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Sindlinger Monatsblatt April 2015

Die Ausgabe März 2015 des Sindlinger Monatsblatt steht hier zum Download bereit:

Sindlinger Monatsblatt April 2015


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St. Patrick hätte es gefallen

SKV

St. Patrick hätte es gefallen

Vereinsheim wird zum irischen Pub

Ein Prost auf Irland: (von links) Horst Best, Claus Hoß und Glenn Gareau feiern den St. Patric's Day. Fotos: Michael Sittig

Ein Prost auf Irland: (von links) Horst Best, Claus Hoß und Glenn Gareau feiern den St. Patric’s Day. Fotos: Michael Sittig

 

St. Patrick gilt als Begründer des Christentums in Irland. Ihren Schutzpatron würdigen die katholischen Bewohner der grünen Insel jedes Jahr am „St. Patrick’s Day“, dem 17. März. Weil der Tag in die Fastenzeit fällt, ist ihnen eine Fastenpause gestattet. Denn am St. Patrick’s Day wird gegessen, getrunken und gefeiert. Die Tradition, oder zumindest der Anlass für einen Abend mit Musik und irischen Speisen und Getränken findet längst auch auf dem Kontinent Anhänger. In Sindlingen nahm zum dritten Mal der Karnevalverein (SKV) den Tag des Heiligen zum Anlass, zu einem geselligen Abend in sein Vereinsheim einzuladen. Claus Hoß, Michael Czich und Küchenchef Peter Thalau hatten es mit Kleeblättern, Girlanden, St. Patricks-Spruchbändern und Postern in eine Art irische Enklave verwandelt. Sie zapften Guinness und gaben Kilkenny in Flaschen aus, hatten Whiskeys im Angebot und reichten „Beef and Guinness“, ein Gulasch-Gericht, und „Irish Stew“ mit Lamm, „nach einem Original-Rezept aus Irland“, versicherte Peter Thalau. Das Angebot kam gut an. Vereinsmitglieder, Ehrensenatoren und viele Gäste füllten den Raum. Schon bald war kein Sitzplatz mehr zu bekommen. Es ging hoch her, und als dann auch noch die „Bierlandschrummler“ ihre Instrumente auspackten und den Klassiker „Whiskey in the Jar“ anstimmten, fühlte sich mancher Besucher fast wie in einem irischen Pub. hn

Eine Portion „Irish Stew“ reicht Michael Czich über die Theke im schön dekorierten SKV-Vereinsheim.

Eine Portion „Irish Stew“ reicht Michael Czich über die Theke im schön dekorierten SKV-Vereinsheim.


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Kurz gemeldet – April 2015

Hier ist was los

Ponyreiten
Der Reiterverein Sindlingen bietet ab sofort wieder jeden zweiten Sonntag von 14 bis 15 Uhr das beliebte Ponyreiten für Kinder an. Die nächsten Termine sind der 12. und 26.April sowie 10. und 24. Mai.

Boule
Die neue Boulesaison eröffnen die Sindlinger Althandballer am Freitag, 10. April,um 17 Uhr auf der Anlage am Turnerheim. Alle, die das Spiel mit den Metallkugeln einmal ausprobieren wollen, sind willkommen.

Turnverein
Der Turnverein Sindlingen lädt seine Mitglieder am Donnerstag, 16. April, zur Jahreshauptversammlung ins Turnerheim ein (Farbenstraße 85a). Ab 19.30 Uhr hören die Teilnehmer Berichte des Vorstands, wählen den erweiterten Vorstand und befassen sich mit einer neuen Satzung und einer Beitragserhöhung.

Handball
Handball ist am Sonntag, 19. April, in der TVS-Halle in der Mockstädter Straße zu sehen. Die zweiten Herren der HSG Sindlingen/Zeilsheim spielen ab 16 Uhr gegen TV Hattersheim II, die Damen erwarten um 18 Uhr die FSG Flörsheim/Kelsterbach.

Buchstütze
Nach der Gründung des Fördervereins Sindlingen/Zeilsheim zur Unterstützung der Stadtteilbibliothek „Buchstütze“ im März 2013 steht nun die erste satzungsgemäße Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstandes an. Dazu sind die Mitglieder am Dienstag, 21. April, um 19.30 Uhr in die Stadtteilbibliothek eingeladen.

Kleingärtner
Der Kleingärtnerverein Sindlingen bittet seine Mitglieder am Freitag, 24. April, zur Jahreshauptversammlung in sein Vereinsheim. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Strategiewerkstatt
Das Quartiersmanagement der Hermann-Brill-Straße ist auf Sindlingen-Nord ausgeweitet worden. Es lädt zu einer ersten Strategiewerkstatt am Freitag, 24. April, von 17 bis circa 18.30 Uhr ins „Kneipchen“ der katholischen Kindertagesstätte St. Kilian (Albert-Blank-Straße 4) ein.

Abenteuerspielplatz
Nach den Osterferien geht es wieder raus ins Grüne: Das Team vom Kinder- und Jugendhaus feiert am Freitag, 24. April, von 12 bis 15.30 Uhr Eröffnungsfest auf dem Abenteuerspielplatz.


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Mond vor der Sonne

Nicht der Mond, sondern die Sonne zeigt sich hier als Sichel. Hans-Joachim Schulz hat die Aufnahmen während der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März in Sindlingen gemacht.

Sonnen-finsternis

Nicht der Mond, sondern die Sonne zeigt sich hier als Sichel. Hans-Joachim Schulz hat die Aufnahmen während der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März in Sindlingen gemacht.


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Müll, Krach und obskure Treffen

Präventionsrat

Müll, Krach und obskure Treffen

Polizei soll am Mainufer häufiger Streife fahren

Dafür waren die Ruhebänke nicht gedacht. Im Feierabendweg und am Mainufer finden Spaziergänger morgens häufig jede Menge Müll, der rund um die Sitzgelegenheiten verteilt auf dem Boden liegt. Anwohner berichten zudem, dass vor allem der Feierabendweg nachts regelmäßig Treffpunkt Jugendlicher sei. Etliche von ihnen kämen mit Autos, die auswärtige Kennzeichen tragen. Dem regionalen Präventionsrat gegenüber sei von Bürgern der Verdacht geäußert worden, dass dort eventuell illegale Geschäfte getätigt würden, berichtet Albrecht Fribolin. Der Vorsitzende des Rats und Ortsbeirat weiß aus eigener Erfahrung, „dass besonders im Bereich des sogenannten Mainbergs, also der Einmündung der Allesinastraße in den Feierabendweg, wo sich zwei Sitzbänke befinden, nächtliche Treffen mit Erzeugung erheblicher Müllmengen stattfinden.“ Ein dort an einer Schranke angebrachtes Verkehrszeichen wird immer wieder beschädigt oder ganz zerstört. Deshalb hat Fribolin nun an das zuständige Polizeirevier geschrieben. Er schildert den Sachverhalt und bittet darum, dass die Polizei im Rahmen der regelmäßigen Fahrten durch Sindlingen dort verstärkt Präsenz zeigen und präventiv wirken möge. Das 17. Revier hat zugesagt, häufiger vorbeizufahren. Allerdings könnten die Polizisten nicht immer genau zur rechten Zeit zur Stelle sein. Anwohner könnten die Wache deshalb gerne telefonisch kontaktieren, wenn sie akut ruhestörenden Lärm feststellen. Die Telefonnummer lautet (069) 755 117 00.


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Serie Handel, Handwerk und Gewerbe: KFZ-Kümmeth e.K.

Serie Handel, Handwerk und Gewerbe: KFZ-Kümmeth e.K.

Die Erfahrung ersetzt keine Elektronik

Firmeninhaber Karl-Heinz Kümmeth betreibt seit 34 Jahren seine eigene Werkstatt

Sindlingen hat seinen Einwohnern einiges an Geschäften und Dienstleistungen zu bieten. In einer Serie stellen wir die Mitgliedsbetriebe der Fördergemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe vor. Heute: KFZ-Kümmeth

„Mein Auto macht so komische Geräusche“. Wenn sich Kunden damit hilfesuchend an Karl-Heinz Kümmeth wenden, hört er genau hin, und oft reicht das schon für eine erste Diagnose. Der KFZ-Meister arbeitet seit 34 Jahren in seiner eigenen Werkstatt in der Ferdinand-Hofmann-Straße 83. Er hat außerordentlich viele Stammkunden, so dass zur Erfahrung im Allgemeinen auch noch das Wissen im Besonderen hinzukommt. Autos, an denen er regelmäßig Inspektionen ausführt, kennt er schließlich ganz genau.
Außerdem hat er, wie alle Werkstätten, längst auch elektronische Helfer. Auslesegeräte diagnostizieren bei Autos neuerer Bauart nahezu selbständig mögliche Fehler. Harun Gedik, der bei Karl-Heinz Kümmeth in die Lehre ging, als Geselle arbeitete und vor kurzem die Meisterschule erfolgreich absolvierte, zeigt, wie der kleine Alleskönner funktioniert. Zunächst gibt er Marke, Modell und weitere Angaben in das Gerät ein, dessen kleine Version wie ein überdimensionales Smartphone und dessen große wie ein Labtop aussieht. Dann gibt das Auslesegerät Hinweise, wo sich im Auto die Buchse für den OBD-Stecker befindet. „Trotzdem muss man manchmal ziemlich lange suchen“, sagt Karl-Heinz Kümmeth. Sobald der Stecker in der Buchse hängt, nimmt das Lesegerät Kontakt mit dem elektronischen Innenleben des Autos auf und benennt Fehler. Etwa: „Luftmassenmesser/Saugrohrdrucksensor und Drosselklappe – Signale untereinander unplausibel“. Nun kann es sein, dass eins der Teile kaputt ist oder nur ein Kontaktgeber, dass die Elektronik im Grund grundlos „spinnt“ oder sich ein schwerwiegendes Problem anbahnt. Hier also endet die Kompetenz des Kontrollgeräts, hier ist der Mensch gefragt. Der Fachmann muss entscheiden, wie weiter vorzugehen ist. „Trotzdem ginge heute ohne das Gerät gar nichts mehr, sagt Karl-Heinz Kümmeth.
Der Motortester ist für Fahrzeuge aller Marken geeignet. Manchmal ist er aber gar nicht nötig. Wenn ein Auspuff röhrt, eine Bremse schleift oder eine Kupplung kaputt ist, erkennt das der Meister auch ohne elektronische Hilfe. „Das ist einfach“, sagt er: Getriebe raus, Kupplung erneuern, oder Bremse öffnen und ruckzuck auseinander machen – das ist das Handwerk der alten Schule. Als Karl-Heinz Kümmeth anfing, waren Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber der Gipfel des elektronischen Fortschritts im Auto. Heute ist die Elektronik so übermächtig, dass sie sogar die Berufsbezeichnung prägt. Aus dem früheren KFZ-Mechaniker ist der Mechatroniker geworden.
Der Firmeninhaber selbst ist in die elektronische Aufrüstung hinein gewachsen. Schulungen und Lehrgänge gehören zu seinem Beruf wie die Hebebühne und der Schraubenschlüssel. Im Büro, das seine Frau Gabriele führt, hat der Computer die Karteikarten und die „Fiches“ abgelöst. Ältere wissen: Das waren Daten und Konstruktionszeichnungen auf speziellen Folien, die per Lesegerät vergrößert wurden.
Heute ist alles im Computer. Auch das Teilelager hat sich überlebt. „Ich werde fünfmal am Tag beliefert“, sagt Karl-Heinz Kümmeth. Was er bis 9 Uhr bestellt, wird um 9.30 Uhr geliefert. Wo er früher Ersatzteile aufbewahrte, lagern nun Räder. Kunden überwintern dort die Sommerreifen und umgekehrt. Zum Reifenservice gehört auch das Umstecken der Räder. Daneben bieten Karl-Heinz Kümmeth und sein Team alle Arbeiten rund ums Auto an: Inspektionen, Abgasuntersuchung und Reparaturen. Der Tüv kommt in die Werkstatt, die Kunden kommen von überall. „Manche habe ich schon seit 30 Jahren und länger“, sagt der Meister. Bernd Moritz aus Zeilsheim zum Beispiel ist Kunde, seit Karl-Heinz Kümmeth die Werkstatt 1981 von Vorgänger Strack übernahm.
„Werkstatt des Vertrauens“ ist der Betrieb nicht nur für Moritz, sondern für viele Kunden. Sie bestätigen ihm das seit Jahren, so dass er die Bezeichnung regelmäßig vom Dachverband verliehen bekommt. Nächstes Jahr feiert „KFZ Kümmeth“ 35-jähriges Bestehen, in drei Jahren wird der Chef 65. Dann möchte er aufhören. „Und was dann?“, fragen die Kunden. „Dann macht mein Sohn weiter“, sagt er. Konstantin Kümmeth ist KFZ-Meister bei BMW und wird, wenn alles läuft wie geplant, zu gegebener Zeit die Werkstatt des Vaters übernehmen.hn
Die Werkstatt KFZ Kümmeth ist in der Ferdinand-Hofmann-Straße 83 zu finden, Telefon (069) 37 20 10, E-Mail: kfzkuemmeth@t-online.de, Internet: www.kfz-kuemmeth.de

Gabriele und Karl-Heinz Kümmeth teilen sich die Arbeit: Sie organisiert die Verwaltung, er wartet und repariert die Autos der Kunden.

Gabriele und Karl-Heinz Kümmeth teilen sich die Arbeit: Sie organisiert die Verwaltung, er wartet und repariert die Autos der Kunden.

Elektronische Hilfe: Harun Gedik (rechts) und Rolf Nell am Auslesegerät in der KFZ-Werkstatt Kümmeth.

Elektronische Hilfe: Harun Gedik (rechts) und Rolf Nell am Auslesegerät in der KFZ-Werkstatt Kümmeth.


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Für wenige Tage ist der Dreck weg

Reinigungstag

Für wenige Tage ist der Dreck weg

Helfer aus den Vereinen säubern die Gemarkung – Schweinerei am Mainufer

Mitglieder verschiedener Vereine beteiligten sich am Reinigungstag und sorgten für ein sauberes Sindlingen.

Mitglieder verschiedener Vereine beteiligten sich am Reinigungstag und sorgten für ein sauberes Sindlingen.

Samstags schwärmten knapp 50 Mitglieder verschiedener Vereine aus, um anderer Leute Müll aufzuheben. Der „Reinigungstag“ der Arbeitsgemeinschaft Sindlinger Ortsvereine (Arge Sov) ist eine Art Frühjahrsputz rund um Sindlingen. „Für ein paar Tage ist es jetzt etwas sauberer“, bilanzierte Vorsitzender Andreas Rühmkorf hinterher zufrieden.
Doch damit lag er falsch. Schon am Sonntag Morgen sah es am Mainufer, vor allem an Landungsplatz (neuer Sitzplatz) und Mainbergeck (Allesinastraße/Feierabendweg), aus wie auf einer Müllhalde. Am Sitzplatz hatten anscheinend Leute gegrillt und Verpackungen, Leergutkästen, Fleisch, Kohle und Asche auf dem Boden verstreut. „Für was oder wen reinigen wir überhaupt noch?“, fragte sich da mancher Freiwillige, der zuvor genau solchen Abfall aufgehoben und entsorgt hatte. CDU-Ortsbeirat Albrecht Fribolin hat nun bei der Polizei angeregt, dort öfter mal eine Streife vorbei zu schicken.
Natürlich „ist es ärgerlich und traurig, dass so viele Leute so viel wegwerfen“, sagt die zweite Vorsitzende des Kleingartenvereins Sindlingen, Halina Richmann. Zusammen mit fünf weiteren Kleingärtnern räumte sie den Parkplatz zwischen Sportplatz und Kleingartenanlage auf. „Pariser Platz“ nannten sie ihn angesichts der vielen Präservative, die dort zusammen mit weiterem Müll herumlagen. Ein paar Meter weiter Richtung Kreisel stocherten Jugendliche in schwarzen Trainingsanzügen mit Greifzangen in den Büschen rund ums den Viktoriaheim, fischten Flaschen und Fetzen heraus. Drei der C-Jugendlichen waren von ihrem Trainer Kevin Kluth zwangsverpflichtet worden mit der Auflage, sieben Freiwillige mitzubringen. „Das ist gut für die Mannschaft“, findet er. Gefragt, ob sie ihre Abfälle immer ordentlich entsorgen, drucksen die Jugendlichen ein wenig herum. Im allgemeinen schon, sagen sie – aber wenn kein Mülleimer da ist, ließen sie Verpackungen auch einfach fallen, geben sie zu. Am Reinigungstag jedenfalls hoben sie auf, was herumlag, und füllten es in die Säcke, die die FES zusammen mit Handschuhen und Greifzangen zur Verfügung gestellt hatte. Auch Bertold Alleweldt, Alex Schubert und Arhan Dar vom Vorstand beteiligten sich.
Am Feierabendweg, zwischen Gustavsallee und „Loch“, lag in den Büschen alles voller Hundehaufen, stellten Karl Josef Neuser und Alfons Ehry fest. Entlang der Böschung des Aufgangs zur Mainbrücke der Schnellstraße fanden Mitglieder von Turnverein und Frauenchor Germania etliche Tütchen voller Hundekot. „Die Hundehalter sammeln die Häufchen auf und werfen die Tüten dann ins Gebüsch“, ärgerten sich Kirsten Schiffer und Regina Schwab über die unappetitlichen Hinterlassenschaften. Auch in den Wingerten waren die Hundetüten das größte Ärgernis, berichten Mitglieder des Germania-Männerchors und der katholischen Gemeinde. „Man entwickelt regelrecht eine Wut, wenn man das alles so sieht“, sagt Dieter Frank. Der Vorsitzende des Geschichtsvereins und Stadtbezirksvorsteher war mit Albrecht Fribolin (CDU) und Jakob Karell entlang der Baustraße unterwegs. Dort entledigen sich Autofahrer gerne ihres Sperrmülls. Einen Fernseher, zwei Eimer Komponentenkleber, Unmengen an Kippen und insgesamt sechs Säcke voller Müll klaubten die drei Männer auf 200 Metern auf. Mitglieder des Sindlinger Karnevalvereins brachten ihre „Fundsachen“ mit Traktor und Schubkarre zum Sammelplatz. Bauschutt, Whiskyflaschen, Plastik und Pappe: „Das wird einfach weggeschmissen“, sagt Claus Hoß vom SKV kopfschüttelnd. Entlang der verlängerten Farbenstraße, in der Kurve der B40, lagen Dutzende kleiner Jägermeisterflaschen. Eine Tüte Bauschutt und Scherben fand Roland Wollnik. Seine Kinder Johanna (zwei Jahre) und Norwin (drei), die im Kinderturnen des Turnvereins aktiv sind, pickten derweil Papier und Plastik in der Umgebung der TVS-Sporthalle auf. „Es ist doch fürchterlich, dass überall so viel herumliegt“, sagt er und findet es gut, dass es den Reinigungstag gibt: „Es ist kommunikativ und man trifft Gleichgesinnte aus dem Ort“. hn

Rund um ihre Sportanlage sammelten die C-Jugend und Vorstandsmitglieder des FC Viktoria Müll auf.

Rund um ihre Sportanlage sammelten die C-Jugend und Vorstandsmitglieder des FC Viktoria Müll auf.

Die Kleingärtner (von links: Michael Streubel, Helmuth Freyer, Sylvia Heise, Halina Richmann und Wolfgang Müller machten auf dem Parkplatz vor ihrer Anlage klar Schiff.

Die Kleingärtner (von links: Michael Streubel, Helmuth Freyer, Sylvia Heise, Halina Richmann und Wolfgang Müller machten auf dem Parkplatz vor ihrer Anlage klar Schiff. Fotos: Michael Sittig

Roland Wollnik räumte mit Johanna und Norlin rund um die TVS-Halle auf. Foto: Jupp Riegelbeck

Roland Wollnik räumte mit Johanna und Norlin rund um die TVS-Halle auf. Foto: Jupp Riegelbeck


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Was wollen die Anwohner?

Quartiersmanagement

Was wollen die Anwohner?

Aktive Nachbarschaft soll auch im Norden forciert werden

Viele Wohnungen, aber wenig Drumherum: Sindlingen-Nord ist abseits des Richard-Weidlich-Platzes nicht mit Geschäften und öffentlichen Räumen gesegnet. Das Bürgerhaus ist vor Jahren verkauft worden, der Tengelmann und das Schreibwarengeschäft von Elke Erd gaben ihre Standorte in der Ladenzeile Hugo-Kallenbach-Straße auf. Wären nicht die katholische Gemeinde, das Kinder- und Jugendhaus, die Stadtteilbücherei und die Räume des Seniorenverbands in der Edenkobener Straße, gäbe es gar keine öffentlichen Einrichtungen und Treffpunkte. In der Folge finden in Sindlingen-Nord nur wenige Veranstaltungen statt. Sogar der Weihnachtsmarkt der Vereine ist weg – nachdem der Platz durch die Erweiterung der Kita St. Kilian nicht mehr zur Verfügung stand, ist er nach Sindlingen-Süd umgezogen.
Das bedauern viele Anwohner. Wann immer es um Aktivitäten im Stadtteil geht, erinnern sie daran, dass nicht nur im „alten Ort“, sondern auch zwischen den S-Bahn-Gleisen Leute leben. In den verschiedenen Aktionen des Quartiersmanagements der Hermann-Brill-Straße kam das häufiger zur Sprache. Deshalb hat die Caritas als Träger beantragt, die Siedlung zwischen Hermann-Küster- und Ferdinand-Hofmann-Straße ins Quartiersmanagement aufzunehmen. Denn in dem Programm Aktive Nachbarschaft geht es ja gerade darum, das Wohnumfeld zu beleben und die Anwohner miteinander in Kontakt sowie dazu zu bringen, für ihre Interessen aktiv zu werden.
Seit Anfang des Jahres ist das Quartiersmanagement Sindlingen nun auch für Sindlingen-Nord zuständig. Dafür wurde die halbe Stelle von Quartiersmangagerin Marja Glage auf eine Dreiviertelstelle erweitert. Über die Besetzung ist noch nicht entschieden, das Budget für Projekte bleibt gleich.
Ein erstes ist bereits beschlossen. Um herauszufinden, was die Anwohner wollen und wie sie ihr Wohnumfeld bewerten, sollen sie befragt werden. Außerdem lädt Quartiersmanagerin Marja Glage Vereinsvertreter, Mandatsträger und Vertreter von Institutionen und Wohnungsgesellschaften, die so genannten Stadtteilakteure, zu einer Strategiewerkstatt ein. Sie sollen aus ihrer Sicht darlegen, wie sie die Wohn- und Lebenssituation in der Siedlung bewerten und wo sie Handlungsbedarf sehen. Dabei wird der Fokus zunächst auf die Albert-Blank-, Hugo-Kallenbach- und Hermann-Küster-Straße gelegt. „Wir vermuten, dass da der größte Bedarf besteht“, sagt Marja Glage. Anders als in der Brill-Siedlung wohnen in Sindlingen-Nord mehrere der Stadtteilakteure. „Sie haben bislang bei uns mitgearbeitet, weil sie das Projekt gut finden, aber nicht, weil sie betroffen sind. Jetzt ist ihr eigenes Umfeld betroffen“, sagt Marja Glage. Das könnte womöglich zu anderen Themen und Inhalten führen als im Süden.Grundsätzlich sei das Quartiersmanagement für alle Anregungen und Projekte offen. hn

Die Strategiewerkstatt findet am Freitag, 24. April, von 17 bis circa 18.30 Uhr im „Kneipchen“ der katholischen Kindertagesstätte St. Kilian (Albert-Blank-Straße 4) statt.


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Liebe auf den ersten Blick

Diamanthochzeit

Liebe auf den ersten Blick

Elsa und Kurt Henrich sind auch nach 60 Jahren noch ein glückliches Paar

„Es heißt ja, dass es Liebe auf den ersten Blick nicht gibt. Aber bei uns war das so“, sagen Elsa und Kurt Henrich. Er sah die junge Krankenschwester, als er als achtzehnjähriger Elektriker in einem Krankenhaus Leitungen verlegte. „Mir ist er auch gleich aufgefallen“, sagt sie. Schon bald nach einem ersten gemeinsamen Kinobesuch begannen die beiden jungen Leute aus der Nähe von Kirchheim-Bolanden, ihre gemeinsame Zukunft zu planen.
Gut zwei Jahre später, am 5. März 1955, heirateten Elsa Dietz und Kurt Henrich. Er lieh einen guten Anzug von seinem älteren Bruder, sie einen Schleier von der Schwester zum eigens genähten Brautkleid. „Wir hatten ja nicht viel“, sagt Elsa Henrich. Auf eine schöne Feier wollten sie aber nicht verzichten. Die richtete ihre Mutter aus, und das Brautpaar tanzte einem glücklichen Eheleben entgegen. „Wir haben zeitlebens gerne getanzt, tun es heute noch“, berichten sie.
Nach der Heirat zogen Elsa und Kurt Henrich bei der Mutter des Ehemanns ein. „So brauchten wir keine Möbel zu kaufen. Es war eine arme Zeit“, sagt Elsa Henrich. Es gab keine Hochzeitsreise, keinen Urlaub. „Wir haben gearbeitet und gespart“, sagt Kurt Henrich. Eigentlich wollten die beiden in der Pfalz bauen. Doch Kurts älterer Bruder Karl arbeitete in Höchst und hatte die Möglichkeit, einen Bauplatz im Lachgraben zu bekommen. „Dort durften aber nur Zweifamilienhäuser gebaut werden. Da bat er uns mitzumachen“, berichtet Kurt Henrich. Die Schwägerinnen waren einverstanden. „Wir haben uns gut verstanden und ich wollte gerne in die Stadt“, sagt Elsa Henrich. 1957 begann der Hausbau, 1958 zogen sie ein. „Es war toll, eine Villengegend. Rundum alles grün und man konnte die Schiffe auf dem Main sehen“, schildern sie die ersten Jahre, in denen noch die „Villenkolonie“ der Farbwerke in der verlängerten Gustavsallee bestand. Die Industrie war noch mehr als einen Kilometer entfernt. „Wir hätten nie gedacht, dass sie uns einmal so nah kommt“, sagt Kurt Henrich mit Blick auf die Werksmauer, die die kahlen Bäume im Winter nicht verdecken.
Beide fanden Arbeit bei Firmen, die für die Farbwerke Hoechst AG arbeiteten. 1962 kam Tochter Monika zur Welt, 1965 Sohn Dirk. Elsa Henrich hörte auf zu arbeiten und kümmerte sich um die Kinder. „Erst dann habe ich Sindlingen und die Sindlinger kennen gelernt“, erzählt sie. Kurt Henrich besuchte zwei Jahre lang die Abendschule, machte seinen Meister, und arbeitete Ende der 60-er Jahre eine Zeitlang nebenher als Versicherungsvertreter. „Da bin ich viel herumgekommen und habe ebenfalls Sindlingen kennengelernt“, sagt er.
Als der Junge zehn Jahre alt war und Fußball spielen wollte, engagierte sich Vater Kurt zwei Jahre lang als Co-Jugendtrainer in der Viktoria und trat dem Verein 1977 bei. Er hatte selbst bis zur Hochzeit Fußball gespielt. 1984 übernahm er das Amt des Platzkassierers und behielt es 25 Jahre lang. Außerdem kümmert er sich seither um die Plakatwerbung. Ferner trat er dem VdK und dem Germania-Männerchor als passives Mitglied bei, zusammen mit seiner Frau auch dem Heimat- und Geschichtsverein. Elsa Henrichs Hobby ist der Garten. Außerdem „sind wir immer gerne gewandert. Unsere große Leidenschaft ist noch immer das Tanzen“, führt sie aus. Genauso wichtig sind den beiden die wöchentlichen Stammtische, einmal mit befreundeten Eltern früherer Fußballkinder und einmal mit der Soma. Gerade feierte Kurt Henrich seinen 81. Geburtstag, Elsa Henrich folgt im Lauf des Jahres. Beide machen Krafttraining und gehen viel spazieren, um sich fit zu halten. „Quäle Deinen Körper, sonst quält er Dich“, lachen sie: „Man muss halt was tun“, findet Elsa Henrich. Dann machen auch die Urlaube mehr Spaß, sei es das Wandern oder eine Flusskreuzfahrt, die die beiden als besonders schönes Erlebnis empfanden. Sie erfreuen sich beide guter Gesundheit. „Das liegt an der pharmazeutischen Industrie. Wenn die Düfte herüberwehen, sind schon alle Medikamente drin“, scherzt Kurt Henrich. Vielleicht liegt es auch am glücklichen Eheleben. „Hauptsache, ich habe das letzte Wort, und das heißt: Ja, Du hast recht, mein Schatz“, zwinkert der Ehemann. „Ja, wir sind glückliche Menschen zusammen“, nickt Elsa Henrich und hofft, dass ihnen noch viele gemeinsame Jahre bleiben. hn

Seit 60 Jahren sind Elsa und Kurt Henrich glücklich verheiratet. Foto: Michael Sittig

Seit 60 Jahren sind Elsa und Kurt Henrich glücklich verheiratet. Foto: Michael Sittig


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Ein Leben für die Landwirtschaft

Ein Leben für die Landwirtschaft

Herbert Hansen feierte seinen 90. Geburtstag

Wenn die ganze Familie zusammen kommt, wird es eng im Haus: Vier Kinder, acht Enkel und drei Urenkel haben ihrem Vater, Opa und Uropa Herbert Hansen am 12. März 2015 zum 90. Geburtstag gratuliert.
Es war das dritte große Ereignis innerhalb weniger Jahre. Vor zwei Jahren wurde seine Frau Rosel 90, vergangenes Jahr beging das Paar seine Eiserne Hochzeit, nun feierte Herbert Hansen den runden Geburtstag. Unter den Gratulanten waren auch einige ehemalige Kollegen. Hansen war zeitlebens Landwirt. Er bewirtschaftete die Äcker, die seine Frau Rosel, geborene Spengler, mit in die Ehe gebracht hatte.
Die beiden lernten sich 1949 kennen. Herbert Hansen war in Westpreußen auf einem Bauernhof aufgewachsen, mit 16 Jahren zum Reichsarbeitsdienst und danach in die Wehrmacht einberufen worden und geriet am Ende in russische Kriegsgefangenschaft. Neben der harten Arbeit und der schlechten Versorgung zehrte auch die Ungewissheit an ihm. Wohin hatte es seine Familie verschlagen? „Weihnachten 1947 habe ich über das Rote Kreuz eine Karte an meinen Bruder geschickt. Ich wusste nur, dass er bei den Deutschen Werken in Kiel gearbeitet hatte“, berichtet er. Dennoch gelang es dem Roten Kreuz, seine Eltern ausfindig zu machen. Als sie ihm ihrerseits eine Karte schickten, war Herbert Hansen glücklich: „Jetzt wusste ich, wo ich hinkonnte“, sagt er. So kam er nach der Freilassung 1948 zunächst nach Kiel. Auf 80 Pfund abgemagert, dauerte es eine Zeit, bis er wieder richtig zu Kräften gelangte. Dann suchte er Arbeit. Sein Bruder Helmut, der zwischenzeitlich in Sindlingen lebte und in den Farbwerken Hoechst arbeitete, vermittelte ihm eine Anstellung als Freileitungsmonteur in Hattersheim.
1949 lernte er beim Milchholen Rosel Spengler kennen. Sie bewirtschaftete den Hof der Familie ganz alleine mit ihrer Mutter, denn ihre Brüder waren gefallen, ihr Vater verstorben. Die beiden jungen Leute mochten sich auf Anhieb. „Ich war Landwirt, hier wurde einer gebraucht – also haben wir nicht lange gewartet“, sagt er. Noch im selben Jahr heirateten die beiden. Mit dem tatkräftigen jungen Landwirt erlebte der Betrieb einen Aufschwung. „Am Anfang war ja alles noch Handarbeit“, rufen die beiden in Erinnerung. Pferde zogen den Pflug, Aussaat, Unkraut hacken und Ernten gingen von Hand vor sich. Hansens bauten Getreide und Kartoffeln an, hielten Kühe, deren Milch sie täglich zur Sammelstelle brachten, und weiteres Vieh. Enormen Fortschritt brachte der Kauf des ersten Traktors 1956. Bald folgte ein weiterer, eine Melkmaschine kam hinzu und schließlich erwarben die beiden sogar gemeinsam mit einem Nachbarn einen Mähdrescher.
In dem Maß, in dem die Mechanisierung zunahm und gleichzeitig Höfe aufgegeben wurden, wuchs der Betrieb. „Am Anfang waren fast 30 Landwirtschaften in Sindlingen, heute sind es noch zwei“, sagt Herbert Hansen. Immer, wenn ein Hof schloss, übernahm er Äcker und vergrößerte so seine Fläche. Einmal aber musste er Land weggeben: „Als die Schnellstraße und die Mainbrücke gebaut wurden, mussten wir verkaufen“, sagt er. Vom Erlös baute er ein Haus auf einem Nachbargrundstück. Dort und in weiteren Gebäuden unmittelbar nebenan wohnen drei seiner vier Kinder. Die Enkel genossen es, auf dem Schlepper mitzufahren, alle freuten sich über Obst und Gemüse aus dem Garten der Hansens in den Wingerten. 1989 ging Herbert Hansen in Rente und gab seine Landwirtschaft ab. Noch immer informiert er sich mit dem landwirtschaftlichen Wochenblatt über die aktuellen Entwicklungen. Den Garten bewirtschaften er und seine Frau ebenfalls wie gehabt, wie sie auch ihren Haushalt selbst in Schuss halten. Ein täglicher Spaziergang hilft, fit zu bleiben. Außerdem nehmen Hansens gerne an Veranstaltungen im Stadtteil teil. Für Vereine, Hobbys oder Reisen hatten sie nie Zeit: „Wir hatten ja immer Tiere“, sagt Herbert Hansen. Trotzdem sind die beiden mit allem zufrieden. „Man muss es nehmen, wie es kommt. Ändern kann man ja ohnehin nichts“, sagen sie. hn

Herbert Hansen (Mitte) feierte am 12. März seinen 90. Geburtstag. Dazu gratulierten (von links) Tochter Edith, Ehefrau Rosel, Sohn Horst und Tochter Regina. Foto: Michael Sittig

Herbert Hansen (Mitte) feierte am 12. März seinen 90. Geburtstag. Dazu gratulierten (von links) Tochter Edith, Ehefrau Rosel, Sohn Horst und Tochter Regina. Foto: Michael Sittig