungseinrichtungen sei unschön und werde nicht genutzt, sagte Angelika Mayer, Leiterin der Kita St. Kilian. Er soll nach Möglichkeit wieder attraktiver werden. Außerdem schlugen Anwohner vor, einen Zäunen umgebenen Bolzplatz wie in der Hermann-Brill-Straße anzulegen. hn


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Der Rattenfänger kommt nicht nach

Der Rattenfänger kommt nicht nach

Vermüllung Es wird immer schlimmer, klagen Anwohner

Der allgegenwärtige Müll frustriert viele Menschen in Sindlingen. Nicht nur die Optik, sondern auch die Hygiene leidet. Das kam in der Projektwerkstatt des Quartiersmanagements für Sindlingen-Nord zur Sprache.

„Es ist schlimm überall. Ganze Mülltüten liegen direkt neben den Abfalleimern“, sagte eine Anwohnerin. Gudrun Diehl, die ein Taschengeldprojekt im Rahmen des Frankfurters Programms „Aktive Nachbarschaft“ betreut, berichtete, dass die beiden Jugendlichen, die einmal in der Woche durch die Hugo-Kallenbach-Straße gehen und Müll aufheben, viele eklige Erlebnisse hätten. Tote Ratten, gebrauchte Kondome und Tampons lägen in den Müllboxen herum. Oft hielten Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen und kippten Sperrmüll dort hinein. Es komme sogar vor, dass Anwohner Müllbeutel über den Zaun würfen, während die Jugendlichen dort noch am Räumen seien. Überhaupt sei das Ganze sehr frustrierend: „Wir räumen auf, und zwei Stunden später liegt schon wieder etwas da“, sagte Gudrun Diehl.

Martin Stojan, Konrektor der Ludwig-Weber-Schule, bestätigte das. Einmal im Jahr ruft die Grundschule zur Aktion „Sauberhafter Schulweg“ auf. Dann räumen die Grundschüler rund ums Gelände und auf dem Ampel-Spielplatz den Müll aus den Büschen. „Am Ende eines solchen Tages sind es immer mindestens 70 Kilogramm Abfall“, sagte Stojan. Der Effekt verpufft aber schnell.

Nicht einmal die Kindertagesstätte ist vor rücksichtlosen Nachbarn sicher. „Aus Wohnhausfenstern werden Pampers auf den Hof der Kita geworfen“, berichtete Angelika Mayer, Leiterin der Kita St. Kilian. Bei einer Kontrolle habe sich zudem gezeigt, dass offenbar Nachbarn den abgeschlossenen Müllplatz der Kita gewaltsam öffnen und ihren Müll dort ablagern. Ist die Tonne voll, wird er davor gelegt. Dann nimmt ihn die Müllabfuhr nicht mit. „Er bleibt liegen, bis wir ihn wegräumen“, berichtet die Leiterin von unappetitlichen Sonderarbeitseinsätzen. Zusätzlich werde alles vermüllt von denjenigen, die abends im Freien sitzen, Pizza essen und ihren Dreck in die Büsche werfen. Die Folge: „Wir haben seit vier Jahren ein Rattenproblem“, sagte Angelika Mayer. Zwar seien die Tiere noch nicht auf dem Hof, „aber man sieht sie schon durchflitzen.“ Alle drei Wochen sei der Schädlingsbekämpfer vor Ort und lege Rattenboxen aus, auch zwischen den Wohnhäusern. Da aber immer wieder reichlich Nahrung in Form von Lebensmittelabfällen außerhalb der Tonnen hingeworfen wird, ist das Problem nicht in den Griff zu bekommen. „Man muss am Bewusstsein der Leute arbeiten, damit sie ihr Umfeld sauber halten“, sagte Thomas Mühlbach von der katholischen Gemeinde.

Dabei wird ja schon viel gemacht, etwa der Aktionstag der Weber-Schule und das Taschengeldprojekt. Das könne vielleicht ausgeweitet werden durch ein „Parkhüter“-Projekt, schlug Sandra Herbener vor, damit es wenigstens einmal pro Woche im Park etwas sauberer sei. Es kam aber auch die Frage auf, wie nachhaltig solche Aktionen seien. Womöglich sei es kontraproduktiv, den Müll der rücksichtslosen Anwohner immer wieder wegzuräumen. Vielleicht sollte stattdessen einmal Irritation erzeugt werden, überlegten einige. Beispielsweise könne alles auf einen Haufen aufgetürmt oder etwas daraus gebaut werden, um das Problem sichtbarer zu machen und ins Bewußtsein zu heben.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Sindlinger Ortsvereine versucht seit Jahren, Zeichen zu setzen. Jedes Frühjahr,meist im März, ruft sie zum Reinigungstag auf. Dieses Jahr allerdings fand er nicht statt. Es gab Terminprobleme, erklärt Vorsitzender Andreas Rühmkorf. Nach Ostern, Mitte April, ist es fast schon zu spät für einen solchen Einsatz. Dann brüten bereits Vögel, die nicht gestört werden sollen. Also kein Reinigungstag in diesen Jahr? „Von meiner Seite aus können wir das später im Jahr nachholen, vielleicht im Herbst“, sagt Rühmkorf. Er verhehlt aber nicht, dass das nicht alle im Vorstand so sehen. Schließlich sei es durchaus frustrierend, schon einen Tag nach der Aktion sehen zu müssen, wie allerorten wieder Müll hin geworfen wird. hn

Ein Beispiel von vielen: Zwei Wochen lang lag dieser Sperrmüll am Paul-Kirchhof-Platz herum. Dann informierten Anwohner das Grünflächenamt, das letztlich die Abholung veranlasste. Foto: Ilona Klein

Ein Beispiel von vielen: Zwei Wochen lang lag dieser Sperrmüll am Paul-Kirchhof-Platz herum. Dann informierten Anwohner das Grünflächenamt, das letztlich die Abholung veranlasste. Foto: Ilona Klein

 

Umfrage zur Sauberkeit

Die Stabsstelle Sauberes Frankfurt betreibt derzeit im Internet eine Umfrage zum Thema „Sauberkeit in der Stadt“. Bürger können darin mitteilen, welche Verunreinigungen sie besonders stören, an welchen Orten sie besonderen Handlungsbedarf sehen und welche Maßnahmen zur Verbesserung der Sauberkeit sie sich wünschen. An der Studie teilnehmen kann jeer mit Internet-Zugang unter http://www.StudieSauberesFrankfurt.de

Die Beantwortung aller Fragen dauert etwa 20 Minuten.

Die Stabsstelle erhält häufig Beschwerden zu einzelnen Problemstellen, doch stellen diese Meldungen immer nur Momentaufnahmen dar. Die Studie soll dagegen ein möglichst repräsentatives Bild ergeben. Wissenschaftlich betreut wird sie durch das Open Urban Institute, ein junges Team von Wissenschaftlern, die zu den Themen Urbanität, Kreativität und Nachhaltigkeit arbeiten und forschen. „Wir betreiben zwar Tag für Tag einen enormen Aufwand, um Frankfurt sauber zu halten, doch können wir nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Bitte teilen Sie uns mit, wo wir noch aktiver werden sollten.“ Die Antworten werden anonymisiert erfasst. Im Anschluss haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, an einer Verlosung teilzunehmen. kus


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Die Müllabfuhr fährt öfter vor

Die Müllabfuhr fährt öfter vor

Entsorgung Testlauf für wöchentliche Biomüll-Leerung

„Bitte beachten Sie: Biotonnenleerung nun wöchentlich!“ Einen Zettel mit dieser Information fanden die Bürger in den vergangenen Tagen an ihren Biotonnen. Bislang werden die organischen Abfälle im Zwei-Wochen-Rhythmus abgeholt. Ab April geschieht das in Sindlingen sowie Zeilsheim, Unterliederbach, Höchst, Nied und Griesheim wöchentlich.

Grund ist ein Testlauf, den das Umweltamt bei der Frankfurter Entsorgungs- und Service- Gesellschaft (FES) für die westlichen Stadtteile in Auftrag gegeben hat. „Wir wollen herausfinden, ob die Biotonne bei wöchentlicher Leerung intensiver benutzt wird und dadurch weniger organische Abfälle im Restmüll landen“, sagt Umweltamtsleiter Peter Dommermuth. Sollte dies der Fall sein, könnte die Auslastung der Biokompostanlage am Osthafen noch weiter gesteigert werden.

Pro Jahr holt die Müllabfuhr im gesamten Stadtgebiet etwa 25 000 Tonnen Bioabfall ab, der zu Kompost verarbeitet wird und als klimafreundliche Energiequelle dient. Er hat damit nach dem Altpapier
(41 000 Tonnen) das zweitgrößte Aufkommen bei den Verwertungsabfällen.

Das Müllaufkommen liegt insgesamt bei 430 000 Tonnen, teilt die Stadt mit. Die Biotonne ist seit 2016 Pflicht für alle Haushalte. Doch nicht jeder nutzt sie, häufig landen organische Abfälle im Restmüll. Wenn der dann auch noch unsachgemäß entsorgt wird (siehe Seite 3), hat das Auswirkungen auf das ganze Wohnviertel. Möglicherweise lassen sich die Bürger durch häufigere Leerungstermine dazu animieren, ihren Müll stärker zu trennen, hofft man im Amt. Für den Probelauf wurde der Frankfurter Westen ausgewählt, weil er als zusammenhängendes Gebiet mit guter Struktur verschiedenste Wohnformen, vom Einfamilienhaus bis zum Wohnblock, vom dörflichen Ambiente bis zum Mischgebiet, bietet. Die etwa 5000 Liegenschaften sind zudem alle Teil der festen Müll-Touren und damit gut planbar. Bis Ende August läuft der Versuch. Danach werden die Ergebnisse mit den Daten über die Müllmengen verglichen, die die FES in den vergangenen Monaten in den ausgewählten Stadtquartieren erhoben hatte. „Auf dieser Grundlage kann dann ermittelt werden, ob und wenn ja in welchen Stadtquartieren eine dauerhafte wöchentliche Leerung sinnvoll wäre“, sagt Dommermuth. Zusatzkosten entstehen nicht. Die Leerung der Biotonne ist in der allgemeinen Müllgebühr enthalten. Wer noch keine Biotonne hat, kann sie bei der FES beantragen. Fragen dazu werden am FES-Servicetelefon unter Telefon 0800 200 800 720 beantwortet. Fragen zum Testlauf beantwortet Brigitte Gräbner von der Abteilung Abfallwirtschaft des Umweltamts, Telefon 069/212–39153.

Fülle in der Tonne: Ab April wird wöchentlich geleert. Foto: sg

Fülle in der Tonne: Ab April wird wöchentlich geleert. Foto: sg