Category: Juni

Kolumne Lebensfragen: Glaube und Gerechtigkeit

Kolumne Lebensfragen

Glaube und Gerechtigkeit

Lieber Herr Sacher,

ich bin mit fast 30 „Dienstjahren“ der dienstälteste Kirchenvorsteher der evangelischen Gemeinde Sindlingen (seit April 1985). Mancher, der mich und meine Art zu denken und zu handeln kennt, wundert sich manchmal, dass „einer wie ich“ ausgerechnet neben den anderen Ehrenämtern im Kirchenvorstand ist, wo man doch immer in die Kirche gehen müsse und so. Deshalb führe ich mit Gemeindemitgliedern, aber auch in der Freundschaft und Bekanntschaft, immer wieder Gespräche über Kirche und Gott. Besonders über den „lieben und gerechten Gott.“ Und da kommen Betroffenen dann ihre Zweifel an diesem Gott. Wie erkläre ich also einer 35-jährigen Frau mit zwei Kindern und einem unbezahlten Haus, deren Mann an einer tückischen Krankheit gestorben ist, den Glauben an Gott?

Lieber Herr Streubel,

das Beispiel, das Sie nennen, ist natürlich ein besonders schlimmer Fall. Da kann und will ich nicht behaupten, dass der liebe und gerechte Gott dort lieb und gerecht gewirkt hat. Diese Welt ist im Großen (siehe Syrien oder gerade die Ukraine) und auch im Kleinen, Persönlichen (siehe ihren Fall) oft nicht gerecht und lieb.
Aber ich glaube trotzdem an Gott. Ob ich erklären kann, wie das geht? Wahrscheinlich eher nicht. Glauben ist etwas, was man nicht erklären kann. Das ist schade, aber es ist so. Da wäre ich nicht der Erste, der daran scheiterte. Aber – Gott sei Dank – hat er, also Gott, uns etwas anderes gegeben, um Glauben näher zu bringen, nämlich die Erzählung.
Vor einigen Jahren ist die Schwester eines meiner besten Freunde an Krebs gestorben. Kurz danach nahm sein Vater sich das Leben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich tief getroffen war und dachte: Gott, wo bist du? Ich habe ihn, meinen Freund, gesehen und war einfach nur traurig und sauer darüber, dass so etwas möglich ist. Trotzdem bin ich in die Kirche gegangen und habe gebetet. Gerade wegen dieses Schreckens in meiner direkten Nähe wollte ich mit Gott reden. Ich war sauer auf ihn, aber ich habe gespürt, dass er jetzt der richtige Gesprächspartner ist. Nun war ich auch nicht der Betroffene, das ist schon klar. Aber vielleicht zeigt das Beispiel doch etwas.
Ob es Gott gibt und ich an ihn glaube, das hat nichts damit zu tun, wie gerecht diese Welt ist. Und das ist ja auch nicht nur bei mir so. Ich habe noch nie von jemandem gehört, der gläubig war und seinen Glauben in schlimmen Zeiten verloren hat. Im Gegenteil, gerade dann kommen die Menschen besonders zu Gott. Ich glaube, dass jeder von uns den Glauben an Gott in sich hat, dass er bei manchen Menschen einfach nur nicht geweckt worden ist.
Aber die Frage, warum Gott Ihrer Bekannten den Mann genommen hat, die ist damit natürlich nicht beantwortet. Und darauf gibt es auch keine Antwort. Ist Gott trotzdem gerecht und lieb? Ich glaube schon. Beweisen kann ich es nicht. Aber ich sehe es so: Die Gerechtigkeit Gottes zeigt sich anders, als wir es uns erhoffen. Nicht so, dass hier auf dieser Welt, in Frankfurt, in Sindlingen alles gerecht abläuft. Sondern so, dass alle Menschen, dass Sie, die Frau, ich, alle von Gott gleich geliebt werden. Dass wir zu ihm können, wenn uns etwas Schlimmes passiert. Dass er uns alle in seiner Hand hält. Wir können zwar in dieser Welt fallen und auch aus dieser Welt, aber aus Gottes Liebe heraus können wir nicht fallen. Keiner von uns, nie.
Erklären kann ich Glauben nicht. Ich denke, lieber Herr Streubel, dass Sie das einzig Mögliche machen. Indem Sie den Menschen von Ihrem Glauben erzählen, machen Sie, was man machen kann, um Glauben näher zu bringen. Und es ist gut, dass Sie das machen, denn so vielen Menschen hat der Glaube in schlimmen Situationen schon geholfen.

Ihr Konstantin Sacher

Fragen?
Haben auch Sie eine Frage an Konstantin Sacher? Dann schicken Sie sie per E-Mail an vikarsacher@gmail.com oder schriftlich an die Postadresse der evangelischen Gemeinde, zu Händen Vikar Konstantin Sacher, Sindlinger Bahnstraße 44.

Feuerwehrtechnik zum Ausprobieren

Freiwillige Feuerwehr Sindlingen

Feuerwehrtechnik zum Ausprobieren

Unterhaltsamer „Vatertag“ am Gerätehaus – Neues Löschfahrzeug

Harmlos flackert das kleine Teelicht vor sich hin. Das Wachs ist schon flüssig und entsprechend heiß. Was geschieht, wenn Wasser darauf tröpfelt, darf bei der Freiwilligen Feuerwehr jeder mal versuchen. Dazu braucht er nur die lange, strohhalmdünne Metallröhre über das Lichtchen zu halten und zu warten, bis Jens Sommer den Wasserhahn auftritt. Wusch – das Flämmchen mutiert zur Flammenhölle. Hitze schlägt dem Besucher entgegen, der unwillkürlich einen Schritt zurücktritt.
Diese Mini-Fettexplosion zum Ausprobieren war eine der Attraktionen am Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Sindlingen. Heißes, flüssiges Kerzenwachs reagiert wie heißes Fett oder Öl. Kommt es mit Wasser in Berührung, explodiert es.
Jugendwart Jens Sommer hatte noch eine andere Mitmach-Station für die Besucher ersonnen. Dabei kam es nicht auf den Effekt an, sondern auf Geschicklichkeit. Er konstruierte mit zwei unterschiedlich großen Hebekissen eine Apparatur, um Mohrenköpfe durch einen Ring zu bugsieren. Per Fernsteuerung mit zwei Hebeln mussten die Kissen dafür aufgeblasen oder Luft abgelassen werden. Im Feuerwehralltag dienen diese Hebekissen dazu, Lasten sacht anzuheben.
Obwohl es am Feiertag Himmelfahrt ein wenig kühl war, konnten sich die Feuerwehrleute nicht über mangelnden Zuspruch beklagen. Wie üblich hatten sie ihre Fahrzeuge aus der Gerätehalle gefahren und dort und unter Zeltdächern Biertischgarnituren aufgebaut. Sie grillten, verkauften Kaffee und Kuchen, Popcorn und Getränke und konnten sich darauf verlassen, dass die Sindlinger wissen: Am „Vatertag“ ist bei der Feuerwehr ‚was los. Am späteren Nachmittag sorgte die Band „Die Zweitakter“ für Unterhaltung. Kinder freuten sich über die Rollenrutsche, die Hüpfburg mit dem Aussehen eines Feuerwehrautos und die Gelegenheit, in eins der beeindruckenden, mit Technik vollgestopften Fahrzeuge zu klettern. Sogar Rundfahrten im neuen Löschwagen waren möglich. Wenige Tage zuvor nämlich hatte die Freiwillige Feuerwehr Sindlingen ihr 27 Jahre altes Tanklöschfahrzeug ausgemustert und dafür ein nur zehn Jahre altes bekommen, das zuvor von der Berufsfeuerwehr genutzt worden ist. „Es ist neuer, hat weniger Kilometer und eine umfangreichere Beladung“, freut sich Wehrführer Sven Sommerschuh über den Neuzugang. Nun seien auch Hilfeleistungen möglich, für die die Sindlinger Wehr vorher nicht ausgerüstet war.
Im Großen und Ganzen blickt die Wehr auf ein ruhiges Jahr zurück. Die etwa 20 Aktiven der Einsatzabteilung sowie die 15-köpfige Jugendwehr absolvierten viele Übungen und Unterrichtseinheiten, aber nur wenige Rettungseinsätze. Am „Tag der offenen Tür“ jedoch war jeder von ihnen im Einsatz, und die Familien gleich mit. hn

Huch – das lodert aber hoch! Wehrführer Sven Sommerschuh assistierte den Jungen, als sie mit wenig Wasser ein Teelichtchen zur Explosion brachten.

Huch – das lodert aber hoch! Wehrführer Sven Sommerschuh assistierte den Jungen, als sie mit wenig Wasser ein Teelichtchen zur Explosion brachten.

Das ist der neue Löschwagen der Sindlinger Feuerwehr.

Das ist der neue Löschwagen der Sindlinger Feuerwehr.

Jan Mettin wie auch die anderen Mitglieder der Einsatzabteilung freuen sich über die umfangreiche technische Beladung ihres neuen Löschwagens.

Jan Mettin wie auch die anderen Mitglieder der Einsatzabteilung freuen sich über die umfangreiche technische Beladung ihres neuen Löschwagens.

Spritzig: Schon die Kleinsten durften mit Unterstützung durch Sascha Fölsing Löschen üben.

Spritzig: Schon die Kleinsten durften mit Unterstützung durch Sascha Fölsing Löschen üben.

Das Programm im Kinder- und Jugendhaus

Das Programm im Kinder- und Jugendhaus:

Montag
12 bis 15 Uhr Pädagogischer Mittagstisch
14 bis 17 Uhr Offener Mädchen- und Jungentag
15 bis 18 Uhr Offener Teenieclub
16 bis 17 Uhr Eltern-Kind-Beratung

Dienstag
12 bis 15 Uhr Pädagogischer Mittagstisch
14.30 bis 17 Uhr Offener Kindertag (Kreatives, Sport, Spiel)
14.30 bis 18.30 Uhr Offene Jugendberatung

Mittwoch
12 bis 15 Uhr Pädagogischer Mittagstisch
14 bis 16 Uhr Offener Kinderbereich
16 bis 20 Uhr Offener Jugendclub
18 bis 20 Uhr Fitnessprojekt

Donnerstag
12 bis 15 Uhr Pädagogischer Mittagstisch
14 bis 17 Uhr Offener Kinderbereich

Freitag
13 bis 16 Uhr Offener Kinderbereich
15 bis 17 Uhr Fußball
15 bis 18 Uhr Mädchenkreativangebot
16 bis 21 Uhr Offener Jugendclub
22 bis 01 Uhr Mitternachtsfußball (zweiter Freitag im Monat)

Samstag
16 bis 18 Uhr Mädchenprojekt
19 bis 23 Uhr Open Saturday (erster Samstag im Monat)
Zu erreichen ist das Kinder- und Jugendhaus in der Sindlinger Bahnstraße 124 unter den Telefonnummer 37 21 41 sowie 37 56 17 19 (Kinderhaus) und 37 56 17 10 (Jugendhaus.

Ein Pokal fürs Jugendhaus

Ein Pokal fürs Jugendhaus

Um den Hermann-Brill-Pokal spielten Jugendliche aus den beiden Sindlinger Jugendeinrichtungen am 10. Mai. Zunächst säuberten die Organisatoren, Nacer Achour-Otmane vom Jugendclub Sindlingen Süd und Mathias Schlossarek vom Kinder- und Jugendhaus Sindlingen den Platz mit Besen und Schippe, dann waren die jungen Fußballer am Zug. Erst spielte Jeder gegen Jeden, danach standen die Halbfinalgegner fest und schließlich das Finale: „Fettmo“ gegen „Team Adam“ . Dreißig Jugendliche sahen ein packendes Endspiel. Nach der regulären Spielzeit stand es 1:1 und so kam es zum Elfmeterschießen. Hier zeigte das Team Adam größere Nervenstärke und und hatte zum Schluss das glücklichere Ende gegen ein starkes Team Fettmo. Team Adam freute sich riesig über den Pokalgewinn und alle waren sich einig, dass dieser im Kinder- und Jugendhaus stehen soll. Die Zweitplatzierten aus dem Jugendclub Süd freuten sich über einen Gutschein.

Pferde für jede Gangart

Reiterverein Sindlingen

Pferde für jede Gangart

Am Tag der offenen Stalltür stellen sich „Teletubbies“ und Turnierreiterinnen vor

Davina ist mittelgroß, temperamentvoll, aber ausgeglichen, wenn Kinder auf ihr sitzen. „Ferrari“ ist zwar schon zehn Jahre alt, muss aber noch lernen. Sie wird ausgebildet, um an Turnieren teilzunehmen. Die sechsjährige Naila liebt das Springen, „Purple Rain“ dagegen lässt es mit seinen 16 Jahren gerne ruhiger angehen. „Er ist unser bestes Ausreitpferd fürs Gelände“, sagt Denise Nube.
Die Reitlehrerin und Trainerin B stellte beim „Tag der offenen Stalltür“ die derzeit neun Pferde des Sindlinger Reitervereins vor. Sie alle werden für verschiedene Angebote eingesetzt: Ponyclub, Voltigiergruppen, Turniergruppe und Reitstunden für Kinder und Erwachsene. Die einzelnen Gruppen zeigten nun Ausschnitte aus ihrem Programm. Paula Blöcher und Lena Molenaar etwa demonstrierten in Turnier-Uniform Dressurformationen, Helen Müller und Ramona Werke Springübungen. Zusammen mit zwei weiteren Jugendlichen bilden sie die neue Turniergruppe des Vereins. „Wir waren in den vergangenen Jahren nur vereinzelt auf Turnieren. Jetzt konnten wir dank eines Sponsors wieder eine richtige Turniergruppe bilden“, freut sich Désirée Appadurai, zweite Vorsitzende. Ihren ersten Einsatz haben die Jugendlichen schon erfolgreich gemeistert. Bei einem Turnier in Weilbach wurden sie Zweite.
Einen ganz anderen Umgang mit dem Pferd demonstrierten Fabiana, Sophia, Leny, Lina und Jana von den Voltigiergruppen. Sie turnten als „Teletubbies“ auf dem Rücken des geduldig im Kreis gehenden Pferdes. Da staunten nicht nur die Kinder unter den Zuschauern. Junge Besucher durften aber auch gerne selbst im Sattel Platz nehmen. Beim beliebten Ponyreiten führten Helferinnen die Tiere mit ihren jungen Reitern durch den Meister-Park. Wer dabei auf den Geschmack kommt, kann ab sieben Jahren im Ponyclub mitmachen und sich einer Voltigiergruppe anschließen. „Die Kinder- und Jugendarbeit steht bei uns an erster Stelle“, erläutert Désirée Appadurai. Kurz vor Weihnachten wurden die Sindlinger Reiter dafür mit dem dritten Platz beim Wettbewerb „Bestes hessisches Schulpferdekonzept“ ausgezeichnet.
Auch Erwachsene können hier Reiten lernen, ebenso Menschen mit leichten Behinderungen. Sobald ein Therapeut gefunden ist, soll sogar therapeutisches Reiten angeboten werden. All das geschieht auf dem schönen, denkmalgeschützten Gelände an der Allesinastraße. Bewundernd betrachteten Besucher das schmiedeeiserne Tor mit den Wappen, die Pferde-Skulptur auf dem Dach, die prächtigen Kastanien im Park. Tische und Bänke luden zum Verweilen ein, dazu offerierten die Reiter süße und herzhafte Speisen und Getränke. Sie hatten im Vorfeld bei mehreren Arbeitseinsätzen alles auf Vordermann gebracht, sogar den Reitplatz frisch gestreut und das Gatter frisch gestrichen. An Helfern fehlt es dabei nicht mehr. „Wir haben Pflicht-Arbeitsstunden eingeführt“, erklärt Désirée Appadurai. Jeder aktive Reiter zwischen 14 und 65 Jahren leitet zehn Arbeitsstunden pro Jahr leisten oder zahlt zehn Euro pro Stunde. „Die Stunden sind leicht zu erreichen“, versichert die zweite Vorsitzende, denn an Arbeit mangelt es nie – sei es bei Renovierungsarbeiten oder alltäglichen Handgriffen wie dem „Abäppeln“, das ist das Auflesen der Pferdeäpfel von der Weide. hn

Informationen zum Sindlinger Reiterverein stehen im Internet unter www.reiterverein-sindlingen.de.

 

Sicher im Sattel dank vieler Begleiterinnen: Ponyreiten für Kinder beim Sindlinger Reiterverein.

Sicher im Sattel dank vieler Begleiterinnen: Ponyreiten für Kinder beim Sindlinger Reiterverein.

Als „Teletubbies“ turnten die Voltigiererinnen (von links) Lina, Sophia, Fabiana (hinten), Leny und Jana auf dem Pferd.

Als „Teletubbies“ turnten die Voltigiererinnen (von links) Lina, Sophia, Fabiana (hinten), Leny und Jana auf dem Pferd.

Hautnah erlebten die Zuschauer bei den Dressurvorführungen Pferde und Reiter.

Hautnah erlebten die Zuschauer bei den Dressurvorführungen Pferde und Reiter.

Hautnah erlebten die Zuschauer bei den Dressurvorführungen Pferde und Reiter.

Hautnah erlebten die Zuschauer bei den Dressurvorführungen Pferde und Reiter.

Auf dem Weg zur Vorstellung: die Pferde des Sindlinger Reitervereins. Fotos: Michael Sittig

Auf dem Weg zur Vorstellung: die Pferde des Sindlinger Reitervereins. Fotos: Michael Sittig

 

Und abends kommt der Grüffelo

Kinder- und Familienfest

Und abends kommt der Grüffelo

Spiel und Spaß in Bücherei und Jugendhaus

„Der Grüffelo“ suchte das Kinder- und Jugendhaus heim: Das Ungeheuer aus dem Kinderbuch von Julia Donaldson erschien am späten Nachmittag beim Internationalen Kinder- und Familienfest von Kinderhaus, Abenteuerspielplatz und Stadtteilbücherei leibhaftig. Die Theatergruppe der evangelischen Gemeinde setzte das Stück in Szene. Es war die Uraufführung, freute sich Christina Göhre, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses. Noch eine weitere Uraufführung erwartete die Besucher. Franziska, Luana und Melli, alle elf Jahre alt, hatten eigens für das Fest einen Tanz einstudiert. Sie kamen früher regelmäßig zum Mädchentag, mittlerweile lässt ihnen die Schule dafür keine Zeit mehr. Dennoch waren sie gerne bereit, dem Vorschlag von Franziskas Mutter Claudia Ilg zu folgen und etwas zum Fest beizusteuern. Claudia Ilg ist Sindlingens Kinderbeauftragte und half bei der Organisation der gemeinschaftlichen Veranstaltung in Bücherei und Jugendhaus. Viel spielte sich auf dem Vorplatz ab, denn das Wetter war gut. Meike Bartelt, die im Haus für Kreativangebote zuständig ist, bastelte mit Kindern Freundschaftsbändchen und Hexentreppen. Elma Elif und Wenesa, die die siebte Klasse der Meisterschule besuchen, betreuten den Verpflegungsstand, Michael Konstantinou zeigte für den Präventionsrat Präsenz.
Eine Wurfbude, Kinderschminken und eine Diaschau mit Fotos von den verschiedenen Aktivitäten ließen keine Langeweile aufkommen. In der Bücherei freuten sich die Kinder über eine Button-Maschine und ein Rätsel. Renate Donges-Kaveh las den Kleinen vor, während Erwachsene die Gelegenheit nutzten, sich die neuen Ausweise abzuholen, die die Stadtbücherei seit Mai ausgibt. Leiterin Annette Moschner und ihre Kolleginnen hatten damit alle Hände voll zu tun. Doch als sich der „Grüffelo“ ankündigte, leerte sich die Bücherei merklich.
Es gibt übrigens noch einmal Gelegenheit, das Stück zu sehen. Die Theatergruppe tritt auf beim evangelischen Gemeindefest am Sonntag, 13. Juli. hn

Uraufführung: (von links) Luana, Franziska und Melli eröffneten mit ihrem Tanz das internationale Kinder- und Jugendfest von Bücherei, Kinder- und Jugendhaus und Abenteuerspielplatz.

Uraufführung: (von links) Luana, Franziska und Melli eröffneten mit ihrem Tanz das internationale Kinder- und Jugendfest von Bücherei, Kinder- und Jugendhaus und Abenteuerspielplatz.

Mayrah zog es, wie viele andere Kinder, an den Basteltisch von Meike Bartelt. Fotos: Michael Sittig

Mayrah zog es, wie viele andere Kinder, an den Basteltisch von Meike Bartelt. Fotos: Michael Sittig

Westlich ja, südlich nein

Stadtentwicklung

Westlich ja, südlich nein

Ortsbeirat beantragt Änderungen zum möglichen Neubaugebiet

Mehrere Änderungswünsche formuliert CDU-Ortsbeirat Albrecht Fribolin zum möglichen Baugebiet „Westlich und südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung“. Er beantragt, im Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan von vornherein andere Vorgaben zu machen, als sie in der Magistratsvorlage M21 stehen.
Wie berichtet hat die Stadt die Äcker am Ortsrand, aber auch den Grünzug entlang der Farbenstraße als mögliches Baugebiet ausgemacht. Voraussetzung ist, dass die so genannte Seveso-Richtlinie nicht mehr greift, die einen Mindestabstand zur potenziell gefährlichen Chemieproduktion vorschreibt. Dann könnten an Stelle der Sportanlage, der Kleingärten und des Felds rund 2000 Wohnungen entstehen.
Die Pläne haben bereits für Diskussionen im Stadtteil gesorgt. Die SPD veranstaltete sogar schon eine Informationsveranstaltung mit den Planern dazu. Dabei wurden Bedenken geäußert und Fragen gestellt, wie sie zuvor schon Albrecht Fribolin formuliert hatte. Nun gibt er ihnen einen formalen Rahmen, indem das Ganze als Ortsbeiratsantrag an die Stadtverordnetenversammlung geht.
An erster Stelle fordert Fribolin, das geplante Volumen von 2000 auf maximal 1000 Wohnungen zu halbieren. Gebaut werden soll nur zwischen den Bahntrassen der S1 und S2, nicht aber auf der Fläche der Bezirkssportanlage und der städtischen Kleingartenanlage. Was die Art der Bebauung angeht, müsse ein ausgewogenen Verhältnis von gefördertem und privatem Wohnungsbau vorgesehen werden. Es müssten Ein-, -Zwei- und Mehrfamilienhäuser wie auch Reihenhäuser und Eigentumswohnungen geplant werden. Außerdem dürfe das Vorhaben nicht ohne Beteiligung der Sindlinger umgesetzt werden. Fribolin fordert, Fachleute des Programms „Aktive Nachbarschaft“ in die Planungen einzubinden und sie von ihnen begleiten zu lassen.
Grundsätzlich begrüße der Ortsbeirat die Initiative des Magistrats, durch Ausweisung eines neuen Baugebietes in Sindlingen-Nord die Weiterentwicklung des Stadtteils zu fördern und der Nachfrage nach Wohnraum Rechnung zu tragen. Gleichzeitig sei dabei auf ein organisches Wachstum des Stadtteils zu achten. Bestehende gewachsene Strukturen müssten auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Eine Erhöhung von jetzt 8900 auf geplant etwa13.000 Einwohner stelle jedoch eine Überforderung vieler Bereiche der Infrastruktur dar. Deshalb solle eine Beschränkung auf maximal 1000 Wohnungen für 2000 Neubürger vorgenommen werden. Dafür reiche der Raum zwischen den Gleisen. Es sei nicht nötig, die Bezirkssportanlage mit Kunstrasenplatz, Rasenplatz, Tennisanlage, Umkleidegebäude und Vereinsheim sowie die gewachsene Kleingartenanlage zu verlegen. Dieser Geländestreifen entlang der Hoechster Farbenstraße solle als „Grüne Lunge für Sport und Freizeit“ in der entstehenden neuen „Sindlinger Mitte“ unbedingt erhalten bleiben, findet Fribolin.
Zudem werde Wohnungsbau in unmittelbarer Nähe des Industrieparks mit den bereits jetzt in den Straßen „Am Lachgraben“ und „Sindlinger Bahnstraße“ vorhandenen Einschränkungen durch Geruchs- und Lärmemissionen als ausgesprochen kritisch angesehen.
Auch im Hinblick auf die Neuansiedlung und den Ausbau von Betrieben der chemischen Industrie sei Wohnungsbau in diesem Bereich abzulehnen, um das langfristige Beschäftigungspotential des Industrieparks nicht zu gefährden.
Darüber hinaus sei es von Bedeutung, dass ein breites Angebot für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen geplant wird, neben gefördertem Wohnungsbau ein hoher privater Anteil an Wohnraum ( Reihenhäuser, Eigentumswohnungen) entsteht und damit die angestrebte soziale Durchmischung realisiert wird.
Die Einbindung von Fachleuten des Programms „Aktive Nachbarschaft“ bereits in einer frühen Phase und die Nutzung ihrer Kenntnisse sollte der Planung einer guten Siedlungsstruktur förderlich sein, meint Fribolin. simobla/hn

Wohnen für Jung und Alt

Leserbrief

Wohnen für Jung und Alt

Im April habe ich einen Leserbrief gegen das neue Baugebiet in Sindlingen verfasst. Ich möchte aber nicht nur kritisieren, sondern auch einen Vorschlag an alle Bürger, den Ortsbeirat, die Stadtverordneten, an den Magistrat richten.
Ältere Häuser finden heute in der Region keine neuen Bewohner. In vielen Ein-, Zwei- und kleinen Mehrfamilienhäusern, in den alten Ortskernen, wohnen häufig nur noch ein bis zwei Personen, oft über 70 Jahre alt. In den alten Ortschaften regelt der Markt die Nachfrage nicht mehr. Immer mehr alte Gebäude stehen leer und sind dem Verfall preisgegeben. Auch entsprechen sie den heutigen Anforderungen nicht mehr, sind Energiefresser oder der Grundriss passt nicht. Damit die alternden Ortsgebiete und Nachkriegssiedlungen weiterhin genutzt werden, sollte die Kommune, bei uns die Stadt Frankfurt, ein Förderprogramm für junge Paare und Familien ins Leben rufen. Diese demografischen Herausforderungen müssen natürlich gut geplant und organisiert sein.
Die Aktion könnte lauten: „Jung kauft Alt“oder „Wohnen für Jung und Alt“.
Diese Initiative soll junge Menschen ansprechen und ermutigen, in ein älteres Haus zu investieren, anstatt in einen Neubau auf der „Grünen Wiese“. Das Programm soll den Interessenten helfen, den Sanierungsaufwand und die anfallenden Kosten im Altbau einzuschätzen, zu garantieren und zu begrenzen. Hierzu sprechen die Kommunen interessierte Bürger an und fördern die Erstellung eines Altbaugutachtens. Die Immobilie sollte als erhaltungswürdig eingestuft sein. Die Gutachter bzw. Architekten machen Vorschläge zur Modernisierung. Sie unterstützen, beraten und helfen den jungen Käufern bei der Sanierung des Gebäudes. Die Interessenten erhalten dann beim Kauf einer mindestens 30 bis 50 Jahre alten Immobilie einen Zuschuss von jährlich 1200 Euro bis 1600 Euro – bis zu zehn Jahre lang.
Nicht sanierungsfähige Gebäude werden abgerissen. Der Abriss wird ebenfalls von der Gemeinde unterstützt, wenn auf dem alten Grundstück ein neues Haus errichtet wird.
Ein weiteres Motto könnte auch heißen„Komfortabel wohnen für Jung und Alt“. Hier unterstützt die Gemeinde die in ihrem Haus alt gewordenen Senioren, junge Käufer für das Haus zu finden und hilft bei der Vertragsgestaltung und bei der Modernisierung nach dem oben vorgestellten Muster. Das vorgestellte Modell ist ein Vorschlag, über den man diskutieren und natürlich auch beschließen sollte.
Diese Maßnahmen haben viele Vorteile. Die Ortskerne bleiben erhalten und werden moderner. Die vorhandene Infrastruktur wird weiter genutzt. Es müssen weniger Neubaugebiete geplant werden. Die anfallenden Kosten hierfür sind für die Stadt und den Steuerzahler geringer. Als Nebeneffekt bleiben Natur und Umwelt für die Bürger erhalten. Die Politik, der Magistrat müssten nur Interesse und Willen zeigen.
N. Huthmacher